Fretter wurde erstmals im Jahr 1279 als Vreter erwähnt. Die genaue Bedeutung des Ortsnamens ist umstritten. Ältere Überlegungen gehen von einem alten Gewässernamen *Fratira für den Fretterbach aus. Neuerdings wird als Ausgangsform altsächsisch*Frėttja, eine Ableitung von *frėttjan „abweiden lassen“, angesetzt. Fretter wäre somit der „Ort bei einem Weideplatz“. Unter welchen Umständen das -r angefügt wurde und welche Rolle der Fretterbach dabei spielt, bleibt allerdings unklar.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Fretter sind unter anderem Unternehmen folgender Branchen zu finden: Orthopädieschuhtechnik, Holzproduktion, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung, Sprengstoffe, Getränkegroßhandel, Busunternehmen, Automatisierungstechnik, Forstwirtschaft, Spedition, Bauunternehmen, Vermietung von Baumaschinen, Gastronomie.
Verkehr
Die L 737/880 führt als Hauptverkehrsstraße durch den Ort und verbindet Fretter mit Finnentrop und Bamenohl sowie mit Eslohe. Es bestehen Busverbindungen in Richtung Finnentrop und Eslohe. Darüber hinaus gibt es Verbindungen Richtung Oedingen (L 737) und Ostentrop (K 30). Früher verfügte Fretter über einen eigenen Eisenbahnanschluss an der damaligen Bahnstrecke Finnentrop–Wennemen.
In der Knochenmühle von Fretter kann man an ausgewählten Tagen im Jahr sehen, wie man vor über 100 Jahren mit reiner Wasserkraft Tierknochen zermahlen hat. Das Stampfwerk vom Typ der „Kalifornischen Poche“ stammt aus einer Eisenhüttenanlage und ist damit das letzte erhaltene Pochwerk in Nordrhein-Westfalen und bundesweit das älteste Exemplar dieses Typs (um 1860). Die Knochenmühle wurde 1987 unter A26 in die Denkmalliste der Gemeinde Finnentrop eingetragen.
Zwischen einem Wald und dem Fretterbach liegt der „Ruhrmanns Teich“.
Im Juli 2013 erschien über das Dorf ein Hörstück, das unter anderem Bezug nimmt auf das holzverarbeitende Gewerbe sowie auf die Nachbardörfer Deutmecke und Ostentrop.
Nachdem die alte Kapelle, welche urkundlich ab 1509 erwähnt wird, infolge fortgesetzter Zunahme der Einwohnerzahl zu klein geworden war, wurde sie 1929 abgerissen.
Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1926 begonnen, so dass die Grundsteinlegung am 1. Mai 1927 erfolgen konnte. Am 29. Juni 1933, am Peter-und-Pauls-Tag, nahm der Paderborner Erzbischof Caspar Klein die feierliche Konsekration vor. Die Orgel wurde in den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges beschädigt und wurde 1946 durch das Orgelbauunternehmen Stockmann aus Werl instand gesetzt.
St. Matthias Fretter
Innenraum St. Matthias Fretter
Orgel St. Matthias Fretter
Vereine
Schützenbruderschaft St. Matthias (1860) (seit 2017 erstmals mit einer Jungschützenabteilung)
Sportverein Fretter (1945) (seit Saison 2014–2015 mit dem SV Serkenrode in einer Spielgemeinschaft als SG Serkenrode/Fretter Größter Erfolg Aufstieg in Bezirksliga 2017)