| Frontalkraft | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Spremberg, Deutschland |
| Genre(s) | Rechtsrock |
| Aktive Jahre | ab 1992 |
| Gründungsmitglieder | |
| Thomas (bis 2001) | |
| Sten Söhndel | |
| Rolle (bis 1999) | |
| Alex (bis 1994) | |
| Aktuelle Besetzung | |
Gesang | Sten Söhndel (seit 1992) |
1. Gitarre | Alex (seit 2001) |
2. Gitarre | Katze (von 2002 - bis 2018) |
Bass | Wolfi (seit 2001) |
Schlagzeug | Franz (seit 2005 - bis 2018) |
Frontalkraft ist eine Rechtsrock-Band aus Cottbus und eine der ältesten Bands der neonazistischen Hammerskins-Szene in Deutschland.
Bereits vor seiner Musikkarriere erlangte der Sänger Sten Söhndel im November 1992 bundesweite Bekanntheit, als der damals noch 17-Jährige Sachsendorfer in einer Ausgabe des Magazins Der Spiegel als ein Jugendaktivist der neonazistischen Kleinpartei Deutsche Alternative (DA) vorgestellt wurde. Der damalige Bundesvorsitzende der DA und frühere Cottbuser Stadtverordnete Frank Hübner (NPD) lobte Söhndel in dem Artikel als einen „zuverlässigen Kameraden“.
Die Band wurde im Oktober 1992 in Spremberg gegründet. Einige Zeit hatte die Band ihren Proberaum in einem ortsansässigen Jugendclub. Nach einem Demo 1995 erschienen die beiden Alben Wenn der Sturm sich erhebt und Operation Deutsche Nation über DiKo Musikverlag, das Label des NPD-Politikers Dieter Koch. 2001 erschien die Eigenveröffentlichung Volksmusik, die 2005 über Rebel Records neu veröffentlicht und im Januar 2016 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert wurde. Die Band wechselte dann zum Label Front Records, auf dem die beiden Alben Wir bekennen uns (2003) und Lieder, die wir für Deutschland schrieben (2005) veröffentlicht wurden. Seit 2005 erschienen alle weiteren Veröffentlichungen über das aus dem Umfeld der Band stammende Label Rebel Records, das in jenem Jahr vom Cottbuser NPD-Aktivist Martin Seidel gegründet wurde. Das Label produziert auch andere Rechtsrock-Bands aus dem In- und Ausland. Die wohl aufwändigste Produktion des Labels war eine Box anlässlich des 15-jährigen Bestehens von Frontalkraft, welche neben drei Langspielplatten umfangreiche Materialbeilagen enthielt.
Frontalkraft traten häufig im Umfeld der NPD auf, so unter anderem beim Sachsentag 2007, beim Rock für Deutschland 2010, dem Schwabentag 2011 und dem Nationalen Kundgebungstag 2014. Im Laufe ihrer Bandkarriere haben sie mehr als 100 Konzerte gespielt, unter anderem auch im europäischen Ausland.
Im Oktober 2016 spielten Frontalkraft neben u. a. Stahlgewitter vor über 5000 Neonazis in der Schweiz auf einem der größten Rechtsrock-Konzerte der letzten 20 Jahre.
Musikalisch spielt die Band überwiegend klassischen Rock, aber auch Hardrock, teilweise auch Balladen. Eine CD wurde komplett als Balladen-CD konzipiert. Die Liedtexte sind in der Regel nationalistisch. „Mehr oder weniger offen verherrlicht Frontalkraft den Nationalsozialismus, propagiert ein angeblich nordisch-germanisches Heidentum und ruft zum Kampf gegen das ‚System‘ auf“, urteilt der Sozialpädagoge Jan Raabe in einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung.
Die starke rechte Politisierung der Lieder erklärt sich durch das Selbstverständnis der Band: Im Interview mit dem englischen Szene-Magazin Blood & Honour definiert die Band als Ziel ihrer musikalischen Aktivitäten, „dem Volk nationalistische Botschaften und Gedanken zu bringen“. Ihrer Meinung nach sei Musik „das optimale Medium, um die Menschen in Deutschland und Europa wachzurütteln.“