
Gerhard Uhlenbruck (* 17. Juni 1929 in Köln; † 17. August 2023) war ein deutscher Mediziner (Immunologe) und Aphoristiker. Er war ordentlicher Professor der Universität zu Köln und wohnte in Köln.
Uhlenbruck wurde 1929 als erstes Kind des Universitätsprofessors für Innere Medizin Paul Uhlenbruck in den Universitätskliniken in Köln-Lindenthal geboren. Der Jurist Wilhelm Uhlenbruck ist sein Bruder. Im Anschluss ans Abitur 1949 am Gymnasium Kreuzgasse in Köln begann er ein Medizinstudium an der Universität zu Köln. Nach der ärztlichen Vorprüfung ging er an das Physiologisch-Chemische Institut, an dem er schon seine Doktorarbeit (über Acetalphosphatide) experimentell bearbeitet hatte.
Nach Forschungsaufenthalten am Lister Institute of Preventive Medicine in London und an der Universität Cambridge (Zellelektrophorese) wurde er mit der Leitung der 1963 in Köln neu eingerichteten Abteilung Biochemie und Tumorimmunologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung beauftragt. Dort konnte er sich 1964 für das Fach Immunbiologie habilitieren. Zum ordentlichen Professor wurde er 1968 berufen. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1996 war er Direktor des Institutes für Immunbiologie an der Uniklinik Köln.
Danach beschäftigte er sich zunehmend im Bereich Prävention durch Sport und mit dem Thema Lauftherapie, zum Beispiel auch als Gast-Dozent an der Deutschen Sporthochschule und an der Trainerakademie in Köln. Außerdem begann er am Projekt „Sport und Krebs“ des Landessportbundes in NRW mitzuarbeiten.
Im Buch Seziert (2013) wurde seine jahrzehntelange enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Ostberliner Rechtsmediziner Otto Prokop, unter anderem zur Stoffgruppe der Lektine, thematisiert.
Am 22. Juni 2019 veranstalteten Cornel Wachter und Margit Hähner anlässlich des 90. Geburtstag von Uhlenbruck ein Fest im Odeon-Kino in Köln. Film, Lesungen, Talks mit Ingo Froböse, Rolly Brings, Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, Autoren des VS-Köln und Mark Benecke (als Videoeinspielung) standen auf dem Programm.
Noch kurz vor Uhlenbrucks Tod interviewte Mark Benecke ihn über den „vergessenen Kölner Nobelpreisträger“ Kurt Alder.
Uhlenbruck starb 2023 im Alter von 94 Jahren und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.
Seine sportliche Karriere begann Uhlenbruck in der Gymnasialzeit erst als Boxer, dann als Läufer. Er war:
Neben Publikationen auf dem Gebiet der Immunbiologie (Immunbiologie – Eine Einführung 1971) und dem in Zusammenarbeit mit Otto Prokop verfassten Lehrbuch der menschlichen Blut- und Serumgruppen war Gerhard Uhlenbruck auch Mitherausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften sowie Mitglied der British Society for Allergy and Clinical Immunology und der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie. Er schrieb die Kapitel Die Lipoide und Eiweißstoffe des Gehirns (mit Hildegard Debuch) und Immunbiologische Aspekte des zentralen und peripheren Nervensystems für das 1968 bei Springer veröffentlichte Handbuch der Neurochirurgie.
Uhlenbruck war Ehrenmitglied in der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, im Verband Langlaufender Ärzte (DVLÄ), im Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS), in der Deutsche Gesellschaft für Immuntheraphie, in der Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer und der International Society for Exercise and Immunology (ISEI). Gerhard Uhlenbruck war der 1. Vorsitzende der Gesellschaft für komplementäre Orthomolekularmedizin (GKOM) und Mitglied der Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine (USA) sowie der Kölner Akademie für Komplementärmedizin (AKOM). Er war Schirmherr und Moderator des Kongresses für Orthomolekulare Medizin in Köln und Laudator des dort jährlich verliehenen Via Biona Wissenschaftspreises Mikronährstoffe. Uhlenbruck war Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und im Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte. Außerdem war er Gründungsmitglied des Kölner Vereins für Marathon e.V.

Uhlenbruck nahm aktiv am kulturellen Leben besonders seines Arbeits- und seines Wohnortes teil, so zum Beispiel als Teilnehmer an der Langen Literaturnacht im Löhrerhof, Hürth. Seine vielfach aufgelegten lyrischen, aphoristischen und humoristisch/medizinischen Werke:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uhlenbruck, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner und Aphoristiker |
| GEBURTSDATUM | 17. Juni 1929 |
| GEBURTSORT | Köln |
| STERBEDATUM | 17. August 2023 |