Das königliche Gericht Osten (auch Kirchspiel Osten) war eine Verwaltungs- und Gerichtseinheit im Herzogtum Bremen-Verden und dessen Nachfolgestaaten bis zum Königreich Hannover mit Sitz in Osten.
Das Kirchspiel Osten bestand seit dem Mittelalter aus der Stadt Osten und den Bauernschaften Altendorf, Hüll, Niederstrich und Isensee. Die Richter hatten höhere Befugnisse und eine damit verbundene höhere Stellung als diejenigen im Amt Neuhaus. Das Richteramt war ab 1470 fast 200 Jahre Erbbesitz der adligen Familie von Rönne in Altendorf. Seit der Schwedenzeit wurden auswärtige Beamte zu Richtern bestellt. Nach 1715 trug das Kirchspiel Osten verwaltungsrechtlich den Namen „Gericht Osten“.
Nach der Revolution von 1848 wurde im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft. Für die Rechtsprechung wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend das Amtsgericht Osten als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Für die Verwaltung entstand das Amt Osten. Dieses umfasste das Kirchspiel Osten und das Kirchspiel Großenwörden sowie die Gemeinden Basbeck, Warstade, Westersode, Hemm und Hemmoor.
Das Gerichtssiegel stellte einen Fluss dar, darüber zwei gekreuzte Schlüssel und darüber eine Krone.