

Georg Schertz (* 24. April 1935 in Berlin) ist ein deutscher Jurist. Von 1987 bis 1992 war er Polizeipräsident in Berlin.
Schertz entstammte einer seit dem 17. Jahrhundert in Berlin ansässigen Familie mit hugenottischen Wurzeln. Sein Vater Erwin Schertz war Major der Schutzpolizei und zuletzt Inspektionsleiter in Berlin-Kreuzberg. 1934 wurde er von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen aus dem Polizeidienst entlassen. Nach Angaben Georg Schertz’ war sein Vater Mitglied einer von Friedrich II. gegründeten Berliner Freimaurerloge, was im Zusammenhang mit seiner Entlassung stand.
Die Familie lebte auf der Berliner Insel Schwanenwerder, wo Erwin Schertz in den 1930er-Jahren ein kleines Wohnhaus an der Inselstraße 2 errichten ließ. Bereits Georg Schertz’ Großvater hatte nach dessen Angaben die provisorische Brücke zur Insel zu einem Straßendamm ausbauen und das Ufer befestigen lassen. Als Gegenleistung erhielt er von der preußischen Verwaltung ein durch die Baumaßnahmen entstandenes Grundstück. Georg Schertz wuchs auf Schwanenwerder auf und bewohnte das elterliche Haus auch im späteren Leben. Im August 1945 musste die Familie ihr Haus auf Anordnung der amerikanischen Besatzungsmacht verlassen und lebte bis April 1946 in einer Baracke eines ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers in Wannsee, bevor sie auf die Insel zurückkehren konnte.
Georg Schertz absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und war zunächst als Richter tätig. 1973 wurde er Vizepräsident des Amtsgerichts Tiergarten in Berlin und 1987 Polizeipräsident, zunächst von Berlin (West) und nach der Wiedervereinigung von ganz Berlin. Als US-Präsident Ronald Reagan im Juni 1987 nach Westberlin kam und seine Tear down this wall!-Rede hielt, ließ Schertz ganz Kreuzberg abriegeln. Im November 1990 war Schertz für die Organisation und Durchführung der Räumung der Mainzer Straße verantwortlich, die als einer der massivsten Polizeieinsätze Berlins in der Nachkriegszeit für Aufsehen sorgte und zum Ende des Senats Momper führte. Im Jahr 1992 trat er wegen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Innensenator Dieter Heckelmann als Polizeipräsident zurück. Schertz geriet 2003 in Auseinandersetzungen mit seinem Nachfolger Dieter Glietsch, da dieser den Druck eines Interviews mit Schertz in der polizeiinternen Zeitschrift Kompass stoppen ließ.
Schertz ist Vorsitzender der Hinkeldey-Stiftung und gilt als Chronist und Kenner der Insel Schwanenwerder. Er ist der Vater des Rechtsanwalts Christian Schertz und dessen Bruder Matthias, der als Vorsitzender Richter am Landgericht Berlin I. tätig ist. Für sein ehrenamtliches Engagement und seine Leistungen im Zuge der Wiedervereinigung verlieh die Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey Georg Schertz am 21. Dezember 2022 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
| Personendaten | |
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| NAME | Schertz, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Polizeipräsident von West-Berlin |
| GEBURTSDATUM | 24. April 1935 |
| GEBURTSORT | Berlin |