Der Ortsname soll sich vom althochdeutschen ga(h)steig ableiten, was so viel wie Gangsteig oder steiler Hohlweg bedeutet.
1616 erwarb das Bistum Gurk hier eine Taverne In der Gasteigen samt einem Hammerwerk. Das Bistum betrieb hier dann jahrhundertelang ein Eisenhammerwerk. Ab 1911 war Gasteige für einige Jahrzehnte Standort einer Papierfabrik der Fa. Karl Funder.
Auf dem Gebiet der Steuergemeinde Micheldorf liegend, gehörte der Betrieb in der Gasteige in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Althofen (Herrschaft und Landgericht). Bei Gründung der Ortsgemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Ort zunächst an die Gemeinde Friesach, 1892 an die damals neu errichtete Gemeinde Micheldorf. Erst bei der Volkszählung im Jahr 1900 wurde Gasteige erstmals als eigene Ortschaft ausgewiesen. Im Zuge der Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde Micheldorf aufgelöst; Gasteige kam zurück an die Gemeinde Friesach. 1992 wurde die Gemeinde Micheldorf wiedererrichtet, seither gehört Gasteige wieder zur Gemeinde Micheldorf.
Bevölkerungsentwicklung
Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen:
1900: 2 Häuser, 9 Einwohner
1910: 1 Haus, 11 Einwohner
1923: 4 Häuser, 89 Einwohner (davon 2 Baracken mit 18 Einwohnern)
1934: 101 Einwohner
1961: 4 Häuser, 136 Einwohner
1981: 7 Häuser, 53 Einwohner
1991: 7 Häuser, 67 Einwohner
2001: 5 Gebäude (davon 3 mit Hauptwohnsitz) mit 27 Wohnungen; 64 Einwohner und 0 Nebenwohnsitzfälle; 24 Haushalte; 7 Arbeitsstätten, 0 land- und forstwirtschaftliche Betriebe
↑Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Alphabetisches Kärntner Siedlungsnamenbuch. Geschichtsverein für Kärnten, 1956, S. 59.
↑Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk. Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten, 1969, S. 356.
↑K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 68.
↑Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 34.
↑Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 14.
↑handschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 14.
↑Österreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 254.