Georg Hensel

Georg Hensel (* 13. Juli 1923 in Darmstadt; † 17. Mai 1996 ebenda) war ein deutscher Theaterkritiker.

Leben

Georg Hensel war der Sohn des Lokomotivführers Georg Hensel (1895–1955) und dessen Ehefrau Philippine geb. Wesp (1894–1978)., die Schneiderin war. Er besuchte die Liebig-Oberrealschule in Darmstadt. Nach bestandenem Abitur 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, wo er bis kurz vor Kriegsende seinen Dienst als Funker versah. Am 29. April 1945 ist er in Oberbayern mit weiteren Soldaten aus seiner Kompanie desertiert und versteckte sich in einer Almhütte.

Hensel begann auf Wunsch von Johann Sebastian Dang seine journalistische Tätigkeit im November 1945 in seiner Heimatstadt beim Darmstädter Echo. Hier stieg er die Karriereleiter vom jungen Redakteur bis zum Theaterkritiker und ab 1952 Leiter des Feuilletons auf. Ab 1960 schrieb er zudem regelmäßig für Theater heute. Zu Jahresbeginn 1975 ging er als Theaterkritiker zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung und wurde deren Chefkritiker. Er blieb festangestellt bis 1989, als er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging.

Für seine Arbeit Und viel Spaß am Leben in der FAZ über seine eigene Herzoperation wurde er 1982 mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.

Hensels Theaterkritiken sind in einigen Sammelbänden erschienen. Außerdem war er Autor zahlreicher theaterkritischer Bücher. Sein Werk Spielplan gibt einen Überblick über die Theaterstücke von der Antike bis zur Gegenwart. Das Buch erschien erstmals 1966 und wurde für zahlreiche Neuauflagen mehrfach überarbeitet und erweitert. Er beschäftigte sich des Weiteren mit dem Dramatiker Samuel Beckett.

Nebenbei tat sich Hensel auch als Erzähler hervor. Seine erste Erzählung Nachtfahrt erschien bereits 1949. Auch seine 1994 unter dem Titel Glück gehabt erschienenen Erinnerungen hatten ein großes Echo bei Kritik und Lesern.

Seit 1984 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Nach längerer Krankheit verstarb Hensel mit 72 Jahren in seiner Heimatstadt Darmstadt. Georg Hensel war seit Mai 1950 mit Anna (Ani) Elisabethe Hensel (geb. Müller, 1922–2015) verheiratet und hatte einen Sohn Norbert (1952–2020). Georg Hensel wurde auf dem Arheilger Friedhof bestattet.

Ehrungen

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. 1 2 3 4 Aus Liebe zum Theater. Zum Tod des Autors und Theaterkritikers Georg Hensel. In: Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 20. Mai 1996; S. 8
  2. ↑ Georg Hensel: Und viel Spaß am Leben. In: FAZ vom 10. Juli 1982.
  3. ↑ 1977–2004: Alle Preisträger im Überblick. In: stern.de. 1. Juli 2003, abgerufen am 10. Juli 2019 (Preisträgerliste Egon-Erwin-Kisch-Preis).
  4. ↑ Stefan Benz. In: Darmstädter Echo, Donnerstag, 13. Juli 2023, S. 10.