Georg Kugel

Georg Kugel (* 4. Januar 1848 in Erfurt; † 3. Oktober 1930 in Eisenach) war ein deutscher Bildhauer und Kunstgewerbler, der auch als Fachschullehrer wirkte.

Leben und Wirken

Georg Kugel wurde 1848 im preußischen Erfurt als Sohn des Schneidermeisters August Kugel geboren. Nach Besuch der Volksschule trat er 1862 eine Lehre an der privaten „Fortbildungsschule für Handwerker“ des Erfurter Holzbildhauers August Gräf an. 1865 betätigte Kugel sich als Bildhauer und Möbeltischler in München. Ab 1866 ermöglichte ihm ein Stipendium seiner Heimatstadt Erfurt den Besuch der Kunstgewerbeschule Nürnberg, die er erfolgreich absolvierte. 1870 kehrte Kugel frisch verheiratet nach Erfurt zurück. Dort erreichte ihn das Angebot, als Zeichenlehrer an der kunstgewerblichen Zeichen- und Modellierschule der Ruhlaer Meerschaumpfeifenindustrie zu lehren. Hier wirkte er bis 1890 und förderte den wirtschaftlichen und künstlerischen Fortschritt der dortigen Tabakpfeifenindustrie, ab 1879 auch die Töpferwarenindustrie in Bürgel. Kugel wurde von Großherzog Karl Alexander zum Hofbildhauer ernannt. 1881 richtete er in Großbreitenbach eine Zeichen- und Malschule für Porzellanmaler ein. 1890 begründete Kugel in Gotha im Regierungsauftrag eine Gewerbliche Fortbildungsschule, leitete deren technische Abteilung und übernahm deren Direktion bis 1920. 1895 wurde er zusätzlich Direktor der Großherzoglichen Zeichenschule in Eisenach. Ab 1923 war Kugel im Ruhestand und verstarb 1930 in Eisenach.

Kunstwerke

Auch als Dank an seine Vaterstadt, die ihm mit einem Stipendium das Studium ermöglicht hatte, schuf Georg Kugel mehrere Kunstwerke in Erfurt, besonders für die ornamentale Gestaltung des Anfang der 1870er Jahre in neugotischem Stil errichteten Erfurter Rathauses.

Weiter stammt der Skulpturenschmuck am Bahnhof Eisenach (1903/1904) von Georg Kugel. Hier sind besonders die Kapitelle der Säulen hervorzuheben. Sie zeigen Bahnpersonal mit berufsspezifischen Attributen und Reiseszenen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Brunner &to Meyer, S. 17.
  2. ↑ Ruth Menzel, Eberhard Menzel: Zwei Kaiser aus Kelheimer Kalkstein. In: Thüringische Landeszeitung vom 21. Mai 2010
  3. ↑ Stadtarchiv Erfurt: (Stadt-) Ratsbeschluss Nr. 575, Protokoll der Sitzung am 6. Juni 1950
  4. ↑ Rudolf Benl: Die Erfurter Schottengemeinde zur Zeit von Pfarrer Friedrich Trippe (1868–1886). In: Gesellschaft für Geschichte und Heimatkunde von Erfurt (Hrsg.): Jahrbuch für Erfurter Geschichte, Band 9 (2014), ISBN 978-3-939885-08-5, S. 251–255.
  5. ↑ Brunner &to Meyer, S. 17.