Friedrich Prinz

Friedrich Egon Prinz (* 17. November 1928 in Tetschen, Tschechoslowakei; † 27. September 2003 in Deisenhofen bei München) war ein deutscher Historiker. Er lehrte von 1965 bis 1976 als Professor für Landesgeschichte an der Universität des Saarlandes und von 1976 bis 1995 als Professor für Vergleichende Landesgeschichte an der Universität München. Seine Forschungstätigkeit machte ihn zu einem der bedeutendsten Frühmittelalterforscher seiner Zeit.

Leben und Wirken

Friedrich Prinz war der jüngste Sohn eines Hauptschulrektors. In Tetschen besuchte er die Volksschule, danach die Oberschule bis zur sechsten Klasse. Er wurde im Winter 1943/44 noch zum Wehrdienst eingezogen. Im März 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er wegen einer Ruhr-Erkrankung schon nach kurzer Zeit entlassen wurde. Er wurde 1946 mit seiner Familie aus seiner Heimat nach Bayern vertrieben. In Passau setzte er an der Oberrealschule seine Schulausbildung fort und legte im Sommer 1949 das Abitur ab. Anschließend studierte er an der Universität Bonn Geschichte, Germanistik und Philosophie und wurde 1955 promoviert. Seine akademischen Lehrer in Bonn waren Günther Müller und Franz Steinbach. An der Universität München erfolgte 1964 seine Habilitation mit einer Arbeit über das frühe Mönchtum im Frankenreich. Sein Lehrer und Gutachter in München war Karl Bosl. Von 1965 bis 1976 lehrte er allgemeine und Vergleichende Landesgeschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Von 1976 bis 1995 wirkte er als Professor für Mittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte am Institut für Bayerische Geschichte der Universität München.

Seit 1969 gehörte Prinz dem Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat an. Seit 1979 war er ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse bei der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 1976 bis 1994 war Mitherausgeber der Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung. Er erhielt 1995 den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis und 2001 die Bayerische Verfassungsmedaille.

Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Geschichte der böhmischen Länder, die Geschichte Bayerns und das Frühmittelalter, wobei er sich intensiv mit dem Übergang von der Spätantike zum Mittelalter auseinandersetzte. Zu diesen Forschungsgebieten publizierte Prinz neben zahlreichen Aufsätzen viele, zum Teil umfangreiche Gesamtdarstellungen und Monographien, von denen etliche als Standardwerke gelten. Bis zu seinem Tod arbeitete er am ersten Band der zehnten Auflage des Gebhardt (Handbuch der deutschen Geschichte), der schließlich von Alfred Haverkamp vollendet wurde.

Schriften (Auswahl)

Monographien

Herausgeberschaften

Aufsatzsammlung

Literatur

Festschriften

Autobiographie

Darstellungen

Anmerkungen

  1. ↑ Fünfunddreißig Jahre Forschung über Ostmitteleuropa, Marburg 1985, S. 243.
  2. ↑ Eintrag bei der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.
Personendaten
NAME Prinz, Friedrich
ALTERNATIVNAMEN Prinz, Friedrich Egon
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 17. November 1928
GEBURTSORT Tetschen
STERBEDATUM 27. September 2003
STERBEORT Deisenhofen