Franklin-Methode

Die Franklin-Methode ist eine weltweit angebotene Bewegungslehre, erfunden Anfang der 1980er Jahre von dem Schweizer Sportwissenschaftler Eric Franklin. Der Schwerpunkt soll auf mentalem Training liegen. Mit der Hilfe von „Gedankenbildern“ (Dynamic Neurocognitive Imagery abgekürzt: DNI) soll die Franklin-Methode das Körper- und Bewegungsempfinden des Übenden und dadurch sportmotorische Fähigkeiten wie Kraft, Beweglichkeit und Koordination steigern.

Die Franklin-Methode beruft sich auf die Ideokinese, eine von Mabel Elsworth Todd (1874–1956) gegründete Bewegungslehre der 1930er Jahre, und will Elemente aus Sportwissenschaft, der Psychomotorik, von fernöstlichen Bewegungslehren, Kinesiologie, Alexander-Technik, Feldenkrais-Lehre, Yoga, Pilates, und der Neuroplastizität einbeziehen.

Anwendung

Studienlage

Eine Studie sieht DNI-Training als eine vielversprechende Rehabilitationsmethode zur Verbesserung der Vorstellungskraft, der Schwere der Erkrankung, sowie der motorischen und nichtmotorischen Funktionen bei Patienten mit Parkinson. Anwender verweisen auch auf eine unveröffentlichte Studie der privaten Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung in der Medizin (GESOMED) aus dem Jahr 2010. Zudem gibt es Studien mit kleinen Gruppen von Tänzern und einen Erfolgsbericht mit Musikern.

Ausbildung

Der Begriff ist wettbewerbsrechtlich geschützt. Das Institut für Franklin-Methode in Wetzikon (Schweiz) bietet Workshops an und bildet Bewegungspädagogen der Franklin-Methode aus. Die Ausbildung ist auf drei oder für Lehrtrainer auf fünf Jahre angelegt. Studenten sind meist Tanzpädagogen, Rhythmiker, Physiotherapeuten, Yoga-, Tai Chi- und Pilates-Lehrer, Sportlehrer sowie Leistungssportler.

Es gibt Seminare für die Franklin-Methode an der Hochschule für Tanz und Musik in Köln (Deutschland), an der Universität Wien (Österreich) und an der Juilliard School in New York. Die Franklin-Methode kann in der Tanzmedizin eingesetzt werden.

Quellen und Einzelnachweise

  1. ↑ William H. Watkins, Eric Franklin: Breakdance. Contemporary Books, USA, 1984.
  2. ↑ A. Bernard, U. Stricker, W. Steinmüller: Ideokinese - Ein kreativer Weg zu Bewegung und Körperhaltung. Huber, Bern / Göttingen / Toronto / Seattle 2003.
  3. ↑ Bella Réssy: Embodiment - Verkörperung mit der Franklin-Methode. Raumkreise.
  4. ↑ Amit Abraham et al.: Dynamic Neuro-cognitive imagery improves mental imagery ability, disease severity and motor and cognitive functions in people with parkinsons's disease. In: Neural Plast. Mar 14;2018 doi: 10.1155/2018/6168507
  5. ↑ Klaus Riemann: Evaluation der Franklin-Methode. Hrsg.: Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung in der Medizin [GESOMED]. 2010.
  6. ↑ Teresa Heiland, Robert Rovetti: Which images and image categories best support jump height? In: R. Solomon, J. Solomon (Hrsg.): Abstracts of the 20th Annual Meeting of the International Association for Dance Medicine & Science 2010. IADMS, Birmingham, UK 2010, S. 74–75.
  7. ↑ Heiland Teresa L. et al. Effects of visual, auditory and kinesthetic imagery interventions on dancers plié arabesques. In: Journal of Imagery Research in Sport and Physical Activity Vol 7, 2012 : Issue 1, Article 5 doi:10.1515/1932-0191.1065
  8. ↑ Heiland Teresa L. et al. Examining effects of Franklin Method metaphorical and anatomical mental images on college dancers’ jumping height. In: Research in Dance Education Volume 14, 2013 - Issue 2 doi:10.1080/14647893.2012.712105
  9. ↑ Rosa Diketmüller: Musik und Muskeln. Locker sein macht stark. Wege zu gesundem und bewusstem Musizieren. Evaluation Abschlussbericht. Projektleitung Walter Wretschitsch und Silvia Erdik. Universität Wien, Februar 2010, S. 12–13 und S. 62.
  10. ↑ Institut für Franklin-Methode, Wetzikon, Schweiz https://franklin-methode.ch/
  11. ↑ Elisabeth Exner-Grave (Hrsg.): Tanzmedizin. Schattauer Verlag, Stuttgart 2008, S. 121–126; Institut für Franklin-Methode, Wetzikon, Schweiz.