Gaetano Moroni (* 17. Oktober 1802 in Rom; † 3. November 1883 ebenda) war ein italienischer Bibliograf, päpstlicher Würdenträger, Bibliophiler, Gelehrter und Verfasser des bekannten Lexikons Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica.
Sein Vater war Friseur. Moroni besuchte die Grundschule bei den Schulbrüdern. Nachher konnte er seine Studien dank der Hilfe des Kamaldulenserabtes Mauro von San Gregorio al Celio, des späteren Papstes Gregor XVI., eines regelmäßigen Kunden seines Vaters, fortsetzen. Nachdem Cappellari zum Kardinal ernannt worden war (1825), wurde Gaetano Moroni sein Leibdiener. Sein Interesse an wissenschaftlichen Studien entstand nach der von Kardinal Cappellari, Präfekt der Propaganda Fide, übertragenen Aufgabe der Erstellung eines allgemeinen systematischen Verzeichnisse des Propagandaarchivs. Bei dieser Gelegenheit begann er mit der Zusammenstellung eines persönlichen Repertoriums von Notizen aus der Lektüre von Büchern und Archivdokumenten. Moroni übte auch die Funktion des Sekretärs anlässlich der Wahlen von Pius VIII. (1829) und Gregor XVI. (1830) aus. Die Erfahrung als Konklavist wurde von Moroni in einem Giornale storico-politico-cerimoniale della sede vacante e conclave aufgezeichnet, blieb jedoch unveröffentlicht.
Er wurde der erste Kammerdiener seiner Heiligkeit von Gregor XVI. und zeigte eine außerordentliche Arbeitsleistung, wie die mehr als hunderttausend Briefe, die während des Pontifikats von Gregor XVI. geschrieben wurden, sowie die historischen und gelehrten Werke, die für das Amt verfasst wurden, belegen. Bibliophil sammelte er eine umfangreiche Bibliothek, die unter anderem eine Sammlung römischer Stiche von Giovanni Battista Piranesi in 21 Bänden aus der Privatbibliothek Gregors XVI. umfasste, die nach Moronis Tod an einen amerikanischen Sammler verkauft und 1982 der Bibliothek der jesuitischen Georgetown University gestiftet wurde.
Nach dem Tod von Gregor XVI. im Jahr 1846 setzt Gaetano Moroni seine Tätigkeit bei Papst Pius IX. fort, der ihn zum zweiten Aiutante di Camera ernannte. 1849 zog er sich ins Privatleben zurück und widmete sich seinen Studien, vor allem der Vollendung des größten Werkes kirchlicher Bildung, das je in Italien konzipiert wurde: die 103 Bände des Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica (1840–1861) und die sechs Bände des Index (1878–1879). Das Werk stellt immer noch eine außerordentliche Quelle von Daten dar, die sonst nicht auffindbar sind. Das Werk ist vollständig von Moroni verfasst, der es ohne Mitarbeiter schrieb. In vielerlei Hinsicht erinnert die intensive Tätigkeit von Gaetano Moroni an die von Francesco Cancellieri, als dessen Schüler sich Moroni bekannte.
Obwohl er die Wertschätzung und Freundschaft von Geistlichen und Gelehrten wie z. B. Kardinal Wiseman und Antonio Rosmini genoss, war Gaetano Moroni als Mitarbeiter von Gregor XVI. oft Gegenstand von Pasquinaten. Giuseppe Gioachino Belli widmete Ghitanino zahlreiche Sonette, in denen er auf seine bescheidene Herkunft verwies, da er seinem Vater als Junge im Barbierladen geholfen hatte und andeutete, dass die päpstlichen Gunstbezeugungen tatsächlich dank seiner Frau erlangt wurden. Die Stadt Rom benannte eine Straße im Quartiere Nomentano nach ihm (nicht zu verwechseln mit Vicolo Moroni in Trastevere). Sein Leben, das voller Auszeichnungen und Ehrungen war, wurde durch den vorzeitigen Tod des einzigen männlichen Nachkommen, dem er zu Ehren des Papstes den Namen Gregorio gegeben hatte, zutiefst getrübt.
“Come paga le bbarbe ar Cammeriere.
Je le paga accusí, cche cquer regazzo
da quarche mmese in qua cch’era un barbiere,
ggià ha comprato tre viggne e un ber palazzo.”
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moroni, Gaetano |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Bibliograph und Autor |
| GEBURTSDATUM | 17. Oktober 1802 |
| GEBURTSORT | Rom |
| STERBEDATUM | 3. November 1883 |
| STERBEORT | Rom |