Seefeldt war Pfarrer in Osterhever und reiste 1916 „auf dringende Hilferufe aus Galizien“ nach Dornfeld (heute Ternopillja), wo ihm die Pfarrstelle angetragen wurde.
Er trat die Stelle an, wurde aber erst ab Juli 1918 offiziell als Pfarrer geführt, da er zuvor die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen musste, um auch als Standesbeamter tätig sein zu können. Seine Dissertation Zur Entstehung des biblischen Geschichtsunterrichts im deutschen Protestantismus wurde ca. 1926 an der Universität Erlangen veröffentlicht.
1933 kehrte die Familie nach Schleswig-Holstein zurück. Kurz darauf wurde Seefeldt nach Westpommern versetzt. Nach Kriegsende lebte Seefeldt in Holstein, zuletzt in Eutin.
Seine 1937 erschienene Broschüre Der Deutsche in Galizien bewertet Maria Klanska als „im nationalsozialistischen Geist verfasst“. Katrin Boeckh sieht in Seefeldt einen Vertreter derjenigen Galiziendeutschen, die sich durch die nationalsozialistische Politik eine Verbesserung der Situation als nationale Minderheit in Polen versprachen.
Volkshochschule in Dornfeld
Pfarrhaus Dornfeld (Zustand 2009)
1920 gründete Seefeldt eine Heimvolkshochschule nach dem Vorbild der Mitte des 19. Jahrhunderts von Nikolai Grundtvig initiierten dänischen folkehøjskoler. Seefeldts Zielsetzung war: „Sie soll durch Arbeit am Einzelnen Urteilsfähigkeit in die Masse der Handarbeiter bringen, sie soll die Masse immer mehr vom Schlagwort freimachen. In der Heim-VHS sollen Lehrer und Hörer wie Meister und Jünger, wie Freund und Freund miteinander verkehren und eine große Familie bilden.“
Der erste Kurs in Dornfeld begann am 1. November 1920, offizielles Gründungsdatum war der Tag der Grundsteinlegung des VHS-Gebäudes am 6. Juni 1921. Die Kurse fanden zunächst im Pfarrhaus statt. In den meist viermonatigen Kursen wurden Jugendliche in deutscher Geschichte, Literatur, „Lebenskunde“ und anderen Fächern unterrichtet.
Kurse und Unterbringung fanden zunächst im Pfarrhaus, später in einem eigenen Gebäude statt. Vom 1. November 1920 bis zum 26. Februar 1932 wurden 17 Kurse und ein Kurzkurs durchgeführt.
Schriften
mit Kurt Schleifer (Hrsg.): Chronik des Ostseebades Misdroy. Eutin, 1968
Arnold Krieger: Ein Versuch der Zusammenschau von Mann und Werk zur ersten Wiederkehr seines Todestages. (Schriftenreihe: Heimatglocken in der Fremde, 124/125, Sonderheft 8); Eutin, 1966
Martin Gscheidl: der pommersche Inselmaler; vom Leben und Werk des Künstlers. Eutin, 1966
So war es in Galizien: Teil: 2., Geschichte der 1. auslanddeutschen Heimvolkshochschule in Dornfeld. Eutin, 1966
So war es in Galizien: Teil: 1., Persönliche Erinnerungen 1916–1933. Eutin, 1965
Ein Bauerngeschlecht erlebt die Geschichte seiner pommerschen Heimat: von der Einwanderung bis zum traurigen Ende. Eutin: Struve, 1963
mit Fritz Hufnagel: ... reden von den Lande meiner Heimat mir: Misdroy-Wolliner Bildband. (Schriftenreihe: Heimatglocken in der Fremde, Sonderheft 3); Eutin: Struve, 1960
Aus der Geschichte der Lütjenburger Kirche. Lütjenburg, 1956
Der Deutsche in Galizien. Langensalza/Berlin/Leipzig: J. Beltz, 1937
Dornfelds Chronik: 150 Jahre Ausland-Deutschen-Schicksal; Für die Heimat und die fernen Brüder. (Deutsche Gaue im Osten, Bd. 7) Plauen: Wolff, 1936 (Nachdruck: Stuttgart: Hilfskomitee der Galiziendeutschen, 1997)
mit Josef Lanz (Hrsg.): Quellenbuch zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II. Plauen: Wolff, 1935 (Nachdruck: Berlin: Scherer, 1990)
mit Josef Lanz (Hrsg.): Der Deutsche in Galizien. Dornfeld, 1931
Dornfeld in Not. Breslau: Gutsmann, 1931
Volksschule in Dornfeld (Hrsg.): Unsere Lieder: 1. Entwurf eines deutschen Volksschulliederbuches. Mit einem Geleitwort von Fritz Seefeldt. Dornfeld, 1930
Vom Volkshochschulheim in Dornfeld. Poznan [Posen]: Concordia, um 1930
(als Hrsg.): Deutsche Volkshochschularbeit außerhalb Deutschlands Grenzen: In Verbindung mit anderen Volkshochschulmännern herausgegeben von Fritz Seefeldt. Posen [Poznań, ul. Zwierzyniecka 1]: Histor. Gesellschaft f. Posen; Berlin: O. Greve, 1926
Zur Entstehung des biblischen Geschichtsunterrichts im deutschen Protestantismus. Erlangen, Phil. F. Diss., 1926?
Übersetzung
Wie Hans auf die Volkshochschule kam: Erzählg / Anton Nielsen. Aus d. Dän. übers. von Fritz Seefeldt
Literatur
Müller, Erich: "Pfarrer Dr. Fritz Seefeldt zum Gedenken." In: HIB Das Heilige Band – der Galiziendeutsche, 52. Jg., Dez. 1998
o. A.: Dem Gedenken an Pastor Dr. Fritz Seefeldt: Osterhever – Dornfeld – Bad Segeberg – Cunow û Bad Segeberg – Lütjenburg – Eutin; * 6.6.1888 † 22.12.1968. (Schriftenreihe: Heimatglocken in der Fremde, Heft 151); Eutin, 1969
Archivalien
Korrespondenz und Materialien von und über Pastor Dr. Fritz Seefeldt: Briefe, Zeitungsausschnitte. Im Archiv der Martin-Opitz-Bibliothek
↑Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 7–8.
↑Maria Klanska: Theodor Zöckler und die Galiziendeutschen. In: Studia Germanica Posnaniensia. 24, 1999, S. 103–120, hier S. 107.
↑Katrin Boeckh: Einleitung. In: Dies. (Hrsg.): Galizien und die Galiziendeutschen (1914-1940): Kontext und Quellen. Herne: Martin-Opitz-Bibliothek, 2018, S. 9–26, hier S. 22
↑Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 22.
↑Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 55 ff., S. 81 ff.
↑Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin, 1966, S. 28