Flash Gordon (1980)

Film
Titel Flash Gordon
Produktionsland Großbritannien, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Mike Hodges
Drehbuch Lorenzo Semple Jr.
Produktion Dino De Laurentiis
Musik
Kamera Gilbert Taylor
Schnitt Malcolm Cooke
Besetzung
→ Synchronisation →

Flash Gordon ist ein Science-Fiction-Film um die titelgebende Comic-Figur. Er startete am 5. Dezember 1980 in den US-Kinos, fünf Tage später in Großbritannien sowie am 25. Februar 1981 in Deutschland und entwickelte sich zum Kultfilm. Das gleichnamige Soundtrack-Album einschließlich des Titelsongs Flash stammt von der Rockgruppe Queen.

Handlung

Imperator Ming ist ein intergalaktischer Führer, der schon mehrere Welten und Völker des Weltraums unter seine Herrschaft gebracht hat. Alle tausend Jahre überprüft Ming sämtliche Welten seines Reiches dahingehend, ob ihre Bewohner eine Bedrohung für seine Herrschaft darstellen könnten. Falls die Bewohner des jeweiligen Planeten die von ihm verursachten Katastrophen für natürliche Phänomene halten, sieht er sie als harmlos an und verschont sie daher. Wird ihnen jedoch bewusst, dass es sich um einen Eingriff Mings handelt, dann erachtet er sie als potenzielle Bedrohung und vernichtet sie. Ming testet auch die Bewohner der Erde, die nicht einmal wissen, dass sie zum Herrschaftsgebiet des Reiches von Ming gehören.

Auf der Erde kreuzen sich derweil die Wege des Sportlers Flash Gordon, der Reiseleiterin Dale Arden und des exzentrischen Wissenschaftlers Dr. Hans Zarkov. Letzterer glaubt, dass seine Theorie vom Untergang der Erde durch eine außerirdische Macht nun Gestalt annimmt. Sie starten mit Zarkovs Rakete und werden durch ein Wurmloch in das Reich Mings, zum Planeten Mongo, versetzt. Alle drei werden von Ming gefangen genommen. Während Gordon zum Tode durch Gas verurteilt wird, soll Zarkov durch eine Gehirnwäsche gefügig gemacht und zu einem Spion für das Reich des Ming werden. Dale hingegen gefällt Ming, daher will der Imperator sie ehelichen, um sich an ihr regelmäßig vergehen zu können. Außerdem verändert Ming die Umlaufbahn des Erdenmondes, so dass dieser in wenigen Tagen auf die Erde stürzen wird. Grund dafür ist, dass Zarkov Mings Spiel mit der Erde erkannt hat. Dies genügt dem Tyrannen als Beweis dafür, dass die Erdbewohner ihm gefährlich werden könnten.

Dank der Hilfe Prinzessin Auras, der Tochter Mings, die Flash Gordon für sich haben möchte, überlebt dieser die Hinrichtung und wird von ihr in das Reich Prinz Barins gebracht. Jedoch ist Barin Aura verfallen und deswegen auf Gordon eifersüchtig, da er die Zuneigung Auras zu diesem erkennt. Deswegen versucht Barin, Gordon zu töten, um seinen Rivalen auszuschalten. Dabei hat er nicht mit dem geflügelten Falkenmann Prinz Vultan gerechnet, der beide gefangen nehmen und in seine schwebende Stadt bringen lässt. Dort befinden sich bereits Dale und Zarkov, bei dem die Gehirnwäsche durch die stille Rezitation von „Shakespeare, dem Talmud und Einsteins Relativitätstheorie“ fehlgeschlagen ist. Vultan plant schon seit einiger Zeit eine Rebellion gegen Ming, verfügt aber nur über veraltete Waffen. Um Zeit zu gewinnen, will er Barin, Gordon, Dale und Zarkov an Ming ausliefern. Barin beruft sich auf ein Gesetz, dem zufolge er das Recht auf einen Zweikampf hat. Als Duellpartner wählt er Gordon.

Während des Zweikampfes erkennt Barin jedoch, dass sein wahrer Feind Ming ist. Daher verbündet er sich mit Gordon und Vultan gegen Ming und seine Schergen. Zur gleichen Zeit hat Klytus, Mings Geheimdienstchef, von Aura durch die Anwendung von Folter ein Geständnis erzwungen und reist zu Vultan. Dort findet er Gordon, Barin, Dale und Zarkov vor. Nachdem Gordon und Barin Klytus spontan töten, stellt der kurz darauf eintreffende Ming Gordon vor die Wahl: Entweder er nimmt das Angebot an, Herrscher über die Erde von Mings Gnaden zu werden, oder zu sterben. Gordon weigert sich, das Angebot Mings anzunehmen. Er entkommt mittels Raketenmoped der Explosion des Palastes.

Die bis zur Vernichtung der Erde verbleibende Zeit läuft ab und die geplante Hochzeit zwischen Ming und Dale steht kurz bevor. Gordon macht sich mit Vultan und seinen Falkenmännern zum Palast Mings auf, der mit Lasern und Schutzschilden schwer gesichert ist. Doch Gordon hat Glück. Zarkov und Barin ist mit Auras Hilfe die Flucht gelungen. Sie schalten den Schutzschild aus. Gordon rast mit einem gekaperten Raumschiff genau in die Hochzeitszeremonie und verhindert die Hochzeit. Doch der schwerverletzte Ming ist sich sicher, dass ihn kein Erdenmensch je wird töten können, und löst sich auf. Nur sein Herrscherring bleibt übrig. Da Ming tot ist, wird Barin zum neuen Herrscher ausgerufen. Er ernennt Vultan zum General.

