Die Leistung von Kappenberg besteht darin, in Deutschland in den Chemieunterricht den Computer eingeführt zu haben. Diese Digitalisierung des Chemieunterrichts betrieb er besonders zu Beginn gegen die vorherrschende Lehrmeinung. Er entwickelte kostenfreie Software für alle Bereiche der Schulchemie, wobei aber das Experiment im Fokus blieb. Für die Akzeptanz der Digitalisierung verbesserte er gemeinsam mit Schülern entsprechende Apps, Schnittstellen und zugehöriges Begleitmaterial ständig und passte sie an die Neuentwicklungen der Computerwelt an.
Seit 1985 war er in der Leitung des 1979 in Stuttgart am Chemischen Institut Dr. Flad vom damaligen Juniorchef Wolfgang Flad gegründeten „Arbeitskreis Computer im Chemieunterricht“, seit 1992 als „Arbeitskreis Kappenberg“ (AK). Der Verbreitung dienten inzwischen über 600 Chemielehrerfortbildungen im deutschsprachigen Raum.
Arbeiten zur Digitalisierung des Chemieunterrichts
1980 übernahm Kappenberg im AK das Sammeln und Editieren der Computerprogramme. Lehrer konnten diese kostenlos von einer Mailbox per Akustikkoppler laden oder auf Disketten und später auf CD beziehen. Kappenberg veröffentlichte in einer Sonderausgabe von CLB-Memory einen Test von computertauglichen Messgeräten für den Chemieunterricht. Mit den Schülern (und für diese) wurden einfache LowCostExperimente, z.B. auf der Basis von Medizintechnik, ersonnen und erprobt.
Zentrale Entwicklungen:
App-Sammlungen für HTML5 und verschiedene Betriebssysteme wie iOS oder Android und Teacher’s Helper: AK MiniLabor,
ein universelles Chemiemessgerät (ohne Schalter und Knöpfe) All-Chem-Misst II,
wissenschaftliche Untersuchungen in der Schule mit dem modularen Gaschromatograph und
Übungen, Test und Messwerte für Alle mit dem WLAN-basierten Teacher’s Helper.
2023 Ehrenmitglied der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh).
Schriften
1977: Substituenten- und Heteroatomeinflüsse in nichtalternierenden π-Systemen [Pi-Systemen], Dissertation Uni Münster
1983: Programmkatalog Computer im Chemieunterricht Verlag Dr. Flad, Stuttgart, ISBN 3-88307-022-X.
1988: Programmkatalog Computerprogramme, Meßmodulsystem, Arbeitsmaterialien Verlag Dr. Flad, Stuttgart, ISBN 3-88307-025-4.
1994: Materialien für den Chemieunterricht, Band 1, Hardware und Programme, Band 2, Analytik, Band 3 Spektroskopie, Eigenverlag, Münster (Anmerkung: Alle Materialien stehen seit 2002 kostenlos zum Download in der Datenbank des AK zur Verfügung).
↑W. Flitsch, F. Kappenberg, H. Schmitt: N‐Brückenkopfbicyclische π‐Systeme: Derivate des Pyrrolizins und 3a‐Azaazulens (Pyrrolo [1, 2‐a] azepins). Chemische Berichte 111(6) (1978), S. 2407–2422.
↑Michael Reisinger:Empfehlungen für eine zeitgemäße Ausstattung des Chemiebereichs. Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, München 2020, S.60.
↑Chemie? - aber sicher! Experimente kennen und können. In: Akademie für Lehrerfortbildung (Hrsg.): Akademieberichte. 3. Auflage. Band475. Dillingen Oktober 2014, S.03–6–20,03–25–26.