Türkische Küche

Die türkische Küche (türkisch: Türk mutfağı) ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen nomadischen Kochtradition der Turkvölker durch Vermischung mit der indischen, persischen, kurdischen Küche, islamisch-arabischen Küche sowie den Kochtraditionen von Völkern des Mittelmeerraumes und des Kaukasus, zum Beispiel der armenischen und aramäischen Küche. Die Übergänge zur orientalischen Küche oder zur Balkanküche sind fließend.

Diese Vielfalt der Einflüsse entwickelte sich durch die Jahrhunderte besonders unter der Prägung der osmanischen Kultur und Lebensweise zur heutigen charakteristischen türkischen Küche. Der kosmopolitische Aspekt der osmanischen Hofküche wird wieder betont zelebriert.

Überblick

Über die osmanische Herrschaft in Südosteuropa (in Ungarn und auf dem Balkan) wie den übergeordneten Handelsbeziehungen etablierten sich schon früh einzelne Nahrungsmittel und Zutaten wie Gewürze, Joghurt und Marzipan in Europa. Erste türkische bzw. osmanische Einflüsse auf die europäische Ess- und Trinkkultur im erweiterten Sinne beziehen sich auf den Kaffeekonsum und die zugehörigen Kaffeehäuser, die sich seit dem 17. Jahrhundert auch in Westeuropa etablierten. Einer der sogenannten Beutetürken, Nikolaus Strauß (türkisch ,Mehmet Sadullah Pascha', ein ehemaliger Offizier) eröffnete 1697 in Würzburg das erste Kaffeehaus. Die europäischen Vorstellungen vom geheimnisvollen, prachtvollen Orient spielen bis in die Gegenwart eine Rolle in gastronomischen Darbietungen.

Die im 19. Jahrhundert aufkommenden internationalen Kochbücher enthielten auch einige türkische Gerichte. Die regional äußerst unterschiedliche Küche des Osmanischen Reiches bzw. der Türkei wurde dabei nur reduziert wiedergegeben. Im Kochbuchklassiker Die internationale Küche (Julius Fehér, ca. 1910, zitiert nach) galt Pilaw als ähnlich typisch für das „Essen des Türken“ wie Makkaroni und Kartoffeln vorgeblich für Italiener und Deutsche. Im Zentrum standen vor allem mit Pilaw servierte Hammelfleischgerichte und Kebabs. Solche Gerichte dominierten auch das Angebot in den wenigen türkischen Restaurants, die bis in die 1960er Jahre hinein ausschließlich in Großstädten wie Berlin oder Frankfurt existierten. Diese frühen Gaststätten waren oft Gründungen professioneller Gastronomen und Akademiker, die für eine gehobene türkische und deutsche Klientel Spezialitäten anboten. Die Erfolgsgeschichte und ein vergleichsweise kontinuierlicher Einfluss wie im Falle der italienischen Restaurantküche in Deutschland war der türkischen Küche bislang versagt.

In den 1950er Jahren der Bundesrepublik wurden die sogenannten Balkangrill-Restaurants zu einem der erfolgreichsten Restauranttypen in der Bundesrepublik. Diese vermittelten zwischen der bekannten Wiener und der damals noch als exotisch empfundenen türkischen Küche. Sie boten ein zur Zeiten der Fresswelle vergleichsweise günstiges und sehr fleischlastiges Speisenangebot.

Der Erfolg des Döners und der zugehörigen Take-away Straßenverkaufs in Deutschland seit den 1970er Jahren hat die traditionelle, auf der osmanischen Palastküche basierende türkische Hochküche in den Hintergrund treten lassen. Mit türkischer Küche werden hierzulande nach wie vor die vergleichsweise einfachen Imbisslokale verbunden. Vor der Weltfinanzkrise um das Jahr 2008 gab es insbesondere in Istanbul eine Tendenz zu einer Reorientalisierung der türkischen Kochkunst und einer damit verbundenen Inszenierung der osmanischen Historie in der Gastronomie.

Kahvaltı (Frühstück)

Türkisches Frühstück mit Blick aufs Tal in Kappadokien
Türkisches Frühstück mit Blick aufs Tal in Kappadokien
Van kahvaltısı oder Frühstück von Van.

