Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund zehn Kilometer nordwestlich des Hauptorts Dessa der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Tillabéri in der gleichnamigen Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Gabou zählen Tahagana im Nordwesten, Tadoum Bousse im Süden und Haoussa Djabou im Südwesten. Beim Dorf verläuft das in den Fluss Niger mündende TrockentalKori Gabou. Der Boden ist von Granit geprägt. Es gibt einen von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Diorit-Aufschluss.
Es herrscht das Klima der Sahelzone vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 300 und 400mm.
Geschichte
Die archäologische Stätte von Gabou wurde auf den Zeitraum zwischen dem Ende des 6. und der Mitte des 11. Jahrhunderts datiert. Es handelt sich um eine große und dicht bebaute Siedlung mit deutlich voneinander abgegrenzten Wohnstrukturen. Sie weist eine Länge von 2800 Metern und eine Breite von 750 bis 800 Metern auf. Zu ihr zählen vier markante Hügelgräber. Typisch für die archäologische Stätte von Gabou sind reichhaltige Funde von gekielter Keramik mit rotbraunem Überzug, die in der Region sehr selten vorkommt. Die Keramik von Béibatane ist weniger stark gekielt und die Keramik aus dem Nationalpark W ist wahrscheinlich erst auf das 17. Jahrhundert zu datieren. In Gabou wurde außerdem eine Andesit-Axt gefunden.
Das bewässerungsfeldwirtschaftliche Areal von Gabou wurde 2012 geschaffen. Der staatliche Stromversorger NIGELEC elektrifizierte das Dorf im Jahr 2018. Bei einem mutmaßlich von der Terrorgruppe Islamischer Staat in der Größeren Sahara verübten Anschlag am 19. Februar 2020 wurde die Schule in Brand gesteckt. Die Songhai-Gemeinschaften von Issili, Kandadji, Séno und ihre Verbündeten und die Fulbe-Gemeinschaften von Daya Peulh und Daya Sédentaire unterzeichneten am 30. August 2024 einen Vertrag, mit dem ein gemeinsames Komité zur Friedenserhaltung ins Leben gerufen wurde. Dies zielte darauf, Spannungen zwischen den Gemeinschaften zu entschärfen, insbesondere bei Konflikten um die Ressourcennutzung. Dem Abkommen traten am 29. Juli 2025 die Dörfer Gabou, Dessa, Famalé, Gaïgorou, Sanguilé und Tomaré bei. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Gabou als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Gabou 853 Einwohner, die in 120 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 365 in 49 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 932 in 130 Haushalten.
Das bewässerungsfeldwirtschaftliche Areal von Gabou erstreckt sich über eine Fläche von 430 Hektar. Hier wird Reis angebaut. Das Areal wird von einer Kooperative verwaltet. Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist in Gabou ein Gesundheitszentrum vorhanden. Es gibt eine Grundschule im Dorf. Zusätzlich wurde ein Zentrum für Alphabetisierung eingerichtet. Durch Gabou verläuft die asphaltierte Nationalstraße 1, die mit 1601,7 Kilometern längste Fernstraße Nigers. Der Straßenabschnitt zwischen Gabou und Ayérou wurde 2021 asphaltiert.
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 5.Februar 2026]).
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.274 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 2.April 2023]).
↑ニジェール共和国 ティラベリ州ギニアウォーム撲滅対策飲料水供給計画事業事前計画表(基本設計時).(PDF)Japan International Cooperation Agency (JICA),15.Dezember 2008,S.33,abgerufen am 31.März 2026(japanisch,vorläufiger Projektplan (während der grundlegenden Entwurfsphase) zur Ausrottung der Guinea-Wurm-Krankheit und zur Trinkwasserversorgung in der Region Tillabéri, Republik Niger).