Genghis Tron

Genghis Tron
Allgemeine Informationen
Herkunft Vereinigte Staaten
Genre(s) Electro-/Cybergrind (bis 2010)
Experimental Metal (seit 2020)
Aktive Jahre 2004–2010, seit 2020
Auflösung
Website
Gründungsmitglieder
Michael Sochynsky
Hamilton Jordan
Aktuelle Besetzung
Keyboard, Drumcomputer
Michael Sochynsky
E-Gitarre, Programmierung
Hamilton Jordan
Tony Wolski (seit 2020)
Nick Yacyshyn (seit 2020)
Keyboard, E-Bass
Kenny Szymanski (seit 2026)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Mookie Singerman (2004–2010)

Genghis Tron ist eine amerikanische Extreme-Metal-Band, die 2004 gegründet wurde. Bis zu ihrer vorübergehenden Auflösung 2010 veröffentlichte die Gruppe zwei Studioalben, die als stilprägend für das Genre des Electro-/Cybergrind gelten. Seit der Reunion 2020 ist die Musik der Band dem Experimental Metal zuzuordnen.

Historie

Genghis Tron wurde 2004 von den College-Studenten Michael Sochynsky und Hamilton Jordan in Poughkeepsie im US-Bundesstaat New York gegründet. Auf Grund fehlenden Gesangs-Talents wurde Sochynskys Mitbewohner Mookie Singerman als Sänger verpflichtet, der zugleich auch Keyboard spielen konnte. Das Trio nahm die drei Stücke des Demos Laser Bitch auf, woraufhin sie vom amerikanischen Independent-Label Crucial Blast unter Vertrag genommen wurde. Dort erschien zunächst 2005 die EP Cloak Of Love und Anfang 2006 erschien mit Cape Of Hate eine limitierte Remix-EP, die nur auf der laufenden Tournee erhältlich war. Im Sommer 2006 schließlich veröffentlichte Crucial Blast das Debütalbum Dead Mountain Youth. Bereits zu dieser Zeit bestanden Kontakte der Band zu Relapse Records, die Genghis Tron schließlich unter Vertrag nahmen. Mittlerweile hatte die Band ihren Wirkungsort nach Philadelphia verlegt. Das zweite Studioalbum Board Up the House, produziert von Kurt Ballou, erschien 2008. Es wurde von Kritikern sehr wohlwollend aufgenommen, in der New York Times wurde es als Kritikerempfehlung genannt. Die Band spielte auf dem Coachella und kollaborierte mit ihren musikalischen Vorbildern Converge auf deren 2009er Album Axe to Fall. 2010 kündigte die Band überraschend an, bis auf Weiteres pausieren zu wollen.

Sochynsky und Jordan kehrten der Musik zunächst den Rücken, orientierten sich beruflich neu und gründeten Familien. Die Musiker hielten losen Kontakt und tauschten weiter Liedfragmente aus, allerdings hielten sie ihre musikalischen Ideen nicht für ausgereift genug. Erst 2018 entstanden die Grundgerüste für das, was 2021 nach Ende der Pause als drittes Album Dream Weapon bei Relapse Records erschien. Produziert wurde das Album wieder von Kurt Ballou, Sänger Mookie Singerman wurde durch Tony Wolski ersetzt, und mit Nick Yacyshyn wurde erstmals ein Schlagzeuger verpflichtet. Auf dem 2026 veröffentlichten Studioalbum Signal Fire ist mit Kenny Szymanski erstmals ein Bassist zu hören.

Musikstil

Genghis Tron verband auf den ersten beiden Studioalben Grindcore mit Elementen aus dem Industrial und begründeten damit das Subgenre des Electro-/Cybergrind. Besonders das zweite Album Board Up the House (2008) gilt mit seinem Mix aus Grindcore, IDM und Ambient als genreübergreifender Kritikerliebling und wegweisendes Album. Es löste eine Welle von insgesamt fünf Remix-Alben aus, die 2008 und 2009 als Board Up the House Remixes erschienen und an denen bekannte Künstler wie Justin Broadrick, Danny Lohner und Ulver beteiligt waren. Nach dem Ende der Bandpause erschien mit Dream Weapon 2021 das erste Album mit einem menschlichen Schlagzeuger statt einem Drumcomputer. Die Grindcore-Elemente verschwanden vollständig aus der Musik, die der elektronischen Synthesizer-Musik zugeordnet und mit Bands wie Tangerine Dream, Perturbator und frühen Porcupine Tree verglichen wurde. Diesen Stil entwickelte die Band mit Signal Fire (2026) weiter, das als Mischung aus Hardcore, EBM und Synthiepop charakterisiert wird. Stilistisch wird die Band seitdem im weitesten Sinne dem Experimental Metal zugeordnet.

Diskografie

Studioalben

Weitere Veröffentlichungen

Belege

  1. 1 2 3 Bastian: Genghis Tron: Interview mit Hamilton. In: metal.de. 15. April 2008, abgerufen am 20. Oktober 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Brad Angle: Genghis Tron on 13-Year Hiatus, "Psychedelic" New Album, Giving Up "Nintendocore". In: Revolver Magazine. 3. Februar 2021, abgerufen am 20. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. ↑ Ben Tatliff: Critics Coice: Genghis Tron - Board Up the House. In: New York Times. 18. Februar 2008, abgerufen am 21. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. ↑ Nicholas Senior: Album Review: Genghis Tron – Signal Fire. In: New Noise Magazine. 12. Juni 2026, abgerufen am 26. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  5. 1 2 Jan Schwarzkamp: Genghis Tron: Board Up The House. In: Visions. 22. Februar 2008, abgerufen am 26. Oktober 2026.
  6. 1 2 Dan Slessor: Album review: Genghis Tron - Dream Weapon. In: Kerrang. 22. März 2021, abgerufen am 26. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  7. ↑ Flohfish: Genghis Tron - Dream Weapon. In: BetreutesProggen.de. 5. September 2021, abgerufen am 27. Oktober 2026.
  8. ↑ Andreas Schiffmann: Genghis Tron: Signal Fire. In: Rock Hard #469. Juli 2026, S. 104.
  9. ↑ Melanie Aschenbrenner: Kritik zu Genghis Tron SIGNAL FIRE. In: Metal Hammer. 12. Juni 2026, abgerufen am 27. Oktober 2026.