Das türkische Frühstück kann mit Brot, Käse, Oliven und schwarzem Tee sehr schlicht ausfallen, mit frischen Salaten, Gebäck, Suppen und Eierspeisen aus der Pfanne auch opulent. Häufig bevorzugen es Türken, in Form einer „serpme kahvaltı“ zu frühstücken. Dabei werden viele verschiedene Frühstückskomponenten in kleinen Schälchen serviert. Beispiele für typische Komponenten und Erweiterungen sind:

Çorbalar (Suppen)

Zu den gängigsten Suppen der türkischen Küche gehören:


Weitere, in der Türkei beliebte Suppen sind:

Mezeler (Vorspeisen)

Cacık
Acuka oder Muhammara
Gemischter Vorspeisenteller

Wie in vielen durch die Kultur des Osmanischen Reiches geprägten Küchen, schätzt man in der Türkei zu Getränken oder vor der Hauptspeise gereichte „Appetithäppchen“, die hier Meze heißen. Dabei unterscheidet man zwischen warmen und kalten Meze.

Zu den kalten Meze gehören verschiedene Cremes, die vorrangig aus Joghurt hergestellt werden und daher eine leichte Konsistenz haben. Dabei findet vor allem Süzme Yoğurt Verwendung, dem durch das Abtropfen in einem Sieb (süzme) oder einem Baumwolltuch Wasser entzogen wurde und der dadurch fester, cremiger, aber mit einem Fettanteil von 10 Prozent auch reichhaltiger ist. Sehr viele Gerichte in Olivenöl, Zeytinyağlı Meze genannt, gehören zu den kalten Meze.

Zuständig für Meze ist der sogenannte Mezeci (entspricht dem Vorspeisenkoch oder Hors d’œuvrier), der aufgrund der vielen landesweiten und regionalen Variationen lange ausgebildet wird. Daher verfügt ein guter Mezeci je nach Erfahrung meist über einen höheren Status innerhalb der Küchenbrigade.

Beispiele für kalte Meze sind:

Beispiele für warme Meze sind:

Die türkische Küche zeichnet sich durch eine Auswahl an gesunden und schmackhaften Vorspeisen aus, die ein Hauptgericht ersetzen können. Zu den Vorspeisen wird frisches Brot, wahlweise Lavaş, Pide oder Weißbrot, gereicht.

Salate

Die Salate werden meist in einer Marinade aus Olivenöl und Zitronensaft zubereitet.

Kısırsalat

Brotwaren

Bazlama
Katmer

Die türkische Küche bietet eine Vielzahl an Brotwaren, oft noch aus dem Steinbackofen. Ob im Restaurant oder Zuhause, zu jeder Mahlzeit wird Brot gereicht.

Hauptgerichte

Kebap

İskender Kebap
Döner gegrillt in Kadıköy, Istanbul
Adana Kebap mit Fladenbrot und im Uhrzeigersinn Joghurt, Petersilie, Zitrone und Rettich, Salat und mit Sumak gewürzten roten Zwiebeln.

Als Kebap wird meist gegrilltes Fleisch bezeichnet, welches in der türkischen Küche in einer Vielzahl von Speisen zu finden ist:

