Floisdorf

Floisdorf
Wappen von Floisdorf
Koordinaten: 50° 38′ N, 6° 37′ OKoordinaten: 50° 38′ 9″ N, 6° 36′ 35″ O
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 4,98 km²
Einwohner: 314 (30. Juni 2020)
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53894
Vorwahl: 02443
Blick von Westen auf Floisdorf
Blick von Westen auf Floisdorf

Floisdorf ist ein Stadtteil von Mechernich, Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen.

Geografie

Das Dorf liegt in einer Bachquellmulde nördlich von Eicks, westlich von Schwerfen auf den ersten Erhöhungen der Nordeifel. Im Ort treffen sich die Kreisstraßen 10 und 20. Direkt an den Ort grenzt das Stadtgebiet von Zülpich.

Geschichte

Denkmalgeschütztes Haus in Floisdorf
Hubertuskapelle Floisdorf

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Floisdorf wurde 893 erstmals im Prümer Urbar erwähnt. Damals wurde Floisdorf „Flavedesdorpht“ oder daneben verkürzt „Fladesdorpht“ genannt. Bereits 1291 gab es im Ort eine Wallfahrtskirche, die dem Heiligen Pankratius geweiht war. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzverhältnisse von der Abtei Prüm über die Herzöge von Jülich und den Franzosen bis hin zu den Preußen.

19., 20. und 21. Jahrhundert

Durch die Aufteilung der Allmende geriet das kleinbäuerliche Dorf im 19. Jahrhundert unter Druck. Zahlreiche Familien mussten nebenerwerblich tätig sein. Das Dorf wurde in dieser Zeit von der Pfarre in Eicks seelsorgerisch betreut. Von 1889 bis 1908 war Ceslaus Maria Schneider, ein bedeutender Thomist und Erforscher des Thomismus, Pfarrer in Floisdorf.

Nachdem die Kirchengemeinde im Jahr 1856 ihre Eigenständigkeit erlangt hatte, wuchs der Wunsch nach einem eigenen Sakralbau. In den Jahren von 1890 bis 1892 entstand die Pfarrkirche St. Pankratius. Die Gemeinde Floisdorf unterstand zunächst dem Amt Eicks, später dem Amt Hergarten, bevor sie am 1. Juli 1969 nach Mechernich eingemeindet wurde.

Durch den Zuzug von Städtern wurde aus dem ehemaligen Bauern- und Handwerkerdorf im Laufe der Jahrzehnte ein Wohnstandort. Im damaligen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, heute „Unser Dorf hat Zukunft“, wurde Floisdorf 1971 im Bundeswettbewerb mit einer Goldmedaille zu Deutschlands schönstem Dorf gekürt.

Im Jahr 2004 baute die Bevölkerung in Eigenregie in der Gemarkung eine Kapelle, die dem Hl. Hubertus geweiht wurde.

Wappen

Ehem. Gemeindesiegel
Wappen der früheren Gemeinde Floisdorf
Wappen der früheren Gemeinde Floisdorf
Blasonierung: „In von Silber (Weiß) und Grün geteiltem Schild oben ein schräglinkes rotes Schwert, das mit einem schrägrechten grünen Palmzweig belegt ist, unten ein silbernes (weißes) Hirschgeweih, zwischen dessen Stangen ein silbernes (weißes) Strahlenkreuz schwebt.“
Wappenbegründung: Das von Joseph Decku entworfene Wappen wurde am 29. Juni 1962 vom nordrhein-westfälischen Innenminister verliehen. Schwert und Palmzweig sind Attribute des heiligen Pankratius, dem Ortspatron von Floisdorf. Geweih und Kreuz stehen für den heiligen Hubertus, dem eine Kapelle im Ort geweiht ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Pankratius

Verkehr

Die VRS-Buslinie 888 der RVK, die als TaxiBusPlus nach Bedarf verkehrt, stellt den Personennahverkehr mit den angrenzenden Orten und der Stadt Mechernich sicher. Zusätzlich verkehren einzelne Fahrten der auf die Schülerbeförderung ausgerichteten Linie 896.

Linie Betreiber Verlauf
888 RVK MiKE: Mechernich Stiftsweg – Mechernich Bf – Roggendorf – Hostel – Glehn – Eicks – Floisdorf – Berg – Floisdorf – Eicks – Kommern
896 Schäfer Berg – Floisdorf – Eicks – Glehn – Hostel – (Denrath – Schützendorf – Lückerath – Roggendorf –) Mechernich Bf → Mechernich Feytal

Literatur

Commons: Floisdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Floisdorf. Stadt Mechernich, 30. Juni 2020, abgerufen am 12. Januar 2021.
  2. ↑ Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 177.
  3. ↑ G. Mürkens: Die Ortsnamen des Landkreises Schleiden.
  4. ↑ Dorfspaziergang Floisdorf, Webseite Rureifel-Tourismus, abgerufen am 12. Januar 2021.
  5. ↑ Andreas Riester: Thomas als Lehrer der Immaculata Conceptio? Über Versuche einer Relecture des Thomas von Aquin in der Frage der Unbefleckten Empfängnis infolge des Dogmas von 1854. EOS-Verlag, Sankt Ottilien 2022, ISBN 978-3-8306-8115-1, S. 166, Fußnote 630.
  6. ↑ Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Dekanat Mechernich. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2003, S. 58.
  7. ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  8. ↑ Per E-Mail des Stadtarchivs Mechernich – Kopie der Originalzeichnung von Joseph Decku