Gabriella Zarri

Gabriella Bruna Zarri (* 1942 in Bologna) ist eine italienische emeritierte Professorin für Neuere Geschichte.

Leben

Zarri studierte Literatur an der Universität Bologna 1970 erhielt sie ein dreijähriges Stipendium für Neuere Geschichte und anschließend eine Anstellung an der Universität Bologna. Im Jahr 1977 wurde sie in Bologna Assistenzprofessorin für Neuere Geschichte. Promoviert wurde sie in Bologna mit einer Dissertation über die Reform der Nonnenklöster in Bologna während der Zeit des Konzils von Trient, betreut von Gina Fasoli und Paolo Prodi. Von 1986 bis 1989 lehrte sie als Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Udine, ab 1990 als Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Florenz.

Zarris Forschungsschwerpunkte lagen insbesondere im Bereich der Geschichte der kirchlichen Institutionen und der Kultur in der Frühen Neuzeit bzw. des 15. bis 17. Jahrhunderts bezüglich religiöser Frauen und geistlicher Schriften in der Volkssprache.

Sie betreute die Herausgabe der Einzelbände der vom Verlag Edizioni di Storia e Letteratura herausgegeben wissenschaftlichen Zeitschrift Scritture nel chiostro sowie die Zeitschrift Archivio italiano per la storia della pietà.

Zarri ist Gründerin der Associazione Italiana per lo Studio della Santità, dei Culti e dell’Agiografia (AISSCA) Sie ist Mitglied der akademischen Vereinigung The Renaissance Society of America und nimmt seit 1990 an den Konferenzen teil.

sante vive

Zarri prägte den Begriff der sante vive (deutsch: lebende Heilige) als Bezeichnung für Frauen, die aufgrund kultureller Merkmale zu Lebzeiten als heilig gelten konnten, in Abgrenzung jedoch zu den kanonisch Heiliggesprochenen der katholischen Kirche, die bereits verstorben sein mussten und dies zum größeren Teil bereits seit der Antike oder Spätantike auch waren. Zarri legte die Grundlage für die Erforschung von diesen mit Ordensgemeinschaften in Verbindung stehenden Frauen, von denen viele Tertiarinnen im Dominikanerorden waren.

Die zentrale Veröffentlichung für diese Thematik trägt den Titel Le sante vive: per una tipologia della santità femminile nel primo Cinquecento und wurde 1980 im sechsten Jahrgang der Zeitschrift Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento publiziert. Zarris eigenständiges Werk über dieses Thema Le sante vive: Profezie di corte e devozione femminile tra ’400 e ’500 wurde 1990 veröffentlicht.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gabriella Bruna Zarri. Università degli Studi di Firenze (University of Florence). In: Academia.edu. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 Zarri Gabriella. In: Edizioni Nerbini. Abgerufen am 7. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Hubert Wolf (Hrsg.): „Wahre“ und „falsche“ Heiligkeit – Mystik, Macht und Geschlechterrollen im Katholizismus des 19. Jahrhunderts (= Andreas Wirsching [Hrsg.]: Schriften des historischen Kollegs. Kolloquien, Nr. 90). Oldenbourg Verlag, München 2013, Kurzbiografie der Autoren. – Zarri, Gabriella, S. 259.
  4. 1 2 Gabriella Bruna Zarri. In: cercachi.unifi.it. Abgerufen am 11. September 2026 (italienisch).
  5. 1 2 Zarri Gabriella. In: Edizioni Nerbini. Abgerufen am 7. September 2026 (italienisch).
  6. ↑ Zarri Gabriella. In: Edizioni di Storia e Letteratura. Abgerufen am 7. September 2026 (italienisch).
  7. 1 2 Elisabeth Fischer: Weibliche Heiligkeit prüfen: Der Fall der Mystikerin Maria Columba Schonath (1730–1787). Böhlau Köln, 2026, ISBN 978-3-412-53400-4, S. 21 (google.de [abgerufen am 5. September 2026]).
  8. ↑ Monika Mommertz: Das Geschlecht des Glaubens: religiöse Kulturen Europas zwischen Mittelalter und Moderne. Campus, 2008, ISBN 978-3-593-38450-4, S. 229 (google.de [abgerufen am 5. September 2026]).
  9. ↑ Julia Liebrich: Die Verkündigung an Maria: die Ikonographie der italienischen Darstellungen von den Anfängen bis 1500. Böhlau Verlag Wien, 1997, ISBN 978-3-412-12496-0, S. 77 (google.de [abgerufen am 5. September 2026]).
  10. ↑ Amy Huesman: Tempting the Tempter: Imitatio Christi and the Encounters of Quattrocento Holy Women with the Devil. BRILL, 2023, ISBN 978-90-04-53741-5, S. 10 (google.de [abgerufen am 7. September 2026]).
  11. ↑ Daniel Bornstein, Roberto Rusconi: Women and Religion in Medieval and Renaissance Italy. University of Chicago Press, 1996, ISBN 978-0-226-06639-4, S. 321 (google.de [abgerufen am 7. September 2026]).
Personendaten
NAME Zarri, Gabriella
ALTERNATIVNAMEN Zarri, Gabriella Bruna (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG italienische Professorin im Ruhestand für Neuere Geschichte
GEBURTSDATUM 1942
GEBURTSORT Bologna