  • Adana Kebap – Ein besonders scharf gewürztes Hackfleisch, welches am Spieß gegrillt wird.
  • Alanya Kebap – Ein Gericht, das aus Rindfleisch, Fladenbrot und Tomaten besteht und mit einer scharfen Chilisoße zubereitet wird.
  • Beyti Kebabı besteht aus Hackfleisch oder Lammfleisch, das auf Spießen gegrillt, in Lavaş eingewickelt und mit Tomatensauce und Joghurt serviert wird.
  • Bohça Kebap - leicht gewürzte Fleischwürfel mit verschiedenem Gemüse (meist Erbsen, Tomaten und Peperoni), mit einer Art Crêpes-Teig ummantelt und Käse überbacken.
  • Cağ Kebabı – ist ein lokales Kebap-Gericht aus Erzurum. Dabei wird ein abgestufter Spieß, der sogenannte cağ seitlich unter die oberste Schicht eines horizontal drehenden Kebap-Stamms gestochen und mit einem Kebap-Messer die entsprechende Portion darunter abgeschnitten. Die entstehenden Fleischspieße werden dann über dem Grill nachgebraten. Auf Wunsch wird eine Seite schwächer gebräunt; diese Variation nennt sich dann 'Tartar'. Zur Vorbereitung wird das Fleisch des Kebap-Stamms am Abend vor dessen Schichtung gesalzen, während die anderen Zutaten erst am nächsten Tag dazugegeben werden. Dadurch soll verhindert werden, dass das Fleisch durch den schwarzen Pfeffer eine dunklere Farbe annimmt und dass der Geschmack durch den verfrühten Kontakt mit Zwiebeln zu bitter wird.
  • Döner Kebab – Das bekannteste Kebapgericht aus der Türkei, bei dem gewürzte, gegrillte Fleischscheiben mit einem großen Messer von einem Spieß dünn abgeschnitten werden (den sogenannten yaprak, dt. Blatt; daher auch yaprak döner). Ursprünglich ist es ein Teller-Gericht, das mit Beilagen wie Reis und Salat serviert wird. In Deutschland und dem übrigen Europa hat sich mit der Zeit eine andere Form entwickelt, das als Imbiss im Rundbrot (türkisch: Tombik Ekmek) unter der Bezeichnung Döner-Tasche mit Salat und jeweiligen Saucen als Fast Food verkauft wird. In der Türkei ist diese Form, außer in den touristischen Gebieten des Landes, wenig beliebt und wird nicht überall angeboten.
    • Pilav Üstü Döner (zu deutsch: Döner auf Reis) ist die Bezeichnung für die Servierform am Tisch, im Gegensatz zu den Imbissformen zum Mitnehmen.
    • Ekmek Arası Döner (zu deutsch: Döner im Brot) ist eine Imbissvariante, bei dem die Zutaten in einem halben Somun-Brot angerichtet wird.
    • Tombik Ekmek Arası Döner - (zu deutsch: Döner im pummeligen Brot; dabei ist tombik die verniedlichte Form von tombul, zu deutsch: dick) Dabei handelt es sich um ein rundes Brot, in das die Zutaten gegeben werden. Diese Form entspricht am ehesten der im deutschen Sprachraum verbreiteten Dönertasche.
  • İskender Kebap – dünn geschnittenes Lammfleisch vom Dönerspieß, das auf Tomatensoße, kleingeschnittenem Fladenbrot, und Joghurt angerichtet und nach dem Servieren am Tisch mit geschmolzener Butter übergossen wird. Spezialität der Stadt Bursa, heute aber landesweit verbreitet.
  • Şiş Kebap – Ein traditioneller Grillspieß aus mariniertem Lammfleisch, Tomaten und Paprika.
  • Talaş Kebabı – Kleingeschnittenes Fleisch, das nach dem Dünsten in Blätterteig gewickelt und gebacken wird.
  • Urfa Kebap – Eine ähnliche Variante des Adana Kebaps, welches aber milder gewürzt zubereitet wird.

Köfte

Türkische Köfte mit Pommes frîtes

Die türkischen Frikadellen (Köfte) gibt es in vielen regionalen Rezeptvarianten. Die bekanntesten sind:

  • Çiğ Köfte (türkisch für „rohe Köfte“), kräftig gewürzte, rohe Hackfleischbällchen. Sie werden traditionell aus gehacktem, fettarmem Lammfleisch zubereitet. Die vegetarische Version besteht aus Weizen, Tomatenmark, gemahlenen Chilischoten und anderen Gewürzen.
  • Kuru Köfte, die klassischen Brat-Frikadellen aus Hackfleisch, Brot, Zwiebeln, Pfeffer, Pul Biber (grober, scharfer Paprika), Kreuzkümmel, Salça (Tomaten- oder Paprikapaste) und Petersilie.
  • İçli Köfte, die türkische Version der in Vorderasien weit verbreiteten Kibbeh, sind etwa handtellergroße Bulgurtaschen, die mit angebratenem, gewürztem Hackfleisch gefüllt werden. Sie können auf zwei verschiedene Arten zubereitet werden. 1. In der Region Adana-Mersin werden sie zur Halbkugel geformt und gekocht. Diese Art sollte direkt nach der Zubereitung serviert werden, weil die Bulgurtaschen einem höheren Risiko des Auseinanderfallens ausgesetzt sind. 2. Im Südosten der Türkei haben İçli Köfte die Form eines Footballs und werden nach der Füllung in siedendem Fett frittiert. Dabei wird die Füllung gelegentlich auch mit Walnüssen versehen. Diese Art der Zubereitung eignet sich besser für den Straßenverkauf, weil die Bulgurtaschen fester sind als in der anderen Art und so lange vor dem Servieren zubereitet werden können. İçli Köfte werden auch mit Joghurt serviert. Außerdem werden sie vor dem Verzehr mit Zitronensaft beträufelt. İçli Köfte sind landesweit beliebt und eher nicht einer einzelnen Region zuzuordnen.
  • İnegöl Köfte, Walzenförmige Frikadellen nach regionaler Rezeptur aus dem Landkreis Inegöl in der Provinz Bursa.
  • İzmir Köfte oder Sulu Köfte aus den Zutaten Hackfleisch, Pfeffer und Pul Biber, zubereitet mit Kartoffeln, Tomaten und Peperoni entweder im Topf, im Ofen oder im Ton-Schmortopf.
  • İznik Köfte, im Geschmack und der Konsistenz den İnegöl Köfte ähnliche, runde Frikadellen, die in der Region İznik und Yalova angeboten werden.
  • Kadınbudu Köfte (wörtlich: Frauenschenkel-Frikadellen) werden etwas größer als die anderen Köfte-Arten zubereitet und beinhalten neben den Zutaten Hackfleisch, Zwiebeln, Ei, Pfeffer und rotem Chili auch Reis.
  • Tekirdağ Köfte, ebenfalls walzenförmige Frikadellen nach regionaler Rezeptur aus der Provinz Tekirdağ im europäischen Teil der Türkei.

