Fredagstaco oder tacofredag (dt. Freitagstaco bzw. Taco-Freitag) ist eine in den 1990er Jahren entstandene kulinarische Tradition in Schweden und Norwegen und gilt als Beispiel für Glokalisierung, bei der Objekte eine lokale Ausprägung annehmen, die weit über ihren ursprünglichen geografischen Bezug hinaus geht. Von einem zunächst exotischen Trend wurde der freitägliche Taco zu einem Bestandteil der norwegischen und schwedischen Esskultur.

Aufgrund der Nachfrage von texanischen Gastarbeitern in der norwegischen Ölindustrie begann der Lebensmittelhändler Allert Middelthon in Stavanger 1965 mit dem Import von Taco-Zutaten wie Tortillachips und Salsa nach Norwegen, wo diese Nahrungsmittel bis dahin weitgehend unbekannt waren. Bis in die 1970er Jahre gehörten vor allem die nordamerikanischen Arbeiter zu den häufigsten Taco-Konsumenten. Während der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko gewannen mexikanische Gerichte in Norwegen an Popularität und ab 1973 begann die Firma Oluf Lorentzen mit dem Import von Old-El-Paso-Produkten. 1982 etablierte Old El Paso sein erstes internationales Verkaufskontor in Norwegen und die ersten mexikanischen Restaurants eröffneten. Auch in Schweden versuchte sich Old El Paso ab den 1980er Jahren mit Taco-Produkten zu etablieren.
Während der Fussball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA traf die norwegische Mannschaft auf Mexiko und Tacos wurden als Teil einer Marketing-Kampagne für Tex-Mex-Küche weiter popularisiert. In den 1990er Jahren etablierten sich Tacos in einer Vielzahl von Zubetreitungsformen in der norwegischen Küche, selbst eine Grandiosa-Tacopizza kam 2001 auf den Markt. Die harten Mais-Tortillas wurden dabei von weichen Weizen-Tortillas überwiegend verdrängt.
Der norwegische „National-Taco“ wird heute normalerweise in weichen Weizen-Tortillas mit Hackfleisch, Gemüse, Käse, Sauerrahm und verschiedenen Saucen zubereitet. Das Statistische Zentralbüro Norwegens erfasst den „Taco-Index“, bei dem die Verbraucherpreise für definierte Standardzutaten eines norwegischen Tacos zur Berechnung der Inflation herangezogen werden.
Neben dem definierten „Standard-Taco“ existieren zahlreiche weitere Varianten des Gerichts. 2016 fand in Oslo erstmals eine „norwegische Taco-Meisterschaft“ statt, die mit einem Taco mit Krebsfleisch, Chorizo und Ananas gewonnen wurde. Die Autorin Helle Øder Valebrokk veröffentlichte 2024 das Buch Taco!, das 52 Rezepte für den wöchentlichen fredagstaco eines Jahres enthält und für den Norli-Kochbuchpreis nominiert wurde.

Der Freitagabend gilt in Norwegen traditionell als Familienabend mit gemeinsamem Abendessen und Unterhaltung, was teilweise auf die 1960 eingeführten festen Sendezeiten des norwegischen Fernsehens zurückgeht. Da Tacos, ähnlich wie Pizza oder Sushi, mit den Händen gegessen werden, eignen sie sich dabei als einfache „Sofa-Mahlzeit“ vor dem Fernseher. Während Pizza und Sushi jedoch an verschiedenen Tagen etwa gleich häufig verzehrt werden, stechen Freitage für Tacos deutlich heraus. Tacos gehören heute zu den populärsten Abendessen (middag) in Norwegen und waren laut einer Umfrage der Zeitschrift Verdens Gang im Jahr 2012 mit 8,2 % Anteil das beliebteste Essen an Freitagabenden. Gemäß dem Middagsdagboken des Marktforschungsunternehmens Ipsos verzehrten im Jahr 2017 etwa 13 % der Norweger jeden Freitag Tacos und 50 % aller Norweger bzw. 80 % der Norweger unter 40 aßen Tacos mindestens einmal im Monat. 2025 rangierten Tacos auf Rang drei der beliebtesten Gerichte und wurden von 17 % der Norweger als Freitagsessen gewählt.
Die Tradition des Fredagsmys (etwa: gemütlicher Freitag) wird in Schweden mit der Einführung von Fernsehwerbung im schwedischen Rundfunk 1990 verbunden, als der Begriff durch Werbespots des Chips-Herstellers OLW geprägt und popularisiert wurde. Wie in Norwegen etablierte sich der Freitag als Familienabend mit Prime-Time-Fernsehunterhaltung und es eröffnete sich gleichzeitig den Markeninhabern von Old El Paso die Möglichkeit, durch Spots, in denen die „Konstruktion“ eines Tacos mit verschiedenen Zutaten dargestellt wurde, das Gericht für die Bevölkerung besser zugänglich zu machen. Fredagsmys und fredagstaco wurden in der Folge eng verknüpft. Der Göteborger Gewürzmittelproduzent Nordfalk begann 1991 ebenfalls, Produkte der Tex-Mex-Küche anzubieten, und benannte sich 2001 in Santa Maria um, um sich gezielter im diesem Markt zu positionieren, den die Firma heute national noch vor Old El Paso dominiert.
In Schweden enthalten Taco-Sets üblicherweise fertige harte Taco-Schalen oder seltener auch weiche Tortillas sowie Päckchen mit Gewürzmischungen und Becher mit verzehrfertiger Salsa oder Guacamole.