Frieda (2026)

Film
Titel Frieda
Produktionsland Deutschland, Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 102 Minuten
Produktions­unternehmen Kurhaus Production, Wega Film
Stab
Regie Felix Hassenfratz
Drehbuch Felix Hassenfratz
Produktion
  • Christoph Holthof
  • Daniel Reich
  • Veit Heiduschka
  • Julia Heiduschka
  • Christian Bachmann
Musik
  • Benedikt Palier (Filmmusik)
  • Dana Plaul (Titelmusik)
Kamera Michael Kotschi
Schnitt Niki Mossböck
Besetzung

Frieda ist ein deutsch-österreichisches Filmdrama von Felix Hassenfratz aus dem Jahr 2026. Der Film verbindet die Perspektive eines Kindes mit Elementen des magischen Realismus. Im Mittelpunkt steht eine Elfjährige, die im Süddeutschland des Jahres 1984 mit ihrer Fantasie gegen das Schweigen um eine verleugnete Schwester aufbegehrt. Naila Schuberth spielt die Titelrolle; an ihrer Seite sind Julia Jentsch, Rafael Stachowiak und Dana Plaul zu sehen. Die Weltpremiere fand am 14. Oktober 2026 im Wettbewerb 1–2 des Internationalen Filmfestivals Warschau statt.

Handlung

Süddeutsche Provinz, 1984: In der Nachbarschaft liegt eine US-Kaserne, und die Angst vor einem Atomkrieg wächst. Zu Hause spürt Frieda, eine elfjährige Träumerin, dass ihre Eltern etwas vor ihr verbergen. Auf der Suche nach Antworten stößt sie auf die Spur von Aneke, einer verleugneten Schwester, die sie nie kennenlernen durfte. Den Lügen der Erwachsenen setzt Frieda ihre Fantasie entgegen. Als Aneke in ihrer Wirklichkeit erscheint, erschüttert dies eine Familienordnung, deren Zusammenhalt auf dem Schweigen über die Vergangenheit beruht.

Die aus Friedas Sicht erzählte Geschichte umfasst drei Generationen. Verdrängte Erfahrungen wirken im Leben der Nachgeborenen fort. Mit ihren fantastischen Bildern nähert sich Frieda dem, worüber die Erwachsenen nicht sprechen, und stellt eine Ordnung infrage, die nur Bestand hat, solange niemand Fragen stellt.

Produktion

Nach seinem Spielfilm Verlorene (2018) entwickelte Hassenfratz das Projekt während eines Stipendiums an der Villa Aurora in Los Angeles im Jahr 2019 weiter. Für das damals noch unverfilmte Drehbuch Frieda – Kalter Krieg wurde er 2022 für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert. Die Jury hob die Verbindung von Poesie, Schmerz und Humor sowie die kindliche Suche nach Wahrheit hervor und bezeichnete die Erzählung als „ein herausragendes Drehbuch“.

Der Film entstand als Koproduktion von Kurhaus Production und Wega Film unter Beteiligung von SWR, WDR und SR. Die Dreharbeiten fanden von August bis September 2025 in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen statt. Gefördert wurde die Produktion von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, der Film- und Medienstiftung NRW, dem Deutschen Filmförderfonds und dem Österreichischen Filminstitut.

Als Produzenten zeichneten Christoph Holthof, Daniel Reich, Veit Heiduschka, Julia Heiduschka und Christian Bachmann verantwortlich. Die Kamera führte Michael Kotschi, den Schnitt übernahm Niki Mossböck. Die Filmmusik komponierte Benedikt Palier.

Inklusive Besetzung und Titelmusik

Die Rolle der blinden Aneke wurde mit der ebenfalls blinden Darstellerin Dana Plaul besetzt. Plaul wurde über ein umfangreiches Laiencasting für die Rolle gefunden und gab mit Frieda ihr Filmdebüt.

Hassenfratz bezeichnet die Suche und Besetzung als Pionierarbeit, da blinde Darstellerinnen und Darsteller im deutschen Film aus seiner Sicht bislang kaum präsent seien.

Neben ihrer Arbeit als Darstellerin war Plaul auch als Komponistin an dem Film beteiligt: Sie schrieb dessen Titelmusik.

Gestaltung von Wirrwarr

Für die fantastische Figur Wirrwarr entwarf der Spezialeffektkünstler Leonardo Cruciano von Imaginari Factory das Design und das Ganzkörperkostüm (Creature Suit).

Gespielt wird die Figur von Anne Weinknecht.

Cruciano hatte zuvor unter anderem an Matteo Garrones Il racconto dei racconti gearbeitet.

Festivalpräsentation

In Warschau wurde Frieda im Wettbewerb 1–2 des Internationalen Filmfestivals gezeigt. Auf die Weltpremiere am 14. Oktober 2026 folgten zwei weitere Vorführungen am 15. und 16. Oktober. Auf die Frage nach Weltpremieren, auf die das Festival besonders stolz sei, hob Programmleiter Bartek Pulcyn Frieda in einem Interview mit The Hollywood Reporter neben drei weiteren Wettbewerbsfilmen hervor. Er zählte den Film zu den Premieren, über deren Präsentation er sich besonders freue.

Der Film wurde außerdem in das Programm der 60. Internationalen Hofer Filmtage aufgenommen.

Auch für den Spielfilmwettbewerb der 48. Biberacher Filmfestspiele 2026 wurde Frieda ausgewählt.

Nominierungen und Wettbewerbsteilnahmen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Frieda. In: Warsaw Film Festival. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Frieda. In: Internationale Hofer Filmtage. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  3. 1 2 Frieda. In: Kurhaus Production. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  4. 1 2 „Frieda – Kalter Krieg“ für den Deutschen Drehbuchpreis 2022 nominiert. In: MFG Filmförderung Baden-Württemberg. 24. März 2022, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  5. 1 2 Frieda. In: Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ Frieda – Kalter Krieg. In: Crew United. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  7. ↑ Leonardo Cruciano. In: Centro Sperimentale di Cinematografia. 19. Mai 2020, abgerufen am 19. Oktober 2026 (italienisch).
  8. ↑ Georg Szalai: “Less Red Carpet, More Love of Cinema”: The Warsaw Int’l Film Festival Wants to Be a Destination for Discovery. In: The Hollywood Reporter. 18. Oktober 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  9. 1 2 10 Filme im Rennen um den Förderpreis Neues Deutsches Kino. In: Internationale Hofer Filmtage. 13. Oktober 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  10. ↑ Programm. In: Biberacher Filmfestspiele. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  11. ↑ Festival – Die Filmfest-Biber. In: Biberacher Filmfestspiele. Abgerufen am 20. Oktober 2026.
  12. ↑ Regulamin 42. Warszawskiego Międzynarodowego Festiwalu Filmowego. (PDF) In: Warsaw Film Festival. 25. März 2026, abgerufen am 20. Oktober 2026 (polnisch).
  13. ↑ 18 films in the running for the PHAROS Shiver Screen Award. In: Internationale Hofer Filmtage. 13. Oktober 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).