
Friederike Oeser (* 1748 in Dresden; † 13. Juni 1829 in Leipzig) war eine Jugendfreundin Goethes (1749–1832).
Friederike war das älteste der acht Kinder des Malers und Bildhauers Adam Friedrich Oeser (1717–1799) und seiner Ehefrau Rosine Elisabeth geborene Hohburg, von denen nur vier das Erwachsenenalter erreichten. 1759 zog die Familie nach Leipzig, wo Oeser erster Direktor der neu gegründeten Leipziger Zeichenakademie wurde. Zu diesem Amt gehörte eine Dienstwohnung in der Pleißenburg, wo sich auch die Zeichenakademie befand. Ab 1765 nahm der sechzehnjährige Goethe, der seit jenem Jahr zum Jurastudium in Leipzig weilte, bei Oeser Zeichenunterricht.

Die Sommer verbrachte die Familie Oeser in einem zunächst gemieteten, später in Oeserschem Besitz befindlichen Landhaus im Dorf Dölitz etwa sechs Kilometer südlich von Leipzig. Auch Goethe war hier zu Besuch und lernte dabei 1766 die ein Jahr ältere Friederike kennen. Die beiden wurden Freunde trotz seines Liebesverhältnisses mit Käthchen Schönkopf. Friederike übernahm auch nach Goethes schwerem Blutsturz 1868, der ihn zur Aufgabe des Leipziger Studiums zwang, den Hauptteil der Krankenpflege. Nach Goethes Abreise bestand die Freundschaft per Briefwechsel fort. In einem Brief widmete er ihr das Gedicht An Mademoiselle Oeser. Auch bei Goethes späteren Leipzigbesuchen trafen sie sich.
Friederike Oeser verfasste für ihren Vater die Korrespondenzen und kümmerte sich um seine Angelegenheiten. Auf diese Weise kam sie in Kontakt mit zahlreichen Größen ihrer Zeit, wie Lessing, Diderot, Gleim, Basedow und Winckelmann. Sie war belesen, spielte Klavier und war befreundet mit der Sängerin Corona Schröter und der Malerin Juliane Bause. Trotz der Narben aus einer in der Jugend erlittenen Pockenerkrankung galt sie als anziehend und war mit ihrem Konversationstalent häufig der Mittelpunkt von Gesellschaften.
Als unverheiratete Frau lebte sie bei den Eltern. Nach dem Tode ihrer Mutter 1794 besorgte sie auch die Hauswirtschaft. Als der Vater fünf Jahre später starb, war sie ohne Versorgung. Sie verkaufte das Haus in Dölitz sowie zahlreiche Werke des Vaters und lebte zeitweise bei der Familie ihrer Schwester Wilhelmine Geyser in Eutritzsch und zuletzt bei dem Kunsthändler Carl Gustav Boerner (1790–1855), dem Schwager ihres Neffen Gottlieb Geyser (1789–1865).
Friederike Oeser wurde in der Familiengruft auf dem Alten Johannisfriedhof beigesetzt. Im Jahre 1867 wurden die sterblichen Überreste auf den Neuen Johannisfriedhof umgebettet. Nach dessen Aufhebung 1971 wurde die Grabplatte an der Ostseite der Nikolaikirche angebracht.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Oeser, Friederike |
| ALTERNATIVNAMEN | Oeser, Friederike Elisabeth (vollständiger Namee) |
| KURZBESCHREIBUNG | Jugendfreundin Goethes |
| GEBURTSDATUM | 1748 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 13. Juni 1829 |
| STERBEORT | Leipzig |