
Ein Gaffkopf (auch Neidkopf) ist im historischen Bauwesen die figürliche Darstellung eines Kopfs oder einer Fratze, die von Fassaden auf den Betrachter herabblickt. Oft zeigt der Gaffkopf übergroße Augen, einen geöffneten Mund mit herausgestreckter Zunge und gezeigten Zähnen.
Der Begriff Gaffkopf wird in Architekturwörterbüchern nicht geführt, jedoch seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschiedentlich in Architekturbeschreibungen verwendet.
Besonders häufig war die Verwendung von Gaffköpfen oder Neidköpfen bei Fassadengestaltungen der Renaissance. Sie werden als Abwehrzauber, bzw. apotropäisches Symbol gedeutet. Meist sind Gaffköpfe in die Portale von Häusern integriert, oder sie sind unter Erkern angebracht. Ein Beispiel befindet sich in Form des Baumeisters des Rathauses Gotha, Andreas Rudolff, in der östlichen Volute des Nordgiebels des Rathauses Gotha. In den Zwickeln und Dreiecksgiebeln der Portale fallen die zur Zeit der Renaissance in Thüringen und Meißen als architektonischer Schmuck beliebten, lang vorgestreckten Männerköpfe („Gaffköpfe“) auf, die offenbar Bildnisse von Handwerkern und Ratsherren aus der Zeit des Rathausbaues darstellten.
In Görlitz werden touristische Gaffkopf-Touren angeboten.