Friedrich Carl Petit, auch Frederik Carl Petit, Fritz Petit, nach 1829 Le Petit (* 26. Mai 1809 in Kopenhagen; † 1. März 1854 ebenda) war ein dänisch-deutscher Autor und Übersetzer.
Fritz Petit war ein Sohn des Kopenhagener Buchhalters Charles Matheus Philip Petit (1776–1823), der bei der Brandassurance-Compagni (Kongelige Brand) tätig war, und seiner Ehefrau Sophie Cathrine geb. Fiedler (1788–1881). Seine älteste Schwester Rosalie (1807–1873) wurde Grafikerin und heiratete 1831 den dänischen Maler Christian Holm. Der Kaufmann und dänische Konsul in Lübeck Charles Petit war sein jüngerer Bruder. Seine Schwester Sophie Charlotte (1812–1841) war mit dem Juristen und späteren Lübecker Senator Theodor Curtius verheiratet.
Zwei von dem Maler Christoffer Wilhelm Eckersberg 1816 und 1819 geschaffene Porträts seiner Eltern wurden 2016 im Kopenhagener Kunsthandel veräußert.
Er besuchte die Sorø Akademi. Hier begann seine Freundschaft mit Carl Bagger und Hans Christian Andersen. Andersen, der von 1822 bis 1826 die Lateinschule in Slagelse besuchte, kam oft an Wochenenden in das 14 km entfernte Sorø, wo er den dort lehrenden Dichter Bernhard Severin Ingemann besuchte und Bagger und Petit kennenlernte. Während seines Studiums an der Universität Kopenhagen bildeten Petit, Bagger und Andersen einen Freundschaftsbund, den sie Serapionsklub nannten nach dem Vorbild von E. T. A. Hoffmanns Die Serapionsbrüder. Die zwei wilde[n] Gänseriche in Andersens Das hässliche Entlein sind nach Meinung einiger Forscher eine Anspielung auf Petit und Bagger, den Widmungsempfänger der Erzählung.
1829 verließ Petit Dänemark und ging an die Universität Göttingen, wo er bis zum Sommer 1830 blieb. Das nächste Jahrzehnt liegt im Dunkeln. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde er zum Dr. phil. promoviert. Er lebte wohl eine Zeitlang in Quedlinburg und veröffentlichte in rascher Folge mehrere Übersetzungen englischer und französischer Werke. Karl Gutzkow merkt zu Petits Lebensweg in dieser Zeit an: Das Schicksal verschlug ihn in alle Gegenden der Windrose, er sah England, Frankreich, Italien, und dies Alles, um in Quedlinburg, in der Nähe Basse's und seiner Aranzes und Marmorinos, seiner Gerillos und Guavannis sein gestrandetes Lebensschiff wieder zu kalfatern und zusammenzulesen.
Anfang der 1840er Jahre kam er nach Altona. 1843 nahm er den Kontakt zu Andersen wieder auf. Er arbeitete an einer Biographie Andersens, bei der ihn Andersen bereitwillig unterstützte, und übersetzte mehrere seiner Werke. Mit seinen Übersetzungen zog er sich aber den Unwillen Andersens zu, der Petits Stil für ganz unerträglich hielt. In gewisser Weise ist Petit jedoch prägend für die Andersen-Rezeption und auch für eine Entwicklung in Andersens Selbstbild geworden, da der traditionelle deutsche Titel der Autobiographie Andersens Das Märchen meines Lebens auf Petits Entscheidung beruht, das doppeldeutige dänische Wort eventyr nicht als Abenteuer, sondern als Märchen zu übersetzen.
Petit war wohl auch als Dänisch-Lehrer tätig und veröffentlichte verschiedene Werke zum Erlernen der dänischen Sprache.
Wahrscheinlich Ende der 1840er Jahre, eventuell im Zusammenhang mit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, ging er zurück in seine Heimatstadt Kopenhagen, wo er 1854 starb.
Seine Witwe Anna, geb. Holst, zog nach seinem Tod wieder nach Hamburg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Petit, Friedrich Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Petit, Frederik Carl; Petit, Fritz; Le Petit |
| KURZBESCHREIBUNG | dänisch-deutscher Autor und Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 26. Mai 1809 |
| GEBURTSORT | Kopenhagen |
| STERBEDATUM | 1. März 1854 |
| STERBEORT | Kopenhagen |