
Friedrich Eberhard Boysen (* 7. April 1720 in Halberstadt; † 4. Juni 1800 in Quedlinburg) war deutscher evangelischer Theologe, Orientalist und Koran-Übersetzer.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Magdeburg studierte Friedrich Eberhard Boysen seit 1737 Evangelische Theologie an der Universität Halle. Während seines Studiums erwarb er durch den dort lehrenden Orientalisten und Theologen Christian Benedikt Michaelis gute Kenntnisse der orientalischen Sprachen. Bereits 1739 promovierte er bei Michaelis, wobei er sich in seiner Dissertation mit dem Koran beschäftigte. Während seines Studiums wurde er bekannt mit Johann Joachim Winckelmann, den er 1741 auf eine Konrektorenstelle der Lateinschule in Seehausen empfahl. Noch im selben Jahr wurde Boysen jedoch Diakon an der St.-Johannis-Kirche in Magdeburg, wo er 1750 zum Archidiakon aufstieg. 1760 wechselte er auf die Stelle des Oberpfarrers und Hofpredigers an der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg. Nebenamtlich wirkte er als Konsistorialrat und Inspektor des fürstlichen Gymnasiums.
Neben seinen kirchlichen Tätigkeiten veröffentlichte Boysen mehrere historische und theologische Schriften. Im Geiste der lutherischen Orthodoxie wandte er sich unter anderem gegen Aufklärungstheologen wie Christian Thomasius, Johann Christian Edelmann und Karl Friedrich Bahrdt. Sein Hauptwerk war jedoch eine Übersetzung des Korans aus dem Arabischen in die deutsche Sprache. Sie erschien erstmals 1773 (kurz zuvor war bereits eine Übersetzung von David Friedrich Megerlin gedruckt worden). Sie wurde sehr positiv aufgenommen, so von dem Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim, mit dem Boysen bekannt war. 1775 erschien eine zweite Auflage. Eine dritte Ausgabe erschien nach Boysens Tod im Jahre 1828.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boysen, Friedrich Eberhard |
| KURZBESCHREIBUNG | evangelischer Theologe, Lehrer, Schriftsteller und Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 7. April 1720 |
| GEBURTSORT | Halberstadt |
| STERBEDATUM | 4. Juni 1800 |
| STERBEORT | Quedlinburg |