Friemar

Wappen Deutschlandkarte
Friemar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friemar hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 59′ N, 10° 47′ OKoordinaten: 50° 59′ N, 10° 47′ O
Bundesland:Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs­gemeinschaft: Nesseaue
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 9,38 km²
Einwohner: 989 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036258
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 022
Adresse der Verbandsverwaltung: Dr.-Külz-Straße 4
99869 Friemar
Website: www.vg-nesseaue.de
Bürgermeisterin: Katrin Rothlauf
Lage der Gemeinde Friemar im Landkreis Gotha
KarteBienstädtDachwigDöllstädtDrei GleichenEmlebenWaltershausenEschenbergenFriedrichrodaFriemarGeorgenthalGierstädtGothaGroßfahnerHörsel (Gemeinde)LuisenthalMolschlebenNesse-ApfelstädtNessetalNottlebenOhrdrufPferdingslebenSchwabhausenSonnebornBad TabarzTambach-DietharzTonnaTröchtelbornTüttlebenWaltershausenZimmernsupraThüringenErfurtIlm-KreisLandkreis Schmalkalden-MeiningenWartburgkreisEisenachUnstrut-Hainich-KreisLandkreis Sömmerda
Karte

Friemar ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha mit 980 Einwohnern (31. Dezember 2023). Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue und ist deren Verwaltungssitz.

Geografie

Friemar liegt in einer flachen Senke zwischen dem mit Windkraftanlagen bestückten, 312 m ü. NN hohen Lindwurmsberg im Süden (zu Tüttleben gehörend) und den sanft ansteigenden Hügeln in Richtung der Fahner Höhen im Norden. Durch das Gemeindegebiet fließt die Nesse, aus Pferdingsleben im Südosten kommend und nach Nordwesten in Richtung Molschleben die Gemarkung verlassend. Im Norden der Ortslage durchschneidet der Aalbach das Gelände von West nach Ost, der in der Nähe der Einmündung der Buflebener Landstraße (K 4) in die Landesstraße L 1027 (Gotha-Kindleben – Molschleben) entspringt. In Friemar kreuzt sich die Kreisstraße K 4 aus Gotha-Kindleben, die weiter nach Pferdingsleben führt, mit der Landesstraße L 1043, die im Ort beginnt, am nördlichen Ortsrand die L 2145 nach Molschleben trifft und danach in Richtung Nordosten nach Tröchtelborn führt.

Geschichte

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts hieß der Ort Fretmaren. In einem Verzeichnis der von Erzbischof Lullus († 786) von Mainz für das Kloster Hersfeld von Freien verliehenen Güter erstmals urkundlich als Friomare erwähnt. In einer Schenkungsurkunde vom 18. Mai 874 wird Friemmari nebst anderen 116 Orten in Thüringen als dem Stift Fulda zehntpflichtig erwähnt. Erzbischof Liubert zu Mainz als auch der Abt Sigehard zu Fulda machten das Recht der Zehnterhebung für sich geltend. Den Streit darüber entschied König Ludwig der Deutsche (840–876) am Hofe zu Ingelheim zu Gunsten der Abtei Fulda. 1999 wurde in Unkenntnis des erstgenannten Jahres das Jahr 874 als Ersterwähnung angenommen und das 1125-jährige Bestehen des Ortes feierlich begangen.

Der Ortsname bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf das den Ort umgebende Gelände. Das Grundwort -mar weist auf feuchten, sumpfigen Boden hin, das Bestimmungswort Fri- ist jedoch etymologisch außerordentlich schwierig und in der namenkundlichen Diskussion umstritten. Keinesfalls aber kann der Name des Ortes mit der Göttin Freia o. ä. in Verbindung gebracht werden.

Der Ort lag im Amt Gotha, welches seit 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, seit 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha gehörte.

In Friemar wurde am 23. Juni 1990 von 245 Delegierten der Thüringer Bauernverband gegründet.

Waidhandel

Friemar hat im thüringischen Waidanbau eine zentrale Rolle gespielt. Im 13. und 14. Jahrhundert sollen drei Waidmühlen auf den Angerwiesen nördlich von Friemar gestanden haben. Der bei Kindleben entspringende Aalbach und die Nesse lieferten das zur Verarbeitung notwendige Wasser. Am Ortsausgang in Richtung Gotha soll die letzte Waidmühle gestanden haben, von der der Mühlstein, der jetzt auf dem Schulplatz steht, stammen könnte. Im südlichen Dorfbereich heißt eine Straße „Hinter dem Waid“. Siehe auch Waidanbau in Thüringen.

Politik

Im Gemeinderat Friemars entscheiden acht Personen über Angelegenheiten der Gemeinde. Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Gremiums:

Partei / ListeStimmenanteilSitze
CDU36,0 %3
Bürgerinitiative Friemar28,9 %2
Heimatverein Friemar e. V.35,1 %3
Wahlbeteiligung: 67,9 %

Bürgermeisterin ist seit 2016 Katrin Rothlauf. Bei der Bürgermeisterinnenwahl am 13. November 2022 wurde sie mit 88,9 Prozent der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 36,2 Prozent.

Dorfkirche St. Veit
Stausee
Rieth-Brunnen
Girnbrunnen

Sehenswürdigkeiten

Infrastruktur

Während früher der landwirtschaftliche Charakter vorherrschte, haben sich nun verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt. Daneben gibt es eine Grundschule, einen Kindergarten und einen Jugendtreff sowie ein Heimatmuseum.

Vereinsleben

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Commons: Friemar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. ↑ Guido Reinhardt: Geschichte des Marktes Gräfentonna. Langensalza 1892.
  3. ↑ / Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Friemar - endgültiges Ergebnis
  4. ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bürgermeisterwahl 2022 in Friemar
  5. ↑ Infotafel am Girnbrunnen
  6. ↑ Franz Xaver von Wegele: Wagner, Marcus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 531.
  7. ↑ thesaurus.cerl.org, opacplus.bib-bvb.de