Fritz Seefeldt

Fritz Seefeldt (* 6. Juni 1888 in Thorn, Königreich Preußen; † 22. Oktober 1968 in Tunesien) war ein deutscher evangelischer Pastor, Pädagoge und Gründer der ersten auslandsdeutschen Volkshochschule.

Leben

Seefeldt war Pfarrer in Osterhever und reiste 1916 „auf dringende Hilferufe aus Galizien“ nach Dornfeld (heute Ternopillja), wo ihm die Pfarrstelle angetragen wurde.

Er trat die Stelle an, wurde aber erst ab Juli 1918 offiziell als Pfarrer geführt, da er zuvor die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen musste, um auch als Standesbeamter tätig sein zu können. Seine Dissertation Zur Entstehung des biblischen Geschichtsunterrichts im deutschen Protestantismus wurde ca. 1926 an der Universität Erlangen veröffentlicht.

1933 kehrte die Familie nach Schleswig-Holstein zurück. Kurz darauf wurde Seefeldt nach Westpommern versetzt. Nach Kriegsende lebte Seefeldt in Holstein, zuletzt in Eutin.

Seine 1937 erschienene Broschüre Der Deutsche in Galizien bewertet Maria Klanska als „im nationalsozialistischen Geist verfasst“. Katrin Boeckh sieht in Seefeldt einen Vertreter derjenigen Galiziendeutschen, die sich durch die nationalsozialistische Politik eine Verbesserung der Situation als nationale Minderheit in Polen versprachen.

Volkshochschule in Dornfeld

Pfarrhaus Dornfeld (Zustand 2009)
Pfarrhaus Dornfeld (Zustand 2009)

1920 gründete Seefeldt eine Heimvolkshochschule nach dem Vorbild der Mitte des 19. Jahrhunderts von Nikolai Grundtvig initiierten dänischen folkehøjskoler. Seefeldts Zielsetzung war: „Sie soll durch Arbeit am Einzelnen Urteilsfähigkeit in die Masse der Handarbeiter bringen, sie soll die Masse immer mehr vom Schlagwort freimachen. In der Heim-VHS sollen Lehrer und Hörer wie Meister und Jünger, wie Freund und Freund miteinander verkehren und eine große Familie bilden.“

Zur Vorbereitung verbrachte Seefeldt 1920 einen vierwöchigen Studien-Aufenthalt in der von Ernst Trier gegründeten VHS in Vallekilde. Außerdem besuchte er die VHSen Hermannsburg, Habertshof, die von Bruno Tanzmann beeinflusste Henkenhagen und die von Eduard Weitsch geleitete VHS in Dreißigacker und bekam Kontakt zum Hohenrodter Bund.

Der erste Kurs in Dornfeld begann am 1. November 1920, offizielles Gründungsdatum war der Tag der Grundsteinlegung des VHS-Gebäudes am 6. Juni 1921. Die Kurse fanden zunächst im Pfarrhaus statt. In den meist viermonatigen Kursen wurden Jugendliche in deutscher Geschichte, Literatur, „Lebenskunde“ und anderen Fächern unterrichtet. Kurse und Unterbringung fanden zunächst im Pfarrhaus, später in einem eigenen Gebäude statt. Vom 1. November 1920 bis zum 26. Februar 1932 wurden 17 Kurse und ein Kurzkurs durchgeführt.

Schriften

Übersetzung

Literatur

Archivalien

Einzelnachweise

  1. ↑ Historische Persönlichkeiten – Dr. Fritz Seefeldt Website des Vereins "Die Galiziendeutschen - Geschichte und Erinnerungskultur e.V.". Abgerufen am 27. Juli 2021.
  2. ↑ Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 7–8.
  3. ↑ Maria Klanska: Theodor Zöckler und die Galiziendeutschen. In: Studia Germanica Posnaniensia. 24, 1999, S. 103–120, hier S. 107.
  4. ↑ Katrin Boeckh: Einleitung. In: Dies. (Hrsg.): Galizien und die Galiziendeutschen (1914-1940) : Kontext und Quellen. Herne: Martin-Opitz-Bibliothek, 2018, S. 9–26, hier S. 22
  5. ↑ Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 22.
  6. ↑ Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin 1966, S. 55 ff., S. 81 ff.
  7. ↑ Fritz Seefeldt: So war es in Galizien. Eutin, 1966, S. 28
  8. ↑ Publikationsverzeichnis Erich Müller, PDF, S. 10
Personendaten
NAME Seefeldt, Fritz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pastor, Pädagoge und Volkshochschulgründer
GEBURTSDATUM 6. Juni 1888
GEBURTSORT Thorn
STERBEDATUM 22. Oktober 1968
STERBEORT Tunesien