Die Schlussszene zeigt Mings auf dem Boden liegenden Ring, der von der Hand einer nicht erkennbaren Person aufgehoben wird. Das Lachen Mings ertönt, bevor der Abspann mit „The End“ und einem nach kurzer Pause angehängten Fragezeichen beginnt.

Besetzung und Synchronisation

Figur Darsteller Deutscher Sprecher
Flash GordonSam J. Jones
Peter Marinker
Hans-Georg Panczak
Imperator MingMax von SydowJürgen Thormann
Dale ArdenMelody AndersonCornelia Meinhardt
Dr. Hans ZarkovChaim TopolHarry Wüstenhagen
Prinzessin AuraOrnella MutiEvelyn Maron
Prinz BarinTimothy DaltonFrank Glaubrecht
Prinz VultanBrian BlessedWolfgang Pampel
General KlytusPeter WyngardeHeinz Petruo
General KalaMariangela MelatoAlmut Eggert
Munson, Zarkovs AssistentWilliam HootkinsWilfried Herbst
Hohepriester ZogiPhilip StoneOtto Czarski
Arobischer PriesterJohn OsborneHelmut Heyne
General LuroJohn HallamKarl Schulz

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Berliner Synchron. Heinz Freitag führte Dialogregie nach eigenem Dialogbuch. Jürgen Thormann sprach die Rolle des Imperator Ming nicht nur im Film, sondern auch in der Flash-Gordon-Hörspielserie von Europa.

Cast und Crew zum 35. Jubiläum des Films 2015 (v. l. n. r.): Schauspieler Peter Wyngarde, Komponist Howard Blake, Schauspielerin Melody Anderson, Spezialeffektler George Gibbs, Regisseur Mike Hodges, Schauspieler Sam J. Jones

Auszeichnungen und Nachwirkung

Kritiken

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 83 %
Metacritic (Metascore) 58/100
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol

Flash Gordon erhielt ein eher gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel allerdings nur „Gemischt oder Durchschnittlich“ aus.

Der film-dienst fand, das „Rittermärchen à la Prinz Eisenherz in modischem Gewand“ lebe von „anachronistischen Elementen“, wie dem Dschungel samt Sümpfen und den mittelalterlich gekleideten Bewohnern, denen Mings Truppe mit Lasern und Hirnwäsche-Apparaten gegenübersteht. Angesichts der Dekoration und Technik seien Regie und Schauspieler kaum gefordert; der Hauptdarsteller trete „wie ein männliches Pin-up mit dümmlichem Gesichtsausdruck und muskulösem Körper“ auf. „Neben den aufwendigen und phantasievollen Spezialeffekten gibt es auch ein paar inszenatorische Kabinettstückchen“, wie den Angriff auf Mings Wache als sportliche Konfrontation. Für eine Familienunterhaltung geschmacklos und unnötig erschienen einige Sujets wie die sadistischen Methoden der Geheimpolizei oder die Anspielungen auf die SS. Doch davon abgesehen sei Flash Gordon „ein phantasievolles und vergnügliches Science-Fiction-Abenteuer, an dem nicht nur Freunde des Genres ihren Spaß haben können.“

Der Evangelische Filmbeobachter fand die Verfilmung „im Großen und Ganzen geglückt“ und das Flair der Comicvorlage bewahrt. Mit „gut besetzten“ Rollen und „kaum Längen“ sei sie „ein prunkvoller und farbenprächtiger Film“, „eine recht unterhaltsame Kino-Seifenblase“, die mehr leisten als zu unterhalten weder wolle noch könne. Die Blauäugigkeit dieser Fassung, die das „Budget eines Großfilms“ aufweise, entspreche fast der billigeren Flash-Gordon-Filmreihe der 1930er, sei „aber durch Märchencharakter und humorvolle Verfremdung wieder erträglich.“

Ähnlich hieß es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das „unterhaltsame Fantasy-Spektakel“ sei sichtlich von Krieg der Sterne beeinflusst, im Vergleich zu diesem jedoch trotz „trivialpolitischer Klischees“ von „herzerfrischender Naivität“.

In einer Kurzkritik urteilte Der Spiegel, der Streifen sei weniger „steif“ als Krieg der Sterne und nehme „sich selbst und das erfolgreiche Genre auf den Arm.“

Commons: Flash Gordon – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Flash Gordon. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 52137-a/K; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Flash Gordon. In: synchrondatenbank.de. Abgerufen am 26. Februar 2023.
  3. ↑ Flash Gordon. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 20. Dezember 2022.
  4. ↑ Flash Gordon. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 7. Oktober 2021 (englisch, aggregiert aus 48 Kritiken).
    1. ↑ “Certified Fresh”
  5. ↑ Flash Gordon. In: Metacritic. Abgerufen am 2. Dezember 2025 (englisch, aggregiert aus 13 Kritiken).
    1. ↑ “Mixed or Average”
  6. ↑ Perry Seibert: Kritik zu Flash Gordon (Memento vom 12. April 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  7. ↑ Rolf-Rüdiger Hamacher: Flash Gordon. In: film-dienst, Nr. 6/1981 vom 24. März 1981, S. 8–9
  8. ↑ Wolfgang J. Fuchs im Evangelischen Filmbeobachter, abgedruckt in: Lothar R. Just (Hrsg.): Das Filmjahr ’81/82. Filmland Presse, München 1981, ISBN 3-88690-022-3, S. 83–84
  9. ↑ Andreas Obst: Ein obskures Himmelskörperchen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. März 1981, S. 24
  10. ↑ Der Spiegel Nr. 11/1981 vom 9. März 1981: Triviales Pop-Kino: Flash Gordon