


Das geöffnete Grab (auch: Gesprengtes Grab) in Hannover ist ein Grabmal auf dem Gartenfriedhof im Warmbüchenviertel nahe dem Aegidientorplatz und eines der Wahrzeichen der Stadt Hannover.
Das Grabmal deckt ein Erbbegräbnis der in jungen Jahren an Schwindsucht verstorbenen Henriette Juliane Caroline von Rüling (1756–1782), der Ehefrau des hannoverschen Regierungssekretärs Georg Ernst von Rüling und Tochter des Oberappellationsgerichtsrats Georg Wilhelm von Willich. Es trägt die Inschrift: „Dieses auf ewig gekaufte Begräbnis darf niemals geöffnet werden.“ Im Lauf der Jahre hatte jedoch eine neben dem Sockel und dem zentnerschweren Grabstein herausgewachsene und immer größer gewordene Birke das Grabmal angehoben und das Grab auf diese Weise dennoch „geöffnet“. Das Grab reihte sich als Kuriosität schon im 19. Jahrhundert ein in eine Reihe von geöffneten Gräbern, über die Schauergeschichten erzählt wurden. Es gehörte zu den frühen Touristen-Attraktionen und entwickelte sich zu einem Wahrzeichen der Stadt Hannover. Um 1900 war das Geöffnete Grab Motiv auf zahlreichen Ansichtskarten. Karl Friedrich Wunder publizierte eine Fotografie des Grabes in seinem um 1905 erschienenen Bildband Hannover – 26 Ansichten nach künstlerischen Aufnahmen. Die Geschichte des Grabes bildete die Vorlage für den 1883 erschienenen Roman Das geöffnete Grab von Otto Warbeck.
Anfang 2010 wurde der Baum im Auftrag des städtischen Bereichs Umwelt und Stadtgrün „aus Sicherheitsgründen“ gefällt, was zu Protesten führte. Eine „angemessene Wiederherstellung der historischen Grabstätte“ in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde wurde angekündigt. Danach wurde eine junge Birke direkt neben dem Grabstein nachgepflanzt.
Koordinaten: 52° 22′ 10,1″ N, 9° 44′ 51,7″ O