
Christian Wilhelm Friedrich Otto Chop (* 28. Februar 1801 in Sondershausen; † 16. März 1875 ebenda) war ein hochrangiger Richter und Chef des Märzministeriums im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.
Die Familie, in die Friedrich hineingeboren wurde, war seit drei Generationen in hohen Regierungsämtern des Fürstentums vertreten. Im genealogischen Schema:
Friedrich war verheiratet mit [1.3.1.] Julie Chop; sein Vater war ein Cousin ihres Vaters. Julies Tante [1.2.] Adolphine war mit Friedrichs Onkel [2.1.] Johann Adolph (also ihrem Cousin) verheiratet. In seiner Regierungstätigkeit hatte Friedrich Kontakt mit seinem Schwiegervater [1.3.] Günther, später besonders mit seinem Schwager [1.3.2.] Theodor und dann mit dem Cousin [2.1.1.] Ferdinand.
Nach dem frühen Tod des Vaters [2.2.] Carl Chop zog die Mutter mit den Kindern von Arnstadt zurück in ihr Elternhaus; daher lebte Friedrich in seinen letzten Schuljahren in Sondershausen bei seinem Großvater, dem pensionierten Pfarrer Cannabich.
Überlebende Kinder aus der Ehe mit Julie Chop waren:
Friedrich Chop wurde während seines Studiums 1817 bis 1819 in Jena Mitglied der Urburschenschaft. Nach dem Studium wurde er 1822 Advokat und 1823 Regierungs- und Konsistorialsekretär, 1824 Assessor, 1825 Rat bei der Fürstlichen Regierung in Sondershausen. Am 23. März 1833 wurde er Sekretär des Geheimen Consiliums.
Nach der Regierungsübernahme im August 1835 besetzte Fürst Günther Friedrich Carl II. die leitenden Positionen des Fürstentums neu. Er ersetzte das Geheime Consilium seines Vaters durch ein Geheimeraths-Collegium, in das er Friedrich zunächst wieder als Sekretär und ein halbes Jahr darauf als Kabinettsrat und volles (drittes) Mitglied berief. Ende 1839 wurde Chop auf die vakante Stelle eines Oberappellationsgerichtsrats am gemeinschaftlichen Ober-Appellations-Gericht in Zerbst versetzt.
Nach der Entlassung von Holleuffer Anfang Januar 1848 rief Fürst Günther Chop am 13. März nach Sondershausen zurück. Am 17. März wurde er zum Geheimrat und Chef des Geheimerats-Kollegiums ernannt; ab 1. Juli 1850 war er Chef des neu geschaffenen „Ministeriums“ (Staatsminister) und Vorstand der Abteilung für die Angelegenheiten des Fürstlichen Hauses, des Äußeren und des Militärs.
Im Herbst 1851 gab es verbreitete Vermutungen, dass Chop sein Amt verlieren würde. Infolge der Landtagswahlen war er jedoch zunächst ab 29. Dezember (neben seinem Ministeramt) Mitglied des Landtags des Fürstentums für den Wahlkreis Arnstadt 2. Regierung und Landtag standen vor der Aufgabe, die im vorherigen Landtag erarbeitete liberale Landesverfassung den restaurativen Forderungen des Bundesreaktionsbeschlusses anzupassen. Chop plante wahrscheinlich, sich als erstes ein vereinfachtes Verfahren für die anstehenden Verfassungsänderungen genehmigen zu lassen. Aber schon bei der Konstituierung des Landtags am 3. Januar 1852 verlor er mit 8 gegen 9 Stimmen eine Abstimmung über die Wahlprüfung gegen die von Albert von Holleuffer angeführte Opposition. Darauf trat er von seinem Landtagsmandat zurück und ließ sich in den Ruhestand versetzen. Damit entsprach er einer Ankündigung, die er im November zuvor gemacht hatte. Bei der Wahl zum nächsten Landtag gewann er den 2. Wahlkreis des Bezirks Ebeleben, lehnte das Mandat aber ab.
Chop war schon in jungen Jahren als juristischer Autor aktiv und geschätzt. Nach seiner frühen Pensionierung nahm er diese Tätigkeit für einige Jahre wieder auf.
In Chops Regierungszeit wurde eine große Zahl von Reformgesetzen eingeführt, zum Teil veranlasst durch die Verabschiedung der Grundrechte des deutschen Volkes durch das Frankfurter Parlament. Sie „brachten einen Modernisierungsschub, wie ihn das Fürstentum noch nicht erlebt hatte, und blieben trotz des Siegeszuges der Reaktion […] in vielen wichtigen Einzelbestimmungen […] im Grundsatz in Kraft.“
Chop wurde am 5. Mai 1850 zum Komtur mit dem Stern des Großherzoglichen Hausordens vom weißen Falken ernannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Chop, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Chop, Christian Wilhelm Friedrich Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | Landtagsabgeordneter und Märzminister |
| GEBURTSDATUM | 28. Februar 1801 |
| GEBURTSORT | Sondershausen |
| STERBEDATUM | 16. März 1875 |
| STERBEORT | Sondershausen |