
Der Friedhof in Segnitz ist ein historisch bedeutsamer Bestattungsplatz am Rande des Altortes der unterfränkischen Gemeinde. Er wurde 1607 an der heutigen Sulzfelder Straße eingeweiht.
Die Geschichte des Segnitzer Friedhofs ist eng mit der Religionsgeschichte des Ortes verbunden. Bereits im 16. Jahrhundert nahm das markgräfliche Segnitz die Reformation an. Martin Luther forderte in seinen Schriften die Trennung von Lebenden und Toten. Deshalb verlegten viele Gemeinden ihre Grabstätten aus dem Bereich um die Kirche aufs freie Feld. Eine Seuche, der viele Bewohner des Dorfes zum Opfer fielen, war allerdings der eigentliche Auslöser für die Errichtung. Der Friedhof um die Kirche war zu eng geworden, sodass man 1607 mit den Planungen begann.
Zunächst wurde der Friedhof mit einer Mauer umgeben. Im Mai 1607 folgte die Stiftung des heute noch erhaltenen Torbogens durch den Schultheißen Hans Keesebrod, der wohl zugleich auch als Baumeister hinter dem Bogen anzusprechen ist. Die Einweihung des neuen Friedhofs erfolgte am 8. Juli 1607. Noch im selben Jahr erhielt der Friedhof ein Leichenhaus. Bis zum Jahr 1608/1609 waren auch die Arkaden hinter dem Torbogen fertiggestellt.
Oberhalb des Torbogens wurde im Frühjahr 1609 ein Giebel aufgerichtet. Dieser wurde zeitgleich mit dem Leichenhaus eingeweiht. Das Leichenhaus, das sich vielleicht in der Südecke des Friedhofs befand, wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. Heute befindet sich an der Stelle ein im 19. Jahrhundert errichtetes Gerätehaus. Im Jahr 1922 wurde der Friedhof erweitert. Der Torbogen wurde im Jahr 1956 grundlegend renoviert, wobei insbesondere die Wappentafeln stark verändert wurden.
Im Jahr 1963 beschloss der Gemeinderat den Bau eines Leichenhauses, weil die Aufbahrung der Toten im Wohnhaus als unzeitgemäß erschien. Das Haus wurde im Jahr 1965 schließlich eingeweiht. Auf dem Segnitzer Friedhof wurden im 21. Jahrhundert erstmals Urnengräber beigesetzt. Seit 2017 ermöglicht eine Friedwiese schließlich das Bestatten ohne Grabstein. Der Segnitzer Friedhof wird vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal eingeordnet.
Das Friedhofsportal besteht aus einem einfachen Rundbogen aus blaugrünem Sandstein, der an den Ecken mit diamantierten Steinen verziert wurde. Als Schlussstein wurde das markgräfliche Wappen verwendet. Es geht auf eine Stiftung des damaligen Schultheißen Hans Keesebrod zurück. Eine Inschriftentafel, die die Umstände beschreibt, wurde neben dem Durchgang eingebaut. Der Text lautet: „Hans Kesenbrod der Alt genand/ Schulthaß zu Segnitz wol bekand/ hat diesen Bogen Gott zu ehrn/ zu diesem Gotsacker tun verehrn/ Anno Dm 1607 in Maio“.
Der Giebel oberhalb des Portals ist geschwungen und wurde mit Beschlagwerk, Hörnern und Schnecken gestaltet. Im Giebeldreieck finden sich mehrere Sandsteinplatten. Sie wurden mit den Wappen der Dorfherren, den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und den Zobel von Giebelstadt, ausgestattet. Darunter findet sich eine Darstellung des Dorf- und Kirchenpatrons St. Martin. Eine Inschrift verweist auf den stetig drohenden Tod. Diese Botschaft wird noch durch das Relief eines Skeletts unterstrichen.

Das Portal leitet zu den Friedhofsarkaden über. Sie werden aus einer gedeckten, durch Holzständer gestützten Holzhalle gebildet. Zur Straße hin wird der etwa 40 Meter lange Arkadengang mit einer Bruchsteinmauer begrenzt. Während noch bis ins 18. Jahrhundert die Halle als Ort für Begräbnisse bei schlechtem Wetter genutzt wurde und das Areal wohl auch mit einer Friedhofskanzel ausgestattet war, wie sie heute noch auf den Friedhöfen in Prichsenstadt, Friedhof und Wiesenbronn zu finden ist, veränderte sich das Ritual über die Jahrhunderte. Nach 1790 wurden die Arkaden auf den Friedhöfen vor allem zur Aufbewahrung prachtvoller Epitaphien genutzt.
Das älteste jener Grabdenkmäler stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ist dem in Ungarn verstorbenen Veit Merklein gewidmet. Es zeigt eine Kreuzigungsszene in einem Renaissancerahmen und wurde von Thomas Kistner geschaffen, der ein Schüler von Peter Dell des Älteren war. Die meisten anderen Epitaphien entstammen dem 17. Jahrhundert. Einzelne Objekte wurden erst im 19. Jahrhundert geschaffen und kamen zu einem späteren Zeitpunkt in die Arkade.
| Epitaphe in Segnitz | |||||||
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| Name der Verstorbenen | Lebenszeit | Anmerkungen | |||||
| Veit Merklein | † 1542 | Kreuzigungsszene und Stifterfiguren, von Thomas Kistner | |||||
| Nikolaus Beuschel | 1570–1612 | mehrsäuliger Aufbau, im 19. Jahrhundert ergänzt | |||||
| Johannes Keßenbrodt | 1574–1636 | von Hans Keesebrod | |||||
| Lorenz Binder | 1593–1674 | Kreuzigungsszene und Stifterfiguren | |||||
| Barbara Örter | 1607–1608 | Inschriftentafel mit Wappenrelief | |||||
| Georg Adam Ulrich | 1611–1611 | von Hans Keesebrod | |||||
| Johann Friedrich Örter | 1613–1613 | Kruzifix mit Totenschädel | |||||
| Adam Ulrich | † 1625 | Inschriftentafel | |||||
| Valentin Marschall | 1631–1712 | ||||||
| Georg Adam Grimm | 1645–1705 | ||||||
| Magdalena Wunderlich | 1832–1919 | Eisenkreuz | |||||
| Johann Gottlieb Englert | 1845–1870 | Pilaster mit Inschriftentext | |||||
Koordinaten: 49° 40′ 24,2″ N, 10° 8′ 34,7″ O