Gabeltang

Gabeltang

Gabeltang in einem Herbarium

Systematik
Abteilung: Rotalgen (Rhodophyta)
Klasse: Florideen (Florideophyceae)
Ordnung: Gigartinales
Familie: Furcellariaceae
Gattung: Furcellaria
Art: Gabeltang
Wissenschaftlicher Name
Furcellaria lumbricalis
(Huds.) J.V.Lamour

Der Gabeltang (Furcellaria lumbricalis) Ist eine Art innerhalb der Abteilung der Rotalgen, die unter anderem einen großen Nutzen für die Carrageen-Herstellung besitzt (siehe Verwendung).

Aussehen

Es ist eine bräunliche bis rötliche, glänzende Alge, die 5–25 cm, maximal 30 cm lang ist. Ihre Farbe trocknet zu Schwarz. Sie wächst als dunkler, zylindrischer, regelmäßig dichotom verzweigter Wedel. Sie bildet einen einzigen dichotomen (Y-förmigen) Ast. Von dort aus verzweigen sich alle Äste zweimal, wobei die Äste zu den Spitzen hin kürzer werden. Die Sprossen sind im Durchmesser 0,1–0,2 cm lang. Sie hat eine Haftscheibe ohne Vermehrungskörper. Sie ist relativ knorpelig und wird im Winter fortpflanzungsfähig, was sich darin zeigt, dass die fruchtbaren männlichen Astspitzen deutlich erweitert und gelblich gefärbt sind, während die weiblichen Zweige in der gleichen Region zahlreiche Beulen (Zystokarpe) entwickeln. Das Tetrasporophytenstadium (einzigartig für den Lebenszyklus von Rotalgen) zeigt die gleiche Morphologie wie Gametophytenpflanzen, jedoch mit reproduktiven Astspitzen, die stärker anschwellen als bei männlichen Gametophyten und bei Freisetzung von Sporen verschwinden.

Vorkommen

Der Gabeltang kommt von der unteren Gezeitenzone bis zu einer Tiefe von etwa 12 Metern auf lockerem, felsigem Untergrund oder an Felswänden vor. Diese Alge ist in der Lage, niedrigere Salzgehalte zu tolerieren und gedeiht sowohl an geschützten als auch an mäßig exponierten Küsten. Interessanterweise kann sie auch ohne Bindung an das Substrat wachsen und bildet dann ausgedehnte Schwimmmatten, die in der Vergangenheit zur Ernte genutzt wurden. Der Gabeltang ist in nordeuropäischen Gewässern verbreitet und reicht bis nach Kanada. Er ist eine bedeutende habitatbildende Alge, die entlang der Küsten in weitgehend monospezifischen Beständen oder Gürteln vorkommt, normalerweise knapp unterhalb des Blasentanggürtels (Fucus vesiculosus). Sie konkurriert mit Miesmuscheln um den Platz. Diese Lebensräume bieten vielen benthischen Wirbellosen ein Zuhause und dienen zahlreichen Fischarten als Laichplätze. Seit Beginn der Ernte ist die Population des Gabeltangs jedoch zurückgegangen, was die Regierungen dazu veranlasst hat, die vorhandene Biomasse zu überwachen und die jährliche Erntemenge zu regulieren.

Verwendung

Ein weiterer Herbarbogen mit einem Gabeltang

Der Gabeltang ist im Ostseeraum von wirtschaftlicher Bedeutung, da er als Rohstoff für die Carrageen-Herstellung genutzt wird (Furcellaran). Carrageen dient in der Lebensmittelindustrie häufig als Stabilisator und Verdickungsmittel, insbesondere in Produkten wie Eiscreme, Pudding und Gelatineerzeugnissen. Darüber hinaus finden Extrakte dieser Alge in der Kosmetik Anwendung, wo sie zur Verdickung und Stabilisierung als auch zur Bereicherung mit Mineralien und Hautpflegestoffen eingesetzt werden. Der Großteil wird in Kanada und Dänemark geerntet, doch auch in anderen Gebieten können kleinere Ernten stattfinden. Schwimmmatten des Gabeltangs, die nicht am Substrat befestigt sind, werden häufig durch Schleppnetzfischerei gesammelt. Darüber hinaus können Sturmwürfe an einigen Küsten ebenfalls erheblich zur Ernte dieser Alge beitragen.

Gabeltang am Strand liegend
Gabeltang

Synonyme

Homotypisches Synonym

Heterotypische Synonyme

Commons: Gabeltang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Gabeltang. Abgerufen am 4. Januar 2025.
  2. 1 2 3 4 5 Furcellaria lumbricalis | Seaweed Industry Association. 31. März 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2014; abgerufen am 4. Januar 2025.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ G.M. Guiry in Guiry, M.D. & Guiry: Gabeltang. In: Algea Base. 26. August 2020, abgerufen am 5. Januar 2025 (englisch).