
Der Friedhof Chiasso (italienisch Cimitero di Chiasso) ist der Gemeindefriedhof von Chiasso im Schweizer Kanton Tessin. Er beherbergt unter anderem Werke von Vincenzo Vela, Antonio Soldini, Apollonio Pessina und Fiorenzo Abbondio.
Der alte Friedhof von Chiasso wurde 1833 angelegt. Er befand sich südlich der Pfarrkirche San Vitale und war durch einen Prozessionsweg mit ihr verbunden. 1880, zwei Jahre vor der Eröffnung der Gotthardbahn, wurde er erweitert. Im Zuge des Ausbaus der Gleisanlagen des Bahnhofs musste er aufgehoben werden. Im Juli 1905 schrieb die Gemeinde einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für einen neuen Friedhof aus. Im September 1905 entschied sich eine Jury für den Entwurf des Architekten Adolfo Brunel mit dem Motto «Zypresse». Im Frühjahr 1912 wurden die Leichname auf dem alten Friedhof exhumiert und auf den neuen überführt. Die Gazzetta Ticinese nannte diesen Vorgang ein «makabres Schauspiel» (spettacolo macabro). Ebenfalls wurden zahlreiche Kunstwerke transferiert.
Um 1960 wurde ein Kolumbarium errichtet. 2017 erhielt der Friedhof ein modernes Krematorium.
Der Friedhof liegt unmittelbar an der Grenze zu Balerna im Westen. Nördlich verläuft die zweigleisige Strecke der Gotthardbahn, während sich südlich direkt die später angelegten Gütergleise anschliessen.
Die Anlage weist monumentale Dimensionen auf, die den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde zur Bauzeit widerspiegeln. Sie ist streng symmetrisch angelegt. Im Westen wird sie von Bogengängen abgeschlossen, in deren Wände private Grabnischen eingelassen sind. Zentral ist ein Famedio mit eklektizistischen Zierelementen eingebaut.
Der Eingang lag ursprünglich westlich des heutigen Krematoriums, wo noch immer die flankierenden Gebäude, das Friedhofwärterhaus und die Leichenhalle, stehen. Der östliche Teil des Friedhofs mit dem heutigen Eingang wurde später angelegt.
| Bild | gewidmet | Künstler | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Arnoldo Pedroni-Greco | Fiorenzo Abbondio | ||
| Fausto Valsangiacomo | Pietro Bernasconi | ||
| Leopoldina Beretta | Giuseppe Chiattone | Relief, 1909 | |
| Baldassare Summerer-Bernasconi | Apollonio Pessina | 1912, Debüt des Bildhauers im Kanton Tessin | |
| Antonio Bernasconi | Apollonio Pessina | ||
| Antonio Camponovo | Apollonio Pessina | ||
| Lovati-Vassalli | Apollonio Pessina | ||
| Pietro und Antonio Bernasconi | Ampellio Regazzoni | Bronzeplastik «Christus an der Geisselsäule», 1896 (Gipsversion 1897 an der Accademia di Brera gezeigt) | |
| Valsangiacomo | Antonio Soldini | 1881–1887, zugeschrieben | |
| Pedroni | Antonio Soldini | 1889, signiert | |
| Livio Bernasconi | Antonio Soldini | ||
| Prossard-Fossati | Antonio Soldini | ||
| Bernasconi | Vincenzo Vela | Skulptur «Der Engel der Auferstehung», 1850, signiert mit «V. Vela f.» | |
| Joseph Galli | unbekannt | Mosaik «Labor interruptus» |
| Bild | gewidmet | Künstler | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Gefallene | Fiorenzo Abbondio | italienisches Gefallenendenkmal, am 23. September 1923 eingeweiht | |
| Fiorenzo Abbondio | |||
| Benzoni | Fiorenzo Abbondio | ||
| Apollonio Pessina | |||
| Apollonio Pessina | Bronzeplastik «Leidender Mann» (weitere Abgüsse auf der Piazza Volontari in Ligornetto und am Grab Pernsch-Induni auf dem Monumentalfriedhof Lugano) | ||
| Zoppi | Luigi Secchi |
Koordinaten: 45° 50′ 16,1″ N, 9° 1′ 6,6″ O; CH1903: 722753 / 77475