| Gefecht bei Lauenburg | |||||||||||||||||
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| Teil von: Befreiungskriege / Sechster Koalitionskrieg | |||||||||||||||||
| Datum | 17. bis 19. August 1813 | ||||||||||||||||
| Ort | bei Lauenburg an der Elbe | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg Frankreichs | ||||||||||||||||
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Mecklenburg / Niederelbe
Lauenburg – Horst – Goldenbow – Retschow – Göhrde
Schleswig Holstein
Mölln – Groß Boden – Bornhöved – Sehestedt – Glückstadt – Friedrichsort
Hamburg
Belagerung von Hamburg
Das Gefecht bei Lauenburg fand vom 17. bis zum 19. August 1813 vor und in Lauenburg statt. Das französische XIII. Korps unter Marschall Davout besiegte die russischen Truppen General Tetteborns und Lützower aus dem Korps von General Wallmoden.
Nach dem Ende des Waffenstillstands von Pläswitz am 17. August 1813 flammten die Feindseligkeiten unmittelbar wieder auf. Nun war auch Österreich auf der Seite der Koalition in den Krieg gegen Frankreich eingetreten. Die Aufgabe des XIII. Korps bestand darin, Bernadottes Nordarmee zwischen Hamburg und Berlin zu binden und möglichst eine Verbindung zu den Streitkräften von Marschall Oudinot herzustellen, die von Süden her auf die preußische Hauptstadt vorrückten.
Tettenborn als Kommandeur der Vortruppen des Korps Wallmoden hatte eine Verteidigungslinie entlang des Stecknitzkanals von Mölln über Büchen bis Lauenburg errichtet. Bei Lauenburg stand eine 300 Mann starke Kosakenabteilung sowie zwei Bataillone Lützower Füsiliere – darunter auch eine Schützen-Kompanie aus Tirol. Das Kommando vor Ort führte der preußische Premierleutnant Gustav von der Heyde. Bei Zarrentin stand als Reserve die Kavallerie des Korps unter Wilhelm von Dörnberg.
Davout war am 17. August mit einem Großteil seines Korps von Bergedorf aus aufgebrochen. Er erreichte bereits am 17. nachmittags die Ortschaft Schnakenbek mit seiner Hauptkolonne, wobei es bereits zu einzelnen Schusswechseln mit sog. Plänklern kam. Zugleich vertrieb eine Abteilung unter Lallemand noch am 17. Tettenborns Kosaken aus Mölln.
Davout befahl für den nächsten Morgen den Angriff auf die verschanzten Truppen Tettenborns vor Lauenburg, die von der französischen Seite mit einer Stärke von 5.000 bis 6.000 Mann angegeben wurde. Diese Zahl scheint allerdings angesichts der eingesetzten Truppen unter der Führung eines Premierleutnants sehr stark übertrieben, auch wenn die Truppen am 18. noch von einem Jägerdetachement des Lützowschen Freikorps verstärkt wurden. Die Angriffe in den Morgenstunden, die die Franzosen aus dem tiefer liegenden Vorfeld der behelfsmäßigen Verschanzungen der Verteidiger ausführten, wurden abgewiesen. Von der Heyde wagte sogar einen Gegenangriff, der die Franzosen zum zeitweiligen Abzug ihrer Artillerie zwang. Um die Mittagszeit trat eine Kampfpause ein und am Nachmittag waren Tettenborn und Lützow vor Ort. Bei dieser Gelegenheit entschied Tettenborn, dass die Stellung nicht länger gehalten werden sollte, zumal er den Angriff Davouts mit seinem gesamten Korps erwartete. In der Folge wurde die Artillerie der Koalition abgezogen und die restlichen Truppen bereiteten sich auf den Abmarsch in der folgenden Nacht vor.
Dem Abmarsch kam Davout allerdings mit einem nächtlichen Sturmangriff bei Regen durch zwei seiner Bataillone zuvor. Die Verteidiger wurden in die Flucht geschlagen und zogen durch Lauenburg hindurch Richtung Osten ab, wobei die Verwundeten in der Stadt zurückgelassen wurden und auch die Palmschleuse aufgegeben werden musste – die Zerstörung der dortigen Brücke schlug wegen des Regens fehl. Laut Carl Valdemar Danneskiold-Løvendal, zu der Zeit dänischer Adjutant bei Davout, beteiligten sich auch dänische Jäger an diesen letzten Kämpfen. Da Davout am 19. August nicht über Lauenburg hinaus ging, endeten hiermit die Kämpfe.
Laut Davouts Memoiren erlitten die Koalitionstruppen im Zeitraum vom 17. bis 19. Verluste von 50 Gefallenen, 400 Verwundeten und 100 Gefangenen. Die französischen Verluste sollen sich nach derselben Quelle auf 100 Gefallene und etwa 100 Verwundete summiert haben, während Løvendal 300 Mann Verluste auf französisch-dänischer Seite angibt.
Nach dem Durchbruch durch die Verteidigungslinie der Nordarmee rückte Davout in den folgenden Tagen weiter nach Osten vor und erreichte Schwerin. Truppen seines Korps rückten in der Folge noch weiter bis Wismar und in die Gegend westlich von Rostock vor. In Schwerin erhielt Davout (vermutlich Anfang September) die Nachricht von Oudinots Niederlage in der Schlacht bei Großbeeren, was ihn zum Abbruch seiner Offensive und zum Rückzug nach Hamburg zwang. Laut Friedrich von Brasch habe das Gefecht bei Lauenburg trotz der Verluste für die Koalition dem höheren Ziel einer Verzögerung des Vorgehens Davouts nach Osten und somit der (indirekten) Unterstützung der Verteidiger Berlins einen Nutzen gehabt.
Für das Gefecht bei Lauenburg erhielt Gustav von der Heyde das am 10. März 1813 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gestiftete Eiserne Kreuz II. Klasse.