Pide

Auf Grundlage des weichen Pide-Ekmeği wird Pide als Hauptmahlzeit hauptsächlich in folgenden Variationen angeboten:

  • Ispanaklı Pide, mit Spinat
  • Kaşarlı Pide, mit Kaşar-Käse
  • Kıymalı Pide, mit Hackfleisch
  • Kuşbaşılı Pide, mit Lammfleisch in kleinen Würfeln in der Größe von Vogelköpfen (Kuşbaşı = Vogelkopf)
  • Pastırmalı Pide, mit dem klassischen Dörr-Schinken Pastırma
  • Patatesli Pide, mit Kartoffeln
  • Peynirli Pide, mit Ziegenkäse
  • Sucuklu Pide, mit der kräftig gewürzten Rohwurst Sucuk
  • Yumurtalı Pide, mit Ei

Pilavlar (Reisgerichte)

Bulgur pilavı und yoğurt

Pilav (oder auch Pirinç Pilavı) bezeichnet die servierfertige Form von Reis, im Gegensatz zum unverarbeiteten Pirinç. Reis wird sehr oft und in vielen verschiedenen Variationen verwendet. Einige davon sind:

  • Bulgur Pilavı ist ein Gericht aus Bulgur-Weizen.
  • Domatesli Pirinç Pilavı ist Reis mit Tomaten.
  • İçli Pilav ist ein Reisgericht, bei dem Zwiebeln, Leber, Pinienkerne und Sultaninen mitgekocht werden, raffiniert gewürzt mit Dill, Zimt und Piment.
  • Meyhane Pilavı besteht aus Bulgur-Weizen mit Gemüse, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, schwarzem Pfeffer und rotem Chili (Pul Biber).
  • Nohutlu Pilav ist Reis mit Kichererbsen.
  • Pilav Üstü Kuru Fasulye ist ein Eintopf aus weißen Bohnen auf Reis.
  • Pilav üstü tavuk oder auch Tavuklu Pilav bezeichnet Hühnchen (mundgerecht zerkleinert) auf Reis.
  • Sade Pilav ist einfach gekochter Reis als Beilage.
  • Sebzeli Pilav ist Reis mit verschiedenem Gemüse vermischt.
  • Şehriyeli Pilav
    • Şehriye sind gebräunte Nudeln, die dem Reis untergemischt werden.
    • Erişte bezeichnet hausgemachte Şehriye.
    • Arpa Şehriye sind gebräunte Nudeln in der äußeren Form von Gerstenkörnern und heißen dementsprechend Arpa Şehriye, also Gersten-Nudeln.

