| Gautschgrotte | ||
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| Lage: | Hohnstein | |
| Höhe: | 280 m ü. HN | |
| Geographische Lage: | 50° 58′ 35,4″ N, 14° 6′ 20,7″ O | |
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| Geologie | Sandstein | |
| Typ | Grotte | |
Die Gautschgrotte ist eine Schichtfugenhöhle in der rechtselbischen Sächsischen Schweiz südlich von Hohnstein.
Die Grotte liegt ca. 500 m südlich von Hohnstein auf einer Felsterrasse oberhalb des Polenztals. Hier bildet das sogenannte Kalte Loch eine kleine Nebenschlucht. Am Ende der Schlucht bildet die Gautschgrotte den Abschluss des Quellkessels.
Die Grotte ist über einen kurzen Stichweg vom Malerweg, dem Hauptwanderweg der Sächsischen Schweiz, aus erreichbar.
Die Sandsteinplatte, die sich von Hohnstein bis zum Brand zieht, fällt in Richtung Westen ins Polenztal von einer Höhe von ca. 330 Meter auf ca. 170 Meter im Talgrund ab. In einer Höhenlage von ca. 270 Metern befindet sich zwischen den stabilen sandig-kiesigen Sedimenten, die teils Felswände bilden, eine feinkörnige und leicht verwitternde aus tonig-schluffigen Sedimenten gebildete Zwischenschicht.
Die tonig-schluffigen Sedimente wirken wasserstauend und begünstigen dadurch die Verwitterung, die in der weichen Zwischenschicht viel schneller verläuft, als in den harten Sandsteinschichten darüber. Im Lauf der Zeit hat sich aus einer anfangs horizontalen Nische durch Nachbrechen der Decke eine als Halbhöhle ausgebildete Schichtfugenhöhle gebildet.
Die Gautschgrotte zählt mit einer Breite von ca. 40 m und einer Höhe von bis zu ca. 18 m zu den größten Schichtfugenhöhlen im Elbsandstein. Eine ähnliche Breite erreicht auch die Hickelhöhle.
Die überhängende Felswand über der Grotte erreicht eine Höhe von ca. 30–40 m. Über die obere Felskante fließt und stürzt temporär ein kleiner Wasserlauf, der jedoch die meiste Zeit des Jahres allenfalls zum Boden der Felsterrasse vor der Gautschgrotte tropft. In lang anhaltenden Frostperioden kann dieses Wasser jedoch zu einer hohen Eissäule gefrieren. Frühe Dokumentationen dieses Phänomens liegen für die Winter 1907, 1909 und 1914 vor. Im Februar 1914 wurde von einer 18–20 m hohen Eissäule mit einem Durchmesser von bis zu 4 m berichtet. Die letzten derartigen Vereisungen traten im Winter 1986/87, 1997 und 2012 auf.
Obwohl Hohnstein am Fremdenweg, der seit Ende des 18. Jahrhunderts bestehenden Haupterschließungsroute der Sächsischen Schweiz, lag, zählte die Gautschgrotte offenbar nicht zu den schon frühzeitig besuchten Touristenzielen. Die frühen Reisebeschreibungen von Carl Heinrich Nicolai (1801) und Wilhelm Leberecht Götzinger (1804) erwähnen zwar beim Weg von Hohnstein zum Brand einen Wasserfall an einem Felsüberhang, dabei handelt es sich aber nicht um die Gautschgrotte, sondern eine wesentlich kleiner Schichtfugenhöhle am Neuweg unweit der Brandstraße.
Auf der Karte von Otto von Odeleben (1823–1826), einer der frühesten touristischen Karten der Sächsischen Schweiz, ist zwar das Kalte Loch, nicht jedoch eine Grotte vermerkt (im Gegensatz zum Wasserfall am Neuweg, der bezeichnet ist).
Die touristische Erschließung der Gautschgrotte erfolgte erst 1881 unter Initiative der Sektion Hohnstein des Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz. Dieser machte die Grotte durch einen kurzen Stichweg von einem auf der Felsterrasse verlaufenden Forstweg zugänglich und ließ Bänke und Sitzgelegenheiten aufstellen. Die Einweihung erfolgte am 3. Juli 1881. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Gedenkplatte für das 1879 verstorbene Gebirgsvereinsmitglied Karl Gautsch in Würdigung seiner Forschungsarbeiten zur Geschichte der Sächsischen Schweiz an den Felswänden der Grotte angebracht.
2009 verunglückte der bekannte Hohnsteiner Bergsteiger Matthias Gäbler in der Gautschgrotte tödlich.
Die Gautschgrotte liegt im Brandgebiet des Klettergebietes Sächsische Schweiz. Unweit der Grotte liegen an den Felswänden des Kalten Lochs die beiden Klettergipfel Großer Halben und Kleiner Halben, die beide 1905 erstmals bestiegen wurden.
Die sich im Winter bildenden Eissäule diente in der Vergangenheit auch zum Eisklettern.