Flammkuchen

Flammkuchen mit Zwiebeln und Speck
Elsässer Flammkuchen mit Schmand, Lauch und Zwiebeln
Süßer flambierter Apfel-Flammkuchen

Flammkuchen (alemannisch, insbesondere elsässisch Flammekueche oder Flammwaie; lothringisch Flammkuche; französisch tarte flambée ‚flambierter Kuchen‘) ist eine Spezialität aus dem Elsass sowie den benachbarten Regionen Lothringen, Saarland, Pfalz und Baden.

Grundlage des Flammkuchens ist ein sehr dünn ausgerollter Boden aus Brotteig. Der traditionelle Belag besteht aus rohen Zwiebeln, Speck und einer Creme aus Sauerrahm, die leicht mit Salz und Pfeffer gewürzt ist. Der so belegte Fladen wird bei starker Hitze für kurze Zeit im Ofen gebacken.

Geschichte

Vermutet wird der Ursprung des Flammkuchen in Kochersberg, wo sich mehrere Haushalte gemeinsam einen Ofen teilten. In der Gastronomie wurde er erstmals 1884 erwähnt. Bis 1955 soll es Flammkuchen nur im Elsass gegeben haben, anschließend verbreitete er sich weiter.

Flammkuchen wurden früher vor dem Brot im Holzbackofen gebacken, um die erste starke Hitze auszunutzen. Sie waren außerdem ein Behelf, um die Temperatur des Ofens einzuschätzen. Wurden sie zu schnell dunkel, musste mit dem Einschießen des Brotes gewartet werden, bis der Ofen etwas abgekühlt war. Andere Quellen sehen den Flammkuchen als Endprodukt nach dem Backen aller Brote der einzelnen Haushalte, die die restlichen Flammen nutzten, um die Teigreste zu backen und sofort gemeinsam zu konsumieren. Falls die Flammkuchen eine längere Backzeit benötigten, musste noch einmal geheizt werden.

Varianten

Ähnliche Kuchen aus dünn ausgerolltem Mischbrotteig kennt man auch in anderen Regionen. Im Osten Württembergs sind Flammkuchen als Hitzkuchen bekannt und werden mit Kartoffelpüree, Grieben und Zwiebelringen belegt. In Hohenlohe und Franken werden die Kuchen als Blootz oder Blaatz bezeichnet. So nennt man dort teilweise süße Blechkuchen (beispielsweise Zwetschgenblootz). In Teilen von Hessen werden ähnliche Kuchen Ploatz oder auch Bloads genannt. In Oberschwaben heißen herzhaft belegte dünne Fladen Dinnete. Auf den Fildern sind sie kleiner und länglicher und werden Deie genannt. Im Bayerischen Wald wird die lokale Variante Sengzelten genannt. Eine verbreitete Variante abseits des klassischen Belags ist eine süße Version mit Äpfeln und Zimt, die oft mit Calvados flambiert wird.

Literatur

Commons: Flammkuchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Flammkuchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Kochbuch/ Flammkuchen – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kuchen. In: Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten. Band 1, auf woerterbuchnetz.de
  2. ↑ Eckhard Supp: Duden. Wörterbuch Kochkunst. Von Amuse-Bouche bis Zierschnee. Dudenverlag, Mannheim u. a. 2011, ISBN 978-3-411-70392-0, Kapitel: Regionale Gerichte im deutschsprachigen Raum, S. 88.
  3. 1 2 Es ist die Wiege des Flammkuchens. In: Office de Tourisme Le Beau Jardin - Kochersberg. Abgerufen am 3. März 2026 (deutsch).
  4. ↑ Flammkuchen. M&R Feisinger GbR, 2024, abgerufen am 3. März 2026.
  5. ↑ Anja Degner-Baxmann: Die elsässische Küche - Schlemmen von Januar bis Dezember. 13. September 2019, abgerufen am 3. März 2026 (deutsch).
  6. ↑ BL205 ‐ Kochersberg, Wiege des Flammkuchens. Alscaceàvélo, online, 2023, abgerufen am 3. März 2026.
  7. ↑ Eva Krötz: Bayerischer Wald: mit Oberpfälzer Wald und Böhmerwald ; Wandern und Einkehren ; 54 Touren ; [GPS] (= Rother-Wanderbuch). 2., gründlich aktualisierte Auflage. Bergverlag Rother GmbH, München 2018, ISBN 978-3-7633-3124-6.
  8. ↑ https://www.mein-schoener-garten.de/lifestyle/essen-trinken/rezepte/suesser-flammkuchen-46453