Gayl Jones

Gayl Jones (1971)

Gayl Jones (* 1949 in Kentucky) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, deren Romane seit den 1970er-Jahren als wegweisend für die literarische Darstellung der Erfahrungen schwarzer Frauen gelten. Nach einer langen Veröffentlichungspause kehrte sie 2021 mit dem historischen Roman Palmares zurück. Für Palmares wurde sie 2022 als Finalistin für den Pulitzer-Preis für Belletristik ausgezeichnet.

Leben

Jones wuchs in Lexington, Kentucky, auf und studierte in den 1970er-Jahren an der Brown University kreatives Schreiben. In dieser Zeit und anschließend lehrte sie an der University of Michigan at Ann Arbor. Im Jahr 1998 geriet ihr Privatleben in die Schlagzeilen, als ihr Ehemann Bob Higgins im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz in Lexington starb; Jones wurde in der Folge vorübergehend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Seit den späten 1990er-Jahren zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Gleichwohl setzte sie ihre schriftstellerische Arbeit fort und veröffentlichte nach mehr als zwei Jahrzehnten der Publikationsruhe im Jahr 2021 den Roman Palmares.

Wirken

Ihr Debütroman Corregidora (1975) wurde von Toni Morrison bei Random House betreut und machte Jones schlagartig bekannt. Es folgten Eva’s Man (1976) und der Erzählband White Rat (1977). Mit The Healing (1998) gelangte sie ins Finale des National Book Award (Fiction). Im Jahr darauf erschien Mosquito (1999). Palmares (2021) läutete ihre große Rückkehr ein; Kritiken würdigten das Buch als epische, sprachmächtige Rekonstruktion schwarzer Geschichte in Brasilien. Palmares stand 2022 als Finalist auf der Shortlist des Pulitzer-Preises für Belletristik. Mit The Birdcatcher (2022) erreichte Jones erneut das Finale des National Book Award. Ihr Roman The Unicorn Woman (2024) wurde 2025 als Finalist für den Pulitzer-Preis für Belletristik genannt. Stilistisch zeichnen sich Jones’ Werke durch dialog- und stimmbasierte Erzählweisen, psychologische Härte und eine enge Verknüpfung von Gewaltgeschichte, Körper, Sprache und Mythos aus.

Einzelnachweise

  1. 1 2 The Birdcatcher. In: National Book Foundation. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Gayl Jones’s Novels of Oppression. In: The New Yorker. 4. Oktober 2021, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  3. 1 2 Palmares by Gayl Jones review – a long-awaited vision of freedom. In: theguardian.com. 29. September 2021, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  4. 1 2 Gayl Jones – Finalist, Fiction (2022). In: The Pulitzer Prizes. 9. Mai 2022, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  5. ↑ Neglect cited in mother's death. In: Ann Arbor District Library (Associated Press). 13. März 1998, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  6. ↑ National Book Awards 1998 – Fiction Finalists. In: National Book Foundation. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  7. ↑ ‘James’ wins the Pulitzer Prize for fiction. In: The Washington Post. 5. Mai 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Jones, Gayl
ALTERNATIVNAMEN Gayl Carolyn Jones
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 1949
GEBURTSORT Kentucky