Friedrich Schack Adolf Trendelenburg (* 1762 in Lübeck; † 21. Oktober 1830 ebenda) war ein deutscher Pädagoge, sachsen-weimarscher Rat und zeitweilig Buchhändler.
Schack (= Jacques, Jakob) Trendelenburg entstammte der norddeutschen Gelehrtenfamilie Trendelenburg. Er war eins von zehn Kindern des Lübecker Arztes und Stadtphysikus' Christian Friedrich Trendelenburg und dessen Frau Sophia Dorothea, geb. Schuhmacher. Zu seinen Geschwistern zählten Theodor Friedrich Trendelenburg (1755–1827), Stadtphysikus in Lübeck und Begründer des Ärztlichen Vereins, Johann Georg Trendelenburg (1757–1825), Philologe und Senator der Stadt Danzig, Friedrich Wilhelm Trendelenburg (1761–1835), Jurist, Postkommissar in Eutin und Stammvater einer ganzen Reihe von Ärzten, darunter Friedrich Trendelenburg, und Caspar Heinrich Trendelenburg, der Jura in Göttingen studierte. Von seinen Schwestern heiratete Sophie Christine (1759–1821) den Apotheker Gabriel Ludolph Kindt (1748–1813) in Lübeck und wurde die Mutter der Apotheker und Naturforscher Franz Friedrich Kindt und Georg Christian Kindt.
Schon von Jugend an war er von schwacher Gesundheit und „litt an einer starken Neigung zur Hypochondrie“, die ihn zeitlebens nicht verlassen hat. Er besuchte das Katharineum zu Lübeck. Zum Studium ging er 1782 mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm an die Universität Tübingen, wo Friedrich Wilhem Jura und Kameralia und Schack Evangelische Theologie und Philologie studierte. Im Sommer 1784 reisten beide von Tübingen aus in die Schweiz. Die Reise ging über Zürich und Bern bis nach Genf und von dort über Basel, Straßburg und Karlsruhe zurück nach Tübingen. Überall trafen sie Gelehrte und Freunde des Vaters. In Karlsruhe wurden sie von dem aus Lübeck stammenden Johann Lorenz Böckmann bewirtet.
Zum Wintersemester 1784/85 wechselte Schack Trendelenburg an die Universität Göttingen. Im Sommer 1786 war er nochmals in Basel. Aus dem Jahr 1787 ist ein Eintrag im Album amicorum von Leopold Heinrich von Schreeb überliefert.
1787 schloss er sein Studium mit einer exegetischen Dissertation über den Tod Sauls (1. Buch Samuel 31) ab. Er widmete sie den Lübecker Ratsherren Johann Caspar Lindenberg und Franz Bernhard Rodde, die sein Studium, vermutlich über die Schabbelstiftung, gefördert hatten.
Im Anschluss war er vermutlich in Sachsen-Weimar pädagogisch tätig, wo er den Titel Herzoglich Sachsen-Weimarscher Rat erhielt.
Von 1794 bis 1796 war er Compagnon der Lübecker Niederlassung der bedeutenden, auch verlegerisch tätigen Hamburger Buchhandlung Bohn & Comp. (Carl Bohn). Im April 1796 erhielt er als Buchhändler das Lübecker Bürgerrecht. Doch bereits um November 1796 schied er aus der Buchhandlung aus, und Johann Friedrich Bohn (1756–1803) übernahm das Geschäft ganz. Bohns Witwe Sophie Bohn führte das Geschäft noch bis 1808 weiter und zog dann nach Weimar.

In der Folgezeit betrieb Trendelenburg in Lübeck ein Erziehungsinstitut mit Pensionat in der Dankwartsgrube, Marienquartier Nr. 555 (heute Dankwartsgrube 14, zerstört 1942). Er war Teil des aufgeklärten Bürgertums, das sich im Salon von Dorothea Rodde-Schlözer traf, und engagierte sich in der 1789 gegründeten Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. Im März 1796 hielt er einen Vortrag über Industrieschulen am Beispiel der 1784 in Göttingen gegründeten Industrieschule. Dies gab Ende des Jahres den Anstoß zur Gründung einer solchen Einrichtung in Lübeck. Er war Freimaurer und gehörte der Lübecker Johannisloge Zum Füllhorn an. 1796 war er ihr Deputierter Meister.
Kurz nach 1800 zog er in die Breite Straße in das Haus des Ratsherrn Mattheus Rodde und dessen Frau Dorothea Schlözer, deren Kinder Augusta (1794–1820), Dorothea (* 1796) und August Ludwig (1798–1821) er unterrichtete.
Im Zuge der Reform des Katharineums unter dem Rektor Friedrich Daniel Behn zu einer zeitgemäßen Bürgerschule wurde Trendelenburg am 7. September 1801 zum Subconrector der Anstalt berufen. Behn erweiterte den bisher lediglich auf eine Gelehrtenausbildung ausgerichteten Lehrplan durch die Einrichtung von Realklassen und die Einführung zeitgemäßerer Lehrmethoden. Der Subconrector trat an die Stelle des mit der Pensionierung von Johann Hermann Schnobel 1801 abgeschafften Kantors. Am 2. November 1802 unterschrieb Trendelenburg, wie damals vorgeschrieben, das Lübecker Exemplar des Konkordienbuchs. Zu seinen Schülern zählte von 1801 bis 1803 Karl Sieveking, der auch bei ihm wohnte. Behn starb im Herbst 1804. Bei der Neubesetzung der Rektorenstelle durch Christian Julius Wilhelm Mosche und der gleichzeitigen Berufung von Friedrich Herrmann zum Subrector Ostern 1806 trat Trendelenburg „seiner Kränklichkeit wegen“ von seinem Amt zurück. Der Senat verlieh ihm aber noch, wie auch den anderen Lehrern, den Titel Professor.
1819 wurde er Mitvorsteher der Lübecker Navigationsschule.
Zuletzt, seit Mai 1827, wohnte er in der Alfstraße, Marienquartier 40 (heutige Hausnr. 18, zerstört 1942), neben der Apotheke seines Neffen.
Schack Trendelenburg heiratete 1796 in Altona die aus der französischsprachigen Schweiz stammende Lehrerin Jeanne Michette Bugnon (1764–1839). Das Paar hatte drei Töchter, Sophie Elisabeth (1797–1844), verheiratet mit dem Ratsherrn Friedrich Wilhelm Grabau, Mathilde, die schon 1807 als dreijähriges Kind starb, und Friederike († 1830), verheiratet seit Ende 1825 mit dem Berliner Baukondukteur Carl Wilhelm Lange, sowie den Sohn Theodor Kaspar Trendelenburg (1800–1846), Landkartenstecher in Dresden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Trendelenburg, Friedrich Schack Adolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Trendelenburg, Friedrich Schack Adolph; Trendelenburg, Schack |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pädagoge, sachsen-weimarscher Rat und Buchhändler |
| GEBURTSDATUM | 1762 |
| GEBURTSORT | Lübeck |
| STERBEDATUM | 21. Oktober 1830 |
| STERBEORT | Lübeck |