Balerna

Balerna
Wappen von Balerna
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Balerna
BFS-Nr.: 5242i1f3f4
Postleitzahl: 6828
UN/LOCODE: CH BLA
Koordinaten: 721608 / 78364Koordinaten: 45° 50′ 46″ N, 9° 0′ 14″ O; CH1903: 721608 / 78364
Höhe: 306 m ü. M.
Höhenbereich: 235–346 m ü. M.
Fläche: 2,53 km²
Einwohner: 3415 (1. Januar 2026)
Einwohnerdichte: 1350 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
29,9 %
(1. Januar 2026)
Gemeindepräsident: Luca Pagani (Die Mitte)
Website: www.balerna.ch
Lage der Gemeinde
Karte von BalernaLuganerseeComer SeeItalienBezirk LuganoBalernaCastel San Pietro TIChiassoMorbio InferioreBreggia TIVacalloColdrerioMendrisioRiva San VitaleNovazzanoStabio
Karte von Balerna
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Balerna (deutsch veraltet: Balern) ist eine politische Gemeinde im Kreis Balerna im Bezirk Mendrisio des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie

Balerna von Süden

Balerna liegt zwischen Mendrisio und Chiasso. Die Nachbargemeinden von Balerna sind Chiasso, Morbio Inferiore, Castel San Pietro, Coldrerio und Novazzano.

Das historische Ortszentrum liegt etwas erhöht auf einem Hügel. Die tiefsten Gebiete der Gemeinde im Süden liegen auf 235 m ü. M., die höchsten an den Hängen zu Castel San Pietro im Norden auf rund 346 m ü. M. Im Osten liegt die Schlucht der Breggia, im Süden die Ebene der Faloppia westlich von Chiasso. In den tiefen Regionen des Vororts von Chiasso haben sich viele Industrie- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Die Autobahn A2 und die Gotthardlinie queren das Gemeindegebiet im Süden. Die Hauptstrasse 2 führt durchs Ortszentrum. Der Güterbahnhof von Chiasso liegt teilweise auf Gemeindegebiet.

Geschichte

Luftbild von Werner Friedli von 1946

Ab 865 bildete das Dorf zusammen mit dem benachbarten Castel San Pietro ein concilium (Nachbarschaft). Im 12. Jahrhundert besassen geistliche Zehntherren (decimani) sowie das Kloster Sant’Abbondio in Como Grundrechte in Balerna. Die 1115 erstmals als Barerna erwähnte Gemeinde besteht aus den Siedlungen Caslaccio, Mercole, Sant’Antonio, Bisio, Pontegana und Passeggiata. Im 13. Jahrhundert stand Balerna zunächst in Abhängigkeit der Stadt Como (Quartier Porta Sala), später in jener des Bischofs. Mit Como geriet Balerna 1335 unter die Herrschaft der Mailänder Visconti, auf die Franchino Rusca folgte.

Den Mailändern folgten 1512 die Eidgenossen, die es mit Mendrisio zu einer Vogtei vereinigten, in der Balerna seine wiederholt bestätigten Privilegien behaupten konnte. Bis 1573 hatte der Vogt in Balerna einen Gerichtshof, in den Balerna zwei plebani und Mendrisio zwei reggenti abordnete. 1798 sollte Balerna der Cisalpinischen Republik zugeschlagen werden, doch sprach sich Balerna in einer Abstimmung für den Verbleib bei der Schweiz aus. Im Dekret von Aarau vom 30. Mai 1798 wurde Balerna zusammen mit Mendrisio der Helvetischen Republik angeschlossen.

Bevölkerung

Balerna: Einwohnerzahlen von 1683 bis 2024
Jahr  Einwohner
1683
  
330
1719
  
422
1769
  
497
1799
  
545
1808
  
583
1824
  
640
1836
  
762
1850
  
889
1860
  
1.026
1870
  
1.109
1880
  
1.207
1888
  
1.333
1900
  
1.612
1910
  
1.906
1920
  
2.072
1930
  
2.259
1941
  
2.408
1950
  
2.625
1960
  
3.040
1970
  
3.885
1980
  
3.455
1990
  
3.440
1991
  
3.398
1992
  
3.414
1993
  
3.479
1994
  
3.471
1995
  
3.433
1996
  
3.454
1997
  
3.416
1998
  
3.420
1999
  
3.458
2000
  
3.446
2001
  
3.442
2002
  
3.415
2003
  
3.426
2004
  
3.444
2005
  
3.507
2006
  
3.506
2007
  
3.449
2008
  
3.468
2009
  
3.421
2010
  
3.422
2011
  
3.331
2012
  
3.303
2013
  
3.359
2014
  
3.396
2015
  
3.390
2016
  
3.385
2017
  
3.345
2018
  
3.267
2019
  
3.270
2020
  
3.240
2021
  
3.276
2022
  
3.291
2023
  
3.335
2024
  
3.356
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024

Wirtschaft

Die Einwohner sind zu 6 % in der Agrarwirtschaft, zu 20 % in der Industrie sowie zu 78 % im tertiären Sektor tätig (Stand 1990). Das 1913 gegründete, im Chemikalien- und Mineralölhandel tätige Familienunternehmen «ECSA Centonze Gruppe» und die Affinerie Valcambi haben hier ihren Sitz. Ebenfalls in Balerna produziert der Kaffeeverarbeiter Caffè Chicco d’Oro.

Sehenswürdigkeiten

Kultur

Sport

Der S.C. Balerna ist ein Fussballverein, der 2015 in der 2. Liga der Federazione Ticinese di Calcio spielt.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Balerna – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Celestino Trezzini: Pontegana. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, S. 138 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017
  6. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Mai 2026.
  7. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 6. Mai 2026.
  9. ↑ ECSA Centonze Gruppe in portal.dnb.de (abgerufen am: 2. Juni 2016)
  10. 1 2 3 4 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 451–465.
  11. ↑ Giuseppe Martinola descrive la chiesa di San Vittore Martire (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/
  12. ↑ Thomas Bitterli: Pontegana. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 28. September 2010.
  13. ↑ Balerna auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, Seite 545, (abgerufen am 31. Mai 2017).
  14. ↑ Museo del Caffè
  15. ↑ Associazione dei Librai della Svizzera Italiana (ALSI)
  16. ↑ Associazione Cultura Popolare. In: guidle.com/it/gewerbe. Abgerufen am 7. September 2024 (italienisch).
  17. ↑ Sport Club Balerna
  18. ↑ Rolando Gandolfi: Ricerche micropaleontologiche e stratigrafiche... in portal.dnb.de (abgerufen am: 2. Juni 2016)