Fritz Kleist (geboren 1891; gestorben nach 1938) war ein deutscher Pazifist, Beamter, Lehrer und reformpädagogisch engagierter Strafvollzugs-Direktor der Justizvollzugsanstalt Celle.
Fritz Kleist war Sozialdemokrat und setzte sich für eine Demokratisierung des Strafvollzugs und eine Resozialisierung von Inhaftierten ein. In den 1920er Jahren der Weimarer Republik arbeitete er als Strafanstalts-Oberlehrer in der Jugendabteilung des Strafgefängnisses in Breslau. Als solcher verfasste er beispielsweise 1928 in der Zeitschrift für Kinderforschung einen Beitrag über Jugendstrafvollzug und Heilpädagogik.
1930 übernahm er die Leitung des damaligen Zuchthauses in Celle und ließ die Einrichtung zu einer Modellstrafanstalt in dem damals von der SPD regierten Preußen umbauen. Hierin bot er den Gefangenen beispielsweise Gymnastik zur körperlichen Ertüchtigung an.
Zudem ließ Kleist in der Celler Anstalt einen Veranstaltungsraum einrichten, der unter anderem zum Hören der damals neu aufkommenden Radiosendungen diente. Zudem ließ er in dem Raum Lesungen für die Gefangenen anbieten, darunter Werke von Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky oder Theodor Lessing. Diese Einrichtung – bald auch das Zuchthaus an sich – wurde als „Café Kleist“ bekannt, in der Öffentlichkeit teilweise aber auch bespöttelt.
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Kleist als Anstaltsoberlehrer nach Stuhm in Westpreußen versetzt – „danach [verlor] sich seine Spur“ zeitweilig. Zeitweilig war er Schriftleiter der für Gefangene herausgegebenen Zeitschrift Der Leuchtturm.
1938 verfasste Kleist als „Bürodirektor“ einen Sonderbeitrag zur 700-Jahr-Feier von Groß Jestin in Hinterpommern.
| Personendaten | |
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| NAME | Kleist, Fritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Beamter, Reformpädagoge und Zuchthaus-Leiter |
| GEBURTSDATUM | 1891 |
| STERBEDATUM | nach 1938 |