Fritz Preuss

Fritz Preuss (* 4. Juli 1935 in Berlin; † 1. September 2026 in Bad Dürkheim) war ein deutscher Chemiker und Politiker (SPD). Er lehrte von 1971 bis 2001 als Professor für Anorganische Chemie an der Universität Kaiserslautern. Von 1979 bis 1998 war Preuss Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz und von 1987 bis 1991 dessen Vizepräsident.

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1954 in Berlin studierte Preuss Chemie an der Freien Universität (FU) Berlin. Nach dem Abschluss als Diplom-Chemiker 1962 arbeitete er bis 1969 als wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin. Mit einer Arbeit Über die Darstellung und das Verhalten der Salze der Dekavanadinsäure in wäßriger Lösung wurde er dort 1965 zum Dr. rer. nat. promoviert. Ebenfalls an der FU Berlin habilitierte er sich 1969 mit einer Schrift auf dem Gebiet der Isopolyvanadationen (Über die Reaktion der Vanadationen(V) mit Hydroxycarbonsäuren, Polyalkoholen, Mono- und Dicarbonsäuren).

Anschließend arbeitete er ein Jahr als Chemiker bei Merck in Darmstadt und lehrte 1970–71 als Dozent an der Ruhr-Universität Bochum. 1971 wurde er als Professor für Anorganische Chemie an die neu gegründete Universität Trier-Kaiserslautern berufen und baute 1972 in Kaiserslautern den Fachbereich Chemie mit auf, der nach der Trennung der Doppeluniversität zur Universität Kaiserslautern gehörte. Sein Interesse galt dem Gebiet der Komplexchemie der Metalle der Vanadiumgruppe. Er wurde 2001 emeritiert.

Fritz Preuss starb Anfang September 2026 im Alter von 91 Jahren in Bad Dürkheim.

Politik

Preuss trat 1966 der SPD bei. Er wurde 1972 in den Stadtrat von Bad Dürkheim gewählt, dem er bis 2000 angehörte und wo er von 1977 bis 1996 den Vorsitz der SPD-Fraktion innehatte. Von 1974 bis 1979 war er außerdem Mitglied des Kreistags Bad Dürkheim.

Von 1979 bis 1998 war Preuss in fünf Wahlperioden Abgeordneter des rheinland-pfälzischen Landtags. Dort wirkte er insbesondere im Haushalts- und Finanzausschuss, dessen stellvertretender Vorsitzender er in der 9. bis 11. Wahlperiode (1979–1991) war. In den 1980er-Jahren wurde er als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Finanzministers im Fall eines SPD-Wahlsiegs gehandelt. Preuss war von 1981 bis 1987 Vorstandsmitglied der SPD-Landtagsfraktion, von 1987 bis 1991 Landtagsvizepräsident und anschließend bis 1998 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Ehrungen

1991 wurde Preuss mit der Leibniz-Medaille der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz ausgezeichnet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ehemaliger Landtagsvizepräsident Fritz Preuss verstorben. In: Landtag Rheinland-Pfalz. 11. September 2026, abgerufen am 13. September 2026.
  2. 1 2 3 4 Fritz Preuss in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank
  3. ↑ Fritz Preuss in: Internationales Biographisches Archiv 13/1987 vom 16. März 1987, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Personendaten
NAME Preuss, Fritz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Chemiker, Hochschullehrer und Politiker (SPD), MdL
GEBURTSDATUM 4. Juli 1935
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 1. September 2026
STERBEORT Bad Dürkheim