Gerd Spies

Gerd Spies (* 5. April 1937 in Heidelberg; † 11. Juni 2026) war ein deutscher Historiker; er war von 1977 bis 2003 Direktor des Städtischen Museums in Braunschweig.

Leben

Nach Schulzeit und Abitur in Nürtingen studierte Spies Geschichte und Kunstgeschichte in Stuttgart und an der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen, wo er das Studium mit einer Dissertation über die „Hafner und das Hafnerhandwerk in Südwestdeutschland“ abschloss. Bereits 1961 arbeitete er am dortigen Ludwig-Uhland-Institut für Deutsche Altertumswissenschaft, Volkskunde und Mundartenforschung und brachte einen Ausstellungskatalog heraus. Als Kunsterzieher wurde Spies nach dem Erlangen des Staatsexamens wie sein Vater Pädagoge. Nach einigen Jahren Tätigkeit am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte ging Spies nach Braunschweig, wo er für das Städtische Museum, dessen Direktor er im Jahre 1977 wurde, tätig war. In dieser Zeit gab er zahlreiche Schriften zur Geschichte der Stadt Braunschweig heraus. Zudem war Spies der Herausgeber der Miszellen des Städtischen Museums und der periodischen Zeitschrift Deine Stadt und war Beisitzer und Ehrenbeirat des Vorstandes des Braunschweigischen Geschichtsvereins. Seit 2003 war Spies im Ruhestand. Er verfasste rund 40 Bücher oder Berichte über Braunschweig und galt als einer der bedeutendsten Historiker der Stadtgeschichte Braunschweigs. 2023 erschien in der Reihe Braunschweiger Werkstücke (Nr. 122) sein letztes Buch unter dem Titel Unbekanntes Braunschweig – Stadtansichten aus dem 18. Jahrhundert. In seiner aktiven Zeit als Museumsleiter hatte er mehr als 70 Ausstellungen organisiert, darunter „Brunswiek 1031 – Braunschweig 1981“.

Spies war mit Gerlinde (geborene Hole; 5. Januar 1938 – 11. April 2016) verheiratet. Er betrauerte den Tod seines Sohnes Jan Spies (25. Januar 1970 – 26. Januar 2025).

Kontroverse

Im Jahr 1996 kam es zu einem Eklat wegen einer Ausstellung über den NS-Propagandamaler Paul Hähndel (1914–1941), die auf Drängen der Öffentlichkeit wieder geschlossen werden musste.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Peter Lufft, Jutta Brüdern: Profile aus Braunschweig. Hrsg.: Peter Lufft. 1. Auflage. Appelhans Verlag, Salzgitter 1996, ISBN 3-930292-03-3, S. 18 [unpaginiert].
  2. ↑ Traueranzeige Gerd Spies In: Braunschweiger Zeitung. 20. Juni 2026 (trauer38.de), abgerufen am 20. Juni 2026.
  3. ↑ Eckhard Schimpf: „Ja, ich bin ein gelernter Braunschweiger“ – Gerd Spies, einst Chef vom Städtischen Museum, plauderte über den Löwen. In: Braunschweiger Zeitung. 4. Mai 2018 (braunschweiger-zeitung.de – Artikel nur mit Abo einsehbar).
  4. ↑ Horst-Rüdiger Jarck (Hrsg.): Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 84. Selbstverlag, Wolfenbüttel 2003, S. 288 (tu-braunschweig.de)
  5. ↑ Vorstandsmitglieder des Braunschweigischen Geschichtsvereins. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 85. ISSN 1437-2959 (tu-braunschweig.de).
  6. ↑ Gerd Spies: Unbekanntes Braunschweig: Stadtansichten aus dem 18. Jahrhundert. Wallstein-Verlag, Braunschweig 2023, doi:10.24355/dbbs.084-202508121200-0.
  7. ↑ Dr. Gerlinde Spies trauer38.de.
  8. ↑ Dr. Jan Spies trauer38.de.
  9. ↑ Frank Siering: Die große Geld-Show – Die verkorkste Ausstellung mit Werken eines NS-Malers löste Wirbel in Braunschweig aus. In: Focus. Nr. 29, 15. Juli 1996 (focus.de).