Fritz von Westerman

Fritz von Westerman (* 1. Juni 1921 in Tübingen; † 20. August 2007 in Rheinbach) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Westerman stammte aus einer baltendeutschen Adelsfamilie, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Deutschland übersiedelte. Sein Vater war Diplom-Ingenieur. Westerman trat am 2. Dezember 1939 als Reserveoffizieranwärter beim Schützen-Ersatz-Bataillon 3 in Eberswalde in die Wehrmacht ein. Im Schützen-Regiment 3, das später zum Panzer-Grenadier-Regiment 3 umgegliedert wurde, war er Zugführer, Ordonnanzoffizier, Bataillons-Adjutant, Kompaniechef und Bataillonskommandeur. Er war durchgehend an der Ostfront in den Räumen Smolensk, Tula, Orel, Kursk, Charkow, Kaukasus, Terek, Mius, Tscherkassy, Uman, Kischinew, Weichsel, Baranow, Narew, in Ungarn und der Steiermark eingesetzt. Nach schwerer Verwundung war er von Juni 1941 bis April 1942 im Lazarett. Am 1. Juli 1941 wurde er zum Leutnant der Reserve und am 1. Mai 1944 zum Hauptmann der Reserve ernannt. Von Mai bis Juni 1945 war er in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Nach einem Praktikum in einer Maschinenfabrik von Juli bis Dezember 1945 studierte von Westerman ab dem Sommersemester 1946 Physik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und wurde dort Mitglied der Tübinger Burschenschaft Derendingia. Das Studium beendete er am 19. Februar 1951 als Diplom-Physiker. Danach war er als Entwicklungsingenieur bei der Firma August Sauter in Ebingen tätig. Im Februar 1953 wechselte er als Spezialist für elektrische Messtechnik zu AEG in Heiligenhaus/Düsseldorf und Berlin.

Am 1. Januar 1956 trat von Westerman in die Bundeswehr ein, wo er zunächst Prüf- und Personaloffizier in der Annahmeorganisation war. Im April 1956 wurde er Kompaniechef in einem Lehrbataillon.

Von April 1958 bis März 1958 absolvierte von Westerman den 2. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Danach war er Referent im Führungsstab des Heeres (Fü H) II 1 im Bundesministerium für Verteidigung in Bonn, von November 1961 bis März 1964 Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 152 in Koblenz und anschließend Lehrstabsoffizier und Hörsaalleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Von Oktober 1967 bis September 1968 wurde er im Fü H verwendet, wo er ab Oktober 1968 Referent Fü H I 4, später Fü H IV 4 war, im Januar 1972 Stabsabteilungsleiter Fü H VI (Planung) wurde.

Am 1. April 1972 wurde von Westerman zum Brigadegeneral ernannt und war ab April 1973 Stabsabteilungsleiter VI im Führungsstab der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung. Im April 1976 wurde er zum Generalmajor ernannt und Divisionskommandeur der 2. Jägerdivision in Kassel. Im April 1979 wurde er in seiner letzten Verwendung Befehlshaber des Territorialkommandos Nord in Mönchengladbach. Mit Ablauf des September 1981 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Westerman war 1978 als Bundeswehrgeneral in einer Episode des Dokumentarfilmes Deutschland im Herbst zu sehen. Im Ruhestand engagierte sich von Westerman für die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Strafgefangenen, wie seine 2019 verstorbene Ehefrau Ingeborg, die diese ehrenamtliche Tätigkeit seit 1974 ausübte. 2001 erhielten sie den Förderpreis für das soziale Ehrenamt der Stadt Rheinbach.

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sadlowski 2013 a. a. O.
  2. ↑ Mitglieder-Verzeichnis der Burschenschaft Derendingia zu Tübingen. 1967, Stammrollen-Nr. 925.
  3. ↑ Fritz von Westerman als Darsteller in der Dokumentation Deutschland im Herbst, auf: www.imdb.com
  4. ↑ https://trauer.general-anzeiger-bonn.de/traueranzeige/ingeborg-vonwesterman
  5. ↑ Verleihung des Förderpreises der Stadt Rheinbach an Fritz von Westerman, auf: www.rhein-sieg-kreis.de — (Memento vom 5. Januar 2018 im Internet Archive)
  6. ↑ Headquarters Department of the Army (Hrsg.): General Orders No. 23: Military Awards. Washington, D.C. 25. September 1981, S. 1 (PDF).
  7. ↑ General von Westerman im Goldenen Buch der Stadt Rheinbach, auf: www.general-anzeiger-bonn.de
Personendaten
NAME Westerman, Fritz von
KURZBESCHREIBUNG deutscher Heeresoffizier
GEBURTSDATUM 1. Juni 1921
GEBURTSORT Tübingen
STERBEDATUM 20. August 2007
STERBEORT Rheinbach