Gerd Winner

Gerd Winner
Jakobsleiter (2000), Skulpturenweg Salzgitter-Bad
Marie Juchacz, Gitschiner Straße 110, in Berlin-Kreuzberg

Gerd Winner (* 8. Oktober 1936 in Braunschweig; † 8. April 2026 in Liebenburg) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Gerd Winner war der Sohn eines Postbeamten und wuchs in Braunschweig auf. Er studierte von 1956 bis 1962 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wurde 1961/62 Meisterschüler von Werner Volkert, und lebte seither als freier Maler und Grafiker in Berlin, Braunschweig und London. Seit 1964 war er als freischaffender Maler und Grafiker in Berlin tätig sowie von 1975 bis 2001 als Professor für Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 1974 war das Barockschloss in Liebenburg, das sich an der Stelle der einstigen Burg Liebenburg befindet, Winners Wohn- und Wirkungsstätte.

Seine Werke sind in internationalen Museen und Galerien ausgestellt. Er nahm 1977 an der von Manfred Schneckenburger organisierten documenta 7 Kassel teil. Ein Beispiel aus dieser Zeit ist das Gemälde End in Acryl auf Leinwand aus dem Jahre 1981.

Bekanntgeworden ist Winner durch großformatige Werke im öffentlichen Raum in der von ihm ausgeführten Technik des künstlerischen Siebdrucks, in Zusammenarbeit mit Chris Prater (Kelpra Studio London). Bemerkenswert sind die umfangreichen Grafikzyklen London Transport, London Docks, Roadmarks, New York Times Square, die künstlerische Auseinandersetzung mit Stadtkultur und urbanen Strukturen sowie die künstlerische Gestaltung der Dominikanerkirchen St. Albertus Magnus in Braunschweig und Heilig Kreuz in Köln. 2000 entwarf und baute Gerd Winner auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen das „Haus der Stille“ – eine begehbare Skulptur – als Raum. Darin können sich die Besucher sammeln und innehalten. Der Raum reflektiert in Gestaltung und Ausführung die brutale und menschenverachtende Bedeutung dieses Ortes.

Am 17. Februar 2008 wurde ein von ihm geschaffenes Altarbild in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Bad Gandersheim feierlich eingeweiht. Der Altarraum war seit 2004 nach Plänen des hannoverschen Architekten Klaus Determann neu gestaltet worden. Auch die Innenräume der Kirchen Hl. Dreifaltigkeit (Seelze) und St. Bernward (Wolfsburg) wurden von Winner umgestaltet. Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in der Sammlung der Tate Gallery in London.

Gerd Winner wurde mit seinem Werk in das Portal Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen aufgenommen.

Auszeichnungen und Ehrungen

Gerd Winner erhielt zahlreiche nationale und internationale Ehrungen für seine künstlerische Leistung, u. a.:

Publikationen

Literatur

Commons: Gerd Winner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerd Winner: Herausragend als Künstler und Mensch. In: goslarsche.de. Abgerufen am 15. April 2026.
  2. ↑ Ulrich Schmalstieg: Nachruf Gerd Winner. Künstlerseelsorge Hildesheim, 13. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.
  3. ↑ Michael Strauß: Gerd Winner ist mit 89 Jahren in Liebenburg gestorben. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Martini zu Dritt Braunschweig, 16. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.
  4. ↑ Eckhard Schimpf: Aus der Welt zurück in die Heimat. In: Braunschweiger Zeitung. Ausgabe vom 18. April 2026.
  5. ↑ Uta Catharina Sienel: Der Siebdruck und seine Druckträger: zur Materialität eines jungen Druckverfahrens. Herbert Utz Verlag, 2008, ISBN 978-3-8316-0824-9 (google.de [abgerufen am 22. April 2026]).
  6. ↑ Monumentale Zärtlichkeit. In: Nachrichten. Bistum Hildesheim, 17. Februar 2008, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 22. April 2026.
  7. ↑ Gerd Winner born 1936. In: Tate. Abgerufen am 22. April 2026 (britisches Englisch).
  8. 1 2 Gerd Winner, urban structures - New York. In: gerdwinner.de. 2008, abgerufen am 20. Januar 2024.
  9. 1 2 3 4 Gerd Winner. In: kuenstlerdatenbank.niedersachsen.de. Abgerufen am 20. Januar 2024.
  10. ↑ Liebenburg ernennt Winner zum Ehrenbürger. In: braunschweiger-zeitung.de. 7. November 2011, abgerufen am 20. Januar 2024.
  11. ↑ Karl Arndt: Die bildenden Künste in Göttingen. In: Göttingen, Geschichte einer Universitätsstadt, Hrsg. Rudolf von Thadden, Günter J. Trittel, Bd. 3, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-36198-X, S. 819–863, hier S. 856 f.
  12. ↑ Franziska Wessel: Nach 40 Jahren Kunst am Bau. Feuerwache Göttingen: Wo sind die bunten Tore hin? In: goettinger-tageblatt.de. 1. Dezember 2023, abgerufen am 20. Januar 2024.
Personendaten
NAME Winner, Gerd
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Grafiker
GEBURTSDATUM 8. Oktober 1936
GEBURTSORT Braunschweig
STERBEDATUM 8. April 2026
STERBEORT Liebenburg