Gerhard Ortner

Gerhard Ortner (* 27. August 1933 in Scharten) ist ein österreichischer Bankmanager und war von 1983 bis 1998 Generaldirektor der Volksbank Salzburg, von 1991 bis 2002 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Österreichischen Volksbanken-Aktiengesellschaft (ÖVAG) sowie von 1986 bis 2001 Präsident des Österreichischen Genossenschaftsverbandes (ÖGV).

Leben und Ausbildung

Gerhard Ortner wurde als zehntes Kind von Johann Ortner (1888–1961), einem Frächter, und seiner Ehefrau Anna (geborene Huemer; 1889–1947) in Scharten bei Wels geboren und besuchte nach der Volksschule in Scharten das Gymnasium in Wels, sowie das Kollegium Petrinum in Linz, an dem er im Jahre 1953 maturierte. Im Anschluss daran besuchte er die Hochschule für Welthandel in Wien, wo er 1957 zum Diplomkaufmann graduiert wurde. Während dieser Zeit kam er auch in Kontakt mit der in Wien ansässigen und im Jahre 1900 gegründeten KÖStV Kürnberg, einer farbentragenden und nichtschlagenden Studentenverbindung und Mitglied des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV), deren Mitglied er am 20. Oktober 1953 wurde und den Couleurnamen Bulle erhielt. Im Wintersemester 1955/56 war er Senior der Studentenverbindung.

Berufliche Tätigkeit nach dem Studium

Er war zunächst in der Industrie tätig, wechselte 1957 in die Niederösterreichische Landwirtschaftskammer, Abteilung Revision, und war mit der Betreuung und Überprüfung der ländlichen Kreditgenossenschaften in Niederösterreich betraut. 1958 kam er als Kreditrevisor in die Zentralkasse der Volksbanken Österreichs.

Berufliche Tätigkeit in der Volksbank Salzburg

1961 trat er in die Volksbank Salzburg ein und leitete bis zu seiner Bestellung als Leiter des Kreditinstituts und seiner Wahl in den Vorstand im Juni 1963 die Kreditabteilung.

1975 wurde er Vorsitzender des Vorstandes der Volksbank Salzburg und am 25. August 1983 ernannte ihn der Ehrenvorsitzende des Vorstandes, Rechtsanwalt Hans Asamer, zum Generaldirektor.

In seine Zeit an der Spitze des Kreditinstituts fiel der Ausbau zu einer Regionalbank mit 32 Filialen in der Stadt Salzburg und im Land Salzburg mit rund 300 Mitarbeitern. Der Volksbank Salzburg schlossen sich in diesem Zeitraum die Volksbanken Saalfelden und Seekirchen an, wodurch diese zur damals größten gewerblichen Kreditgenossenschaft Österreichs wurde.

Leitende Funktionen im Volksbankensektor

In seiner Zeit an der Spitze des Volksbanken-Verbundes begann die Zusammenarbeit mit folgenden Volksbankenvereinigungen:

Mit Ortner begann der Eintritt der ÖVAG in die mittel- und osteuropäischen Märkte mit der Gründung der ersten Auslandstochterbank in Bratislava. In den Folgejahren wurde das Netz der Volksbanken auf Standorte in zehn Ländern ausgeweitet und dem österreichischen Volksbanken-Verbund innerhalb der CIBP, der internationalen Volksbankenvereinigung, eine enorme Aufwertung gebracht. Im Inland wurden mit der Gründung der Volksbank Wien AG und dem Erwerb der Niederösterreichischen Landes-Hypothekenbank neue Akzente gesetzt.

Sonstige öffentliche Funktionen

Auszeichnungen

Vom Bundespräsidenten wurde ihm der Berufstitel Kommerzialrat verliehen.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Generaldirektor Komm.-Rat Dkfm. Gerhard Ortner – 50 Jahre. In: Die Gewerbliche Genossenschaft, 3/1983, Wien 1983, S. 25
  2. 1 2 Gerhard Ortner ist ein Markenzeichen und darauf sind wir stolz! In: Die Gewerbliche Genossenschaft, 4/98, Wien 1998, S. 57
  3. ↑ Verbandstag 1986: G. Ortner zum neuen Verbandspräsidenten gewählt. In: Die Gewerbliche Genossenschaft, 2/1986, Wien 1986, S. 3
  4. ↑ Gerhard Ortner ist ein Markenzeichen und darauf sind wir stolz! In: Die Gewerbliche Genossenschaft, 4/98, Wien 1998, S. 58.
  5. ↑ Andrea Karner: Gala-Abend für den "Integrationsmotor" Präsident Ortner. In: Die Gewerbliche Genossenschaft, 8/2002, Wien 2002, S. 13
  6. ↑ Präsident Generaldirektor KR Dkfm. Gerhard Ortner – 55 Jahre. In: Die Gewerbliche Genossenschaft, Wien 1989, S. 7
  7. ↑ AAS 91 (1999), n. 5, p. 485.