Friedrich Thieme

Grab von Friedrich Thieme auf dem Nordfriedhof in Jena

Friedrich Thieme (vollständiger Name Friedrich Clemens Thieme) (* 23. November 1862 in Burgstädt; † 8. Juni 1945 in Jena) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben

Thieme war ein Sohn des Webermeisters Fritz Thieme und dessen Ehefrau Ida Diesel. Er besuchte die Bürgerschule in seiner Heimatstadt und wechselte später an die Bürgerschule in Borna bei Leipzig. Im Anschluss daran durchlief er eine vierjährige kaufmännische Ausbildung in Erfurt und arbeitete auch einige Zeit in dieser Branche. Um 1883 wandte er sich der Journalistik zu und war zehn Jahre in diesem Bereich tätig. Er begann als Lokal- und Gerichtsberichterstatter des Allgemeinen Anzeigers in Erfurt. Ab 1888 wurde er Redakteur der Zeitung Deutschland in Weimar. Ab 1891 übernahm er die Funktion des Redakteurs des Jenaer Volksblatts, welches er zuletzt redigierte.

Ab Herbst 1893 betätigte er sich als freier Schriftsteller in Jena. Nach Zwischenstationen in Dresden-Trachenberge ab 1894 und Charlottenburg seit 1895 kehrte er 1897 nach Jena zurück. Im Jahr 1908 zog er für einige Jahre nach Weimar, kehrte aber auch von dort wieder in seine zweite Heimat nach Jena zurück. Die Jahre während des Zweiten Weltkriegs verbrachte er schließlich in Stuttgart bei seiner zweiten Tochter.

Neben seinen journalistischen Arbeiten schuf Thieme mit der Zeit auch ein ansehnliches literarisches Œuvre; größtenteils Erzählungen und Kriminalromane. Viele seiner Werke veröffentlichte Thieme unter den Pseudonymen „F. Clemens“ und „H. Römer“. In mehreren Zeitungen wurden seine Romane zuvor als Fortsetzungsromane abgedruckt u. a. im Jenaer Volksblatt, aber auch überregionalen Zeitungen. Seine Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt und fanden auch im Ausland Anklang.

Er heiratete am 10. Oktober 1891 Hedwig Römer (* 1861; † 1924) in Jena. Mit ihr hatte er drei Kinder: Klara (* 1892), Hedwig (* 1895) und Johann Gottfried (1898–1979), der Chemiker wurde und später u. a. zwei biografische Bücher veröffentlichte.

Er war in Jena mit Ernst Abbe, Ernst Haeckel und dem Juristen Dr. Harmening befreundet.

Er wurde auf dem Nordfriedhof in Jena bestattet.

Mitgliedschaften

Werke (Auswahl)

Erzählungen
Romane
Heimatgeschichte
Sonstiges

Verfilmungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliches Nachrichtenblatt für alle Behörden im Stadtkreis Jena – Nr. 1. 30. Juni 1945, S. 2, abgerufen am 8. Juli 2024.
  2. 1 2 Walter Bähr: Dichter und Volksschriftsteller – Friedrich Thieme zum 70. Geburtstag. In: Jenaer Volksblatt – Beilage Jenaer Literatur-Zeitung. 22. November 1932, S. 9, abgerufen am 8. Juli 2024.
  3. ↑ Walter Bähr: Der Gemeindepoet vom „Auerhahn“. In: Thüringer Monatsblätter Verbandszeitschrift des Thüringerwald-Vereins E.V., Jg. 40, Nr. 11. S. 195–196, abgerufen am 8. Juli 2024.
  4. ↑ Jenaer Volksblatt, Nr. 13. 11. Januar 1913, S. 2, abgerufen am 8. Juli 2024.
  5. ↑ Wiesbadener Tagblatt, Nr. 35. 10. Februar 1923, S. 2, abgerufen am 8. Juli 2024.
  6. ↑ Walter Bähr: Thieme als Dramatiker. In: Jenaer Volksblatt – Beilage Jenaer Literatur-Zeitung. 20. September 1929, S. 1–2, abgerufen am 8. Juli 2024.