Weitere Hauptgerichte

Lahmacun mit Beilagen
Verzehrfertige Mantı mit Joghurt und Paprika-Butter-Sauce
  • Alinazik sind Auberginen, die mit einem Püree aus Joghurt, Knoblauch, Gewürzen und Rind- bzw. Lammfleisch gefüllt, und mit ausgelassener Butter und Paprika übergossen werden.
  • Bamya, ein Gericht aus Okra-Gemüse.
  • Biber Dolması sind gefüllte Paprika.
    • Etli Biber Dolması sind unter anderem mit Hackfleisch gefüllt und werden mit einer eigenen Soße oder mit Joghurt serviert.
    • Zeytinyağlı Biber Dolması „mit Olivenöl zubereitete gefüllte Paprika“, beinhalten eine in Olivenöl angebratene Füllung aus Reis, Pinienkernen, Sultaninen und Zwiebeln, raffiniert gewürzt mit Dill, Zimt und Piment.
  • Börek ist eine türkische Variante eines Auflaufs oder Strudels aus Yufka-Teig mit einer würzigen Füllung aus Hackfleisch, Schafskäse, Spinat oder anderem Gemüse und Petersilie.
  • Gözleme sind dünne, meist würzig gefüllte Fladenbrote aus Yufka-Teig. Gözleme wird eher in Haushalten oder auf Wochenmärkten zubereitet. Die gängigsten Varianten sind:
    • Ispanaklı Gözleme, mit Spinat.
    • Kıymalı Gözleme, mit Hackfleisch.
    • Patatesli Gözleme, mit Kartoffeln.
    • Peynirli Gözleme, mit Ziegenkäse.
  • Hamsi ist eine Sardellen-Art (Engraulis encrasicolus), die für den türkischen Markt im Schwarzen Meer gefangen und in den Wintermonaten als günstiges und sehr populäres Essen konsumiert wird. Dazu wird der Fisch ausgenommen, in Mehl paniert und in der Pfanne gebraten (Hamsi Tava). Die häufigste Servier-Form ist mit Salat im Brot (Ekmek Arası Hamsi).
  • İmam bayıldı ist ein Gericht aus gefüllten Auberginen.
  • Kavurma sind alle Arten von geschmortem Fleisch oder Gemüse, in touristischen Gegenden auch als Osmanische Pfanne angeboten.
  • Keşkek ist eine zeremonielle Speise, die bei religiösen Festlichkeiten serviert wird, ebenso bei Hochzeiten und Beschneidungen. Geschälte Weizenkörner werden in großen Töpfen mit Lammfleischstücken am Knochen und Butter gekocht, Zwiebeln und Gewürze kommen hinzu. Die Zubereitung ist eine Gruppenaktivität, häufig mit Musikbegleitung. So werden die Stärksten herangezogen, die kochende Mischung mit Fleischhämmern zu bearbeiten. Keşkek ist mit vielen Begriffen und Sprichworten in der türkischen Sprache vertreten und wurde 2011 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
  • Kokoreç – würziges Grillgericht aus Lamm-Därmen.
  • Kızartma heißen in Öl frittierte Gerichte, zumeist werden Gemüse wie Paprika, Auberginen, Zucchini verwendet.
  • Kuru Fasulye ist ein Eintopf aus weißen Bohnen und wohl eines der typischsten und populärsten türkischen Gerichte.
  • Kuzu Çevirme ist Lamm, das am Spieß im Ganzen über dem Feuer gebraten wird.
  • Kuzu Tandır ist Lamm, das im Lehmofen geschmort wird.
  • Lahmacun, auch türkische Pizza genannt, ist ein Imbiss aus dünnem Fladenbrot mit Hackfleisch, feingehacktem Gemüse und Gewürzen. Lahmacun wird meistens in den Variationen „scharf“ und „normal“ angeboten. Lahmacun werden nach dem Servieren meist mit Petersilie und einigen Tropfen Zitrone versehen, um dann vor dem Verzehr aufgerollt zu werden. Diese Rolle wird dann mit der Hand gegessen.
    • Fındık Lahmacun (wörtlich „Haselnuss-Lahmacun“, wobei „Haselnuss“ in der Bedeutung von „Mini“ steht) ist die kleinere Variante.
    • Kayseri Yağlaması (wörtlich „Kayserier Geöltes“) ist eine Art Lahmacun aus der Region Kayseri, bei der jedoch dünneres Fladenbrot, das sogenannte Şebit, verarbeitet wird und das Hackfleisch wesentlich fettiger ist. Die Fladen werden dabei übereinander gestapelt, so dass auch die Unterseiten mit Öl in Verbindung kommen. Vor dem Verzehr wird die oberste Schicht mit Knoblauch-Joghurt bestrichen und dann serviert.
  • Mantı – kleine gefüllte Teigtäschchen (Ravioli ähnlich), die erst mit Joghurt übergossen und anschließend mit einer Soße aus ausgelassener Butter und Pul Biber serviert werden.
  • Patlıcan Musakka ist ein Auberginen-Moussaka.
  • Şırdan ist ein Gericht aus mit Reis und Hackfleisch gefülltem Labmagen vom höchstens einjährigen Schaf, das der Region Adana zugerechnet wird.
  • Türlü ist die türkische Form des Ratatouille.
  • Yaprak Sarma sind gefüllte Weinblätter, die Füllung besteht aus Reis und Hackfleisch.
    • Etli Yaprak Sarma sind mit Reis und Hackfleisch gefüllt und werden mit einer eigenen Soße oder mit Joghurt serviert.
    • Zeytinyağlı Yaprak Sarma „mit Olivenöl zubereitete gefüllte Weinblätter“, beinhalten eine in Olivenöl angebratene Füllung aus Reis, Pinienkernen, Sultaninen und Zwiebeln, raffiniert gewürzt mit Dill, Zimt und Piment.

