George John Malcolm (* 14. Januar 1830 in Bombay; † 18. Januar 1884 in Sevilla) war ein britischer Seeoffizier und ägyptischer Beamter.
George John Malcolm entstammte dem schottischen Clan Malcolm, war der älteste Sohn des Vice-Admiral Sir Charles Malcolm (1782–1851) aus dessen zweiter Ehe mit Elmira Riddell Shaw, Tochter des Major-General John Shaw (1769–1835). Er wurde 1830 in Bombay geboren, wo sein Onkel Sir John Malcolm Gouverneur war, und sein Vater die Britisch-Ostindische Marine leitete.
George John Malcolm trat als Zwölfjähriger im Juni 1842 als Midshipman in die britische Royal Navy ein, war mit dieser zwischen 1843 und 1847 am Konflikt in Uruguay beteiligt, wurde im April 1849 Sub-Lieutenant und im Juli desselben Jahres Lieutenant. Während des Krimkriegs nahm er als Kommandant des Kanonenbootes Stork (1855), Begleitschiff des Linienschiffs Pembroke (1812), in der Ostsee an der Bombardierung von Sweaborg und an Aktionen gegen die Russen in Estland und vor der finnischen Küste teil. Im März 1859 wurde er zum Commander befördert.
Er heiratete 1860 in Deutschland, ließ sich mit Halbsold beurlauben, erhielt aber unerwartet im September 1861 das Kommando der Sloop Barracouta (1851) in der Karibik. 1863 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte ab 1864 in Freiburg, unterbrochen nur zwischen Januar und April 1866 durch ein Kommando des Postschiffs Dasher (1837) im Ärmelkanal. Im April 1866 wurde er zum Captain befördert. In Freiburg errichtete er, ein Jahr, nachdem seine Frau an Typhus gestorben war, am damaligen westlichen Stadtrand die 1867 fertiggestellte Villa Eskdale.
Noch einmal übernahm er zwischen Oktober 1872 und Oktober 1873 ein Schiff. Mit der Korvette Briton (1869) beteiligte er sich von Aden aus an der Mission des Diplomaten Henry Bartle Frere zum Sultan von Sansibar. Frere gelang es infolge von Malcolms eigenmächtiger Inselblockade, den Sultan zur Einstellung des Sklavenhandels zu bewegen.
Malcolm schied im Oktober 1873 im Rang eines Captain aus dem aktiven Dienst der Royal Navy aus. Er kehrte daraufhin nach Freiburg zurück, wo er 1876, zehn Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, eine zweite Familie gründete. Im November 1877 wurde er, vermittelt durch den britischen Außenminister Lord Derby, vom ägyptischen Khediven zum Pascha ernannt, mit der Maßgabe, den Sklavenhandel im Roten Meer zu unterdrücken. Als sich die Erfüllung dieser Aufgabe nach eigener Einschätzung nicht sinnvoll fortsetzen ließ, trat Malcolm im Juni 1878 von seinem Amt zurück.
Im Dezember 1882 wurde er im Ruhestand ehrenhalber zum Rear-Admiral befördert und starb im Januar 1884 in Sevilla.
Sein Tagebuch und seine Briefbücher, die auch die Zeit seines Einsatzes im Baltikum umfassen, befinden sich in der Schottischen Nationalbibliothek.
In erster Ehe war Malcolm ab 1860 mit Ottonie Louisa Friederike Charlotte Freiin von Dungern (1841–1866) verheiratet, einer Tochter des Staatsministers Emil August von Dungern, und ab 1876 in zweiter Ehe mit Sophie Gräfin von Brockdorff (1846–1927), einer Tochter des dänischen Kammerherrn und Landrats Hans Adolf von Brockdorff.
Aus der ersten Ehe gingen die drei Töchter Dorette Elmira, Stephana und Ottonie hervor. Dorette Elmira (geb. 1861) heiratete 1889 Dr. Paul Kübler, Stephana (1864–1882) blieb unverheiratet und Ottonie (1865–1927) war ab 1885 mit Moritz von Wedel-Parlow verheiratet. Dorette Elmiras älteste Tochter Stephana Kübler heiratete den deutschen Maler Werner Mollweide Ihre zweite Tochter Nora Kübler wurde die Frau des Staatsrechtslehrers Fritz von Marschall, des Großvaters von Christoph von Marschall.
Aus Malcolms zweiter Ehe stammten die Kinder Nora (* 1877), Charles (* 1879), Liane (* 1880) und Pulteney (* 1882).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Malcolm, George John |
| ALTERNATIVNAMEN | Malcolm of Eskdale, Sir George John (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Seeoffizier und ägyptischer Beamter |
| GEBURTSDATUM | 14. Januar 1830 |
| GEBURTSORT | Bombay |
| STERBEDATUM | 18. Januar 1884 |
| STERBEORT | Sevilla |