Gerd Koch

Gerd Günter Koch (* 4. September 1941 in Rotenburg (Wümme)) ist Theaterpädagoge, Publizist, Herausgeber und Redakteur.

Leben

Gerd Koch absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Bremen. Das Abitur legte er auf dem zweiten Bildungsweg in Delmenhorst am Oldenburg-Kolleg ab. Er studierte Politikwissenschaft, Publizistik, Literatur- und Erziehungswissenschaft in Berlin, Hamburg und Lüneburg mit den Abschlüssen 1. Lehrerstaatsexamen und Diplom in Pädagogik. Seine Staatsexamensarbeit trug den Titel Zerstört den Staat! Marx und Bakunin zur Pariser Kommune. Politisch war er im Sozialistischen Büro aktiv. Er arbeitete als Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Erziehungswissenschaft bei Harm Prior (Erziehungswissenschaft und Didaktik der Politik und Sozialkunde) an der Universität Hamburg und wurde mit der Dissertation Lernen mit Bert Brecht. Bertolt Brechts politisch-kulturelle Pädagogik an der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Niedersachsen (PHN), Abteilung Lüneburg (heute Leuphana Universität Lüneburg) promoviert.

Sein Großvater war der in China geborene Hamburger Politiker und Jurist Andreas Koch.

Wirken

Kochs Arbeitsschwerpunkte sind die Theorie und Praxis der Sozialen Kulturarbeit, Theater in sozialen Feldern und Bertolt Brechts Produktionsansatz als Bildungskonzept. Wichtige Ideengeber sind ihm Bertolt Brecht, Pierre Bourdieu, Heiner Müller, George Tabori, Augusto Boal, François Jullien und Abū Alī al-Husayn ibn Abdullāh ibn Sīnā. Er war von 1981 bis 2006 Professor für Pädagogik und Soziale Kulturarbeit an der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) Berlin und dort bis 2010 wissenschaftlicher Leiter des Masterstudiengangs Biografisches und Kreatives Schreiben. Bis 2016 war Gerd Koch Juror für den Alice-Salomon-Poetik-Preis. Er arbeitet bei Workshops und Zukunftswerkstätten im In- und Ausland mit.

Koch begründete zusammen mit anderen die Zeitschrift für Theaterpädagogik Korrespondenzen sowie die Buchreihen Praxis – Theorie – Innovation. Berliner Beiträge zur Sozialen Arbeit und Pflege und Lingener Beiträge zur Theaterpädagogik.

Bis 2016 war er beteiligt an der Gründung eines aktiven Museums der Sprachen der Welt und richtete dort den monatlich stattfindenden Salon der Sprachen ein, den er bis Mitte 2016 koordinierte.

Koch veranstaltet in der Tradition literarischer Salons literarische Nachmittage, zu denen Schreibtätige und andere Kreative eingeladen werden. Zu Gast waren unter anderem Oskar Ansull, Jan Robert Bloch, Helmut Bräuer, Amir Hassan Cheheltan, Martin Jürgens, Heidi von Plato, Holly-Jane Rahlens, Friedhelm Rathjen, Uwe Soukup, Lutz von Werder, Rainer E. Zimmermann.

Auszeichnung

Am 17. November 2011 wurde Koch in der Universität von Koçaeli (Türkei) während des „19th international Drama in Education Seminar“ durch Çağdaş Drama Derneği (Verein für zeitgenössisches Drama) wegen seiner theoretischen und praktischen Durchführungen im Bereich des kreativen Dramas in der Ausbildung und Theaterpädagogik für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Dabei wurden sein „Humanismus“ und seine Arbeit „am Prozeß der interkulturellen Kommunikation“ hervorgehoben.

Mitgliedschaften und Engagement

Ausgewählte Herausgeber- und Mitautorenschaften

Monografien

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.linguaemundi.info/
  2. ↑ Archivlink (Memento vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive), S. 7.