Gemüse

Dessert und Süßwaren

Lokum
Sütlaç aus dem Ofen
Cevizli Sucuk oder Maraş Sucuğu

Gebäck

Getränke

Kahve
Anstoßen mit Raki über verschiedenen Vorspeisen
Emine Ülker Tarhan mit einem Çay

Tafel-Kultur

Tepsi aus Sivas

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Tafel anzurichten:

Traditionell werden die einzelnen Bestandteile auf dem Tisch aufgebaut und jeder kann sich direkt aus den Schalen bedienen, ohne sich sein eigenes Menü auf dem Teller zusammenzustellen. Türkische Tafeln bestechen durch ihre Bescheidenheit und das Fehlen jeglicher Dekoration. Der Schwerpunkt liegt auf der Herrichtung der Speisen. Das Brot wird nicht geschnitten, sondern je nach Bedarf von Hand abgerissen. Oftmals wird es dann in Form eines kleinen Löffels gebogen, so dass man mit ihm den Happen aus dem Topf aufnehmen und samt Brot verzehren kann. Nach der Mahlzeit lädt diese Art der Tafel in höchstem Maße zu langem Verweilen und ausgedehnten Gesprächen ein. In Restaurants und Stadt-Haushalten ist der europäische Tisch bevorzugte Tafelform.

Literatur

Commons: Türkische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 D. Karaosmanoglu: Eating the past: Multiple spaces, multiple times -- performing `Ottomanness' in Istanbul. In: nternational Journal of Cultural Studies. Band 12, Nr. 4, 15. Juni 2009, S. 339–358, doi:10.1177/1367877909104242 (sagepub.com [abgerufen am 4. Januar 2017]).
  2. 1 2 3 Maren Möhring: Fremdes Essen: Die Geschichte der ausländischen Gastronomie in der Bundesrepublik Deutschland. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-486-71779-2, S. 385 ff. (google.de [abgerufen am 5. Januar 2017]).
  3. ↑ Amin Farzanefar, Lale Konuk (Hrsg.): Zuhause in Almanya Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten (Dossier, PDF). Heinrich-Böll-Stiftung November 2011 S. 54
  4. 1 2 Amin Farzanefar, Lale Konuk (Hrsg.): Zuhause in Almanya Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten (Dossier, PDF). Heinrich-Böll-Stiftung November 2011 S. 55
  5. 1 2 Amin Farzanefar, Lale Konuk (Hrsg.): Zuhause in Almanya Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten (Dossier, PDF). Heinrich-Böll-Stiftung November 2011 S. 58
  6. ↑ Maren Möhring: Fremdes Essen: Die Geschichte der ausländischen Gastronomie in der Bundesrepublik Deutschland. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-486-71779-2, S. 328 (google.de [abgerufen am 6. Januar 2017]).
  7. 1 2 Erol: Türkische Küche: beste und beliebteste Gerichte (Spezialitäten und Essen). In: istanbultrip.info, 30. März 2022, abgerufen am 22. Januar 2024.
  8. ↑ Kolaylezzet: ACILI EZME SALATA. Abgerufen am 21. September 2026 (türkisch).
  9. ↑ Star TV, Lezzetin Haritası, Ezgi Sertel, 20. Juli 2017
  10. ↑ Ceremonial Keşkek tradition. UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2011, abgerufen am 22. Januar 2024 (englisch).
  11. ↑ Neşem Çelik: Fındık Lahmacun. In: Önce Vatan Gazetesi. 2. März 2018, abgerufen am 26. Oktober 2020 (türkisch).
  12. ↑ Tuğçe Sayın: Yağlama Nedir ve Nasıl Yapılır? In: Harbiyiyorum. 15. Dezember 2015, abgerufen am 26. Oktober 2020 (türkisch).