Gerhard Lahr besuchte von 1944 bis 1952 die Weinholdschule in Reichenbach und absolvierte danach eine zweijährige Lehre als Plakat- und Schriftmaler (Gebrauchswerber) im Kaufhaus am Graben in Reichenbach. Von 1956 bis 1959 studierte er Gebrauchsgrafik an der Fachschule für Angewandte Kunst Magdeburg (die vormalige Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg), u.a. beim Typografen Karl-Heinz Lange und dem Gebrauchsgrafiker Karl-Heinz Leue (* 1920). Nach vorübergehender Tätigkeit bei der Deutschen Werbeagentur in Dessau, u.a. gemeinsam mit Rolf Händler, begann er 1962 ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, das er jedoch abbrach. Seit 1963 lebte er freischaffend in Berlin-Altglienicke, wo er zum Künstlerkreis um Werner Stötzer gehörte, mit dem er auch gemeinsam zeichnete. Lahr arbeitete vor allem als Buch- und Zeitschriftenillustrator. Auf dem Gebiet des Kinder- und Jugendbuches gehörte er zu den bekanntesten und wichtigsten Illustratoren seiner Generation im Osten Deutschlands. Sein Werk umfasst über 150 Kinder-, Jugend- und Schulbücher.
Lahr war von 1967 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er unternahm 1978 eine Studienreise nach Archangelsk und 1979 nach Venedig. Lahr hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Ausstellungen.
„Mit seinen künstlerisch anspruchsvollen Arbeiten und der Poesie seiner Bilder hatte er Anteil an der Buchkultur der DDR, die auch über deren Grenzen hinaus Anerkennung fand.“
1983: München, Internationale Jugendbibliothek („Fünf Kinderbuchillustratoren aus der DDR". Mit Albrecht von Bodecker, Klaus Ensikat, Bernhard Nast und Hans Ticha“)
1979: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Buchillustrationen in der DDR. 1949 – 1979“)
1979 und 1986: Berlin, Bezirkskunstausstellungen
1984: Berlin, Galerie am Prater („Kinderbuchillustrationen“)
postum 2023: Magdeburg, Forum Gestaltung (Werke von Künstlern und Ge-staltern der ehemaligen Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg)
Literatur
Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975, S. 337
Alice Hartmann: Gerhard Lahr. In: Bildende Kunst, Berlin, 11/1983, S. 550–552
Heinz Gittig: Bibliographie der von Gerhard Lahr illustrierten Bücher. In: Marginalien, 2002, Seite 22–36
Annemarie Verweyen: Gerhard Lahr – ein „kindverbundener“ Illustrator. Zum 65. Geburtstag am 11. Januar. In: Marginalien, 2002, S. 14–22
↑Bekannte, weniger bekannte und berühmt gewordene Personen aus der Geschichte Reichenbachs
↑Klaus Morgenstern:Gerhard Lahr.1986,abgerufen am 8.August 2023.
↑Tatjana Wulfert:Die weite Welt der DDR-Bücher. In: Der Tagesspiegel Online. 25.Januar 2013, ISSN1865-2263 (tagesspiegel.de[abgerufen am 24.Januar 2022]).