Gerhard Zweckbronner

Gerhard Zweckbronner (* 1947 in Ulm) ist ein deutscher Technikhistoriker, Konservator, Hochschullehrer und Sachbuchautor.

Leben

Gerhard Zweckbronner studierte von 1966 bis 1971 an der Technischen Hochschule Stuttgart Maschinenbau mit den Schwerpunktfächern Feintechnik, Uhrentechnik, Steuerungstechnik und Regelungstechnik. Anschließend war er von 1972 bis 1974 Promotionsstipendiat am Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik und von 1975 bis 1984 als Diplom-Ingenieur und Technikhistoriker am Historischen Institut der nunmehrigen Universität Stuttgart als Wissenschaftlicher Assistent für Technikgeschichte am Lehrstuhl von Armin Hermann tätig. Seiner Promotion 1976 im Maschinenbau folgte 1983 die Habilitation mit einer Arbeit zur Geschichte der Technischen Hochschule Stuttgart. Als Privatdozent und als außerplanmäßiger Professor für Technikgeschichte lehrte er in Stuttgart und vertrat an der Technischen Universität Dresden für zwei Semester eine Professur für Industriearchäologie und Technikgeschichte. Als Oberkonservator am Technoseum (dem vormaligen Landesmuseum für Technik und Arbeit) in Mannheim entwickelte er Konzeptionen zu technik- und wissenschaftshistorischen Ausstellungen, darunter die erfolgreichen Experimentierfelder der Elementa, übernahm die Redaktion des Ausstellungskatalogs und war dort bis zum Ruhestand 2013 tätig.

Zitat

„Wer sich in unserer anthropogenen Lebenswelt besser orientieren und mögliche Zukünfte vorausdenken möchte, könnte auch einen Blick in die Zukunftswerkstätten der Vergangenheit werfen: jener Zeiten des Aufbruchs, in denen die mentalen und wissenschaftlich-technischen Grundlagen unserer Gegenwart geschaffen wurden. Und höchst aufschlussreich ist es, zu sehen, welche Fortschrittserwartungen, Zukunftsvisionen, aber auch Befürchtungen die Entwicklung bis heute begleitet haben.“

– Gerhard Zweckbronner: Aufbruch ins Industriezeitalter – Zukunftswerkstätten der Neuzeit.

Forschungsschwerpunkte

Zweckbronner befasste sich mit Technikgeschichte der Neuzeit, insbesondere der Industrialisierung, des technischen Bildungswesens und der Ingenieurwissenschaften, sowie mit methodologischen Überlegungen zum Umgang mit Sachquellen in der technikhistorischen Forschung, der Museumsarbeit und der Industriearchäologie.

Gemeinsam mit Günter Bayerl, Gabriele Wohlauf und Helmut Lindner initiierte Zweckbronner 1982 den Gesprächskreis Technikgeschichte, der sich zu einem Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs entwickelte. Er engagierte sich in dem 1990 Arbeitskreis „Gegenständliche Quellen in der Technikgeschichte“, der nach der 1991 erfolgten Gründung der Gesellschaft für Technikgeschichte in diese integriert wurde.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ulrich Troitzsch, Gabriele Wohlauf (Hrsg.): Technik-Geschichte. Historische Beiträge und neuere Ansätze. Frankfurt a. M. 1980, S. 360.
  2. ↑ Gerhard Zweckbronner: Entropie und Ljapunowfunktionen bei Rührkesselsystemen. Stuttgart, Univ., Fachbereich Verfahrenstechnik, Diss., 1976.
  3. ↑ Ausstellungskatalog / Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim. Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim 2001, ISBN 3-9804930-6-7.
  4. ↑ Klaus Hentschel (Hrsg.): 50 Jahre GNT. Eine Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum der Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik an der Universität Stuttgart. GNT-Verlag, Diepholz 2018, S. 63.
  5. ↑ Aufbruch ins Industriezeitalter – Zukunftswerkstätten der Neuzeit. Springer, Berlin / Heidelberg 2022, S. 4.
  6. ↑ Gerhard Zweckbronner (mit Walter Branner, Kornelius Götz, Kurt Möser): Industrielles Kulturgut im Museum. Fragen zur Restaurierung. Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim. Mannheim 1989.
  7. ↑ Gerhard A. Stadler, Anita Kuisle (Hrsg.): Technik zwischen Akzeptanz und Widerstand. Gesprächskreis Technikgeschichte 1982–1996. Waxmann, Münster 1999, S. 9.
  8. ↑ Gerhard Zweckbronner: Sachquellen in der Technikgeschichte. In: Dresdener Beiträge zur Geschichte der der Technikwissenschaften. Heft 26, 1999, S. 1.
Personendaten
NAME Zweckbronner, Gerhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Technikhistoriker
GEBURTSDATUM 1947
GEBURTSORT Ulm