Gerd Puls (Dirigent)

Gerd Hans Friedrich Erwin Puls (* 24. Januar 1927 in Neukloster; † 12. Februar 2013 in Graal-Müritz) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter und Generalmusikdirektor.

Leben

Gerd Puls wurde als Sohn des Lehrers Hans Puls (1895–1961) und dessen Frau Margarethe, geb. Benthin (* 1898) geboren und zog zwei Jahre später mit seinen Eltern nach Rostock, wo er auch zur Schule ging. Nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, studierte er von 1946 bis 1949 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Rostock Dirigieren bei Gerhard Pflüger und Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny. Sein erstes Engagement war am Volkstheater Rostock die Arbeit als Chordirigent und Kapellmeister. 1952 ging er als musikalischer Oberleiter an das Theater in Gera und von 1954 bis 1956 als 1. Kapellmeister nach Altenburg. Zur Spielzeit 1957/58 kam er an das Rostocker Volkstheater zurück und übernahm die Funktion des Musikalischen Oberleiters und damit zugleich die Leitung der Norddeutschen Philharmonie – ab 1963 mit dem Titel eines Generalmusikdirektors. Während der 34-jährigen Dienstzeit führte er sein Orchester 1972 in den A-Status der Orchesterbewertung. Zudem war er von 1970 bis 1972 Generalintendant des Theaters. 1970 wurde ihm der Vaterländische Verdienstorden in Bronze verliehen.

Neben dem klassischen musikalischen Erbe galt sein Interesse der Neuen Musik, der Moderne. 26 Uraufführungen und zahlreiche Erstaufführungen sind dafür Zeugnis. Eine besondere Beziehung bestand zum Werk von Hans Werner Henze mit mehreren DDR-Erstaufführungen. Auch um das Konzertwesen machte er sich verdient, so etwa 1978 mit der Einführung der „Kammerkonzerte im Barocksaal“, der „Musik in der Universitätskirche“ oder den Philharmonischen Konzerten im Großen Haus des Volkstheaters. Auch nach der Verabschiedung in den Ruhestand im Jahre 1991 widmete er sich weiter der Musik, nunmehr aber als Autor über die Musikgeschichte in Rostock und zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Literaturwissenschaftler Heinz-Jürgen Staszak.

Gerd Puls war verheiratet mit der ebenfalls am Volkstheater Rostock engagierten Soubrette und Schauspielerin Ruth Puls-Seidel (1927–2011). Das Paar hatte einen Sohn. Gerd Puls verstarb wenige Tage nach seinem 86. Geburtstag. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Rostock (Feld Qb 20).

Werke (Auswahl)

Musik

Musikgeschichte

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Kirchenbuch der St. Jakobigemeinde Rostock, Eintrag der Konfirmationen am 29. März 1942 ( Nr. 95) sowie Standesamt Rostock, Sterberegister, Nr. 1613/1961 (Vater).
  2. ↑ Die Ortsangabe folgt der Landesbibliographie MV. Andere Quellen nennen abweichend seinen Begräbnisort (Rostock) als Sterbeort.
  3. ↑ Antje Jonas: Wolfgang Golther und Gerd Puls – zwei Ausnahmepersönlichkeiten am Rostocker Theater. Siehe Weblinks.
  4. 1 2 3 4 Antje Krause, Hans-Jürgen Mende: Neuer Friedhof Rostock. Bemerkenswerte Grabstätten. Siehe Literatur.
  5. ↑ Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Siehe Literatur.
Personendaten
NAME Puls, Gerd
ALTERNATIVNAMEN Puls, Gerd Hans Friedrich Erwin (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Dirigent, Chorleiter und Generalmusikdirektor
GEBURTSDATUM 24. Januar 1927
GEBURTSORT Neukloster
STERBEDATUM 12. Februar 2013
STERBEORT Graal-Müritz