Georgenkirchplatz

Georgenkirchplatz 23, 1927

Der Georgenkirchplatz war ein Platz an der Georgenkirche in Berlin-Mitte bis 1973.

Lage

Georgenkirchplatz, 1846

Der Georgenkirchplatz lag nordöstlich des Alexanderplatzes zwischen der Neuen Königstraße im Westen und der Landsberger Straße im Nordosten. An dessen nördlicher Seite verlief die Kleine Georgenkirch-Gasse (ab 1862 Katharinenstraße), die dann in nördlicher Richtung als Große Georgenkirch-Gasse (ab 1890 Georgenkirchstraße) fortgeführt wurde. (Der südwestlichste Gebäudekomplex unmittelbar am Zusammentreffen der beiden Fernstraßen gehörte nicht mehr zum Georgenkirchplatz!)

Gegenwärtig steht dort ein Neubaublock in der Otto-Braun-Straße 70/72.

Geschichte

Georgenhospital, 1688

Im 13. Jahrhundert entstand zwischen den Fernhandelsstraßen von Berlin nach Norden und nach Nordosten hinter dem Georgentor das St. Georgen-Hospital für auswärtige Arme, Reisende und Personen mit ansteckenden Krankheiten, mit der St. Georgskapelle und einem Friedhof. Ab etwa 1700 wurden um den Georgenkirchhof Wohngrundstücke angelegt und die Georgenkirche wurde zur Pfarrkirche für die sich ausweitende Georgenvorstadt (ab 1701 Königsstadt). Das Georgenhospital wurde 1720 neu gebaut und beherbergte Alte und Arme, in dieser Zeit entstanden dort weitere Hospitäler. Auf dem Friedhof wurden deren Bewohner sowie Verstorbene von umliegenden Armenhäusern bestattet, um 1820 wurde er aufgegeben.

„Der Georgenkirchhof (...) ist jedoch kein Begräbnisplatz mehr, sondern ein bewohnter Platz, ungepflastert und mit 400 Schritt Umfange.“

1864 wurde er in Georgenkirchplatz umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten wurde er zu einem normalen Wohngebiet, die Hospitäler wurden aufgegeben.

Alexanderplatz mit Georgenkirchplatz, 1945/1946

Von 1943 bis 1945 wurden die Häuser auf dem Georgenkirchplatz und in dessen Umgebung beschädigt, die Georgenkirche blieb jedoch teilweise erhalten. Dennoch wurde sie 1949 trotz Protesten gesprengt und auch die meisten anderen Häuser wurden beseitigt. Der Georgenkirchplatz blieb viele Jahre ein freier Platz nahe des Alexanderplatzes. Ab 1968 wurden in der Umgebung mehrere Neubauten im Gebiet zwischen Otto-Braun-Straße und Karl-Marx-Allee gebaut. 1973 wurde der Name des Platzes offiziell aufgehoben.

Gebäude

Georgenkirchplatz, 1797

Am Georgenkirchplatz standen die Georgenkirche, mehrere Hospitäler (an der nördlichen und südlichen Seite, bis etwa 1870), sowie Wohn- und Geschäftshäuser.

Literatur

Commons: Georgenkirchplatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Georgenkirchplatz Luisenstädtischer Bildungsverein , das südlich angrenzende Nachbargebäude ist das Haus der Statistik
  2. ↑ Dusableau-Plan von 1723 (unten links, gesüdete Karte), dort ist der Georgenkirchhof bereits bebaut
  3. ↑ Friedrich Nicolai, Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, Berlin 1786, S. 34, mit kurzen Informationen
  4. ↑ Johann Christian Gädicke: Lexicon von Berlin, 1806, S. 237; Textarchiv – Internet Archive
  5. ↑ Ernst Fidicin, Berlin historisch und topographisch gesehen, 1843, S. 103
  6. ↑ Johann Christian Gädicke, Der Berliner Nachweiser, 1828, S. 117; auch bei Georgenkirchplatz Berlin Geschichte (etwas ungenau zitiert); der neue Georgenfriedhof wurde an der Friedenstraße./Große Frankfurter Straße angelegt, später an der Greifswalder Straße am neuen Königstor, die Armen aus den Armenhäusern kamen auf den neuen Koppeschen Armenkirchhof an der Linienstraße
  7. ↑ Fotos von 1951 bis 1967
  8. ↑ Georgen-Kirchhof. In: Karl Neander von Petersheiden: Anschauliche Tabellen, 1799, S. 38., erstes Berliner Straßenverzeichnis, auch Adreß-Buch für Berlin mit Einschluß der näheren Umgebung und Charlottenburg, 1836, S. S. 636; noch mit allen Hospitälern, aber 1864, II, S. 79 (731), war das Spletthospital schon nicht mehr vorhanden, siehe auch spätere Jahre
  9. ↑ Hans Jahn: Berlin im Todesjahr des Großen Kurfürsten , Berlin 1935, S. 40, behauptete, dass an dieser Stelle angeblich eine Hinrichtungsstätte stand, wofür es aber keine historischen Belege gibt, wahrscheinlich eine Verwechslung
  10. ↑ Hospital. In: Berliner Adreßbuch, 1850, S. 286. „Hospital, Spletthaus, Georgenkirchplatz 17“., auch im Straßenverzeichnis und andere Jahre
  11. ↑ Ernst Fidicin, Berlin historisch und topographisch gesehen, 1843, S. 103, mit einigen Informationen zu der Nutzung der vier Hospitäler

Koordinaten: 52° 31′ 23,8″ N, 13° 25′ 